Leserbriefe
Egoistische Forderung der Südschneiser (ZOL 27.12.08)
«Lärmindex gerät ausser Kontrolle», Ausgabe vom 17. Dezember
Der Verein Flugschneise Süd–Nein(VFSN) verlangt zur Reduktion des Lärms im
Süden eine Pistenverlängerung und eine Verlagerung der Flugbewegungen in den
Osten. Diese Forderung erstaunt aus drei Gründen. Erstens ist der Lärm gemäss
dem ZFI-Bericht exakt im Osten massiv explodiert und gemäss den Empa-Zahlen um
ein Vielfaches höher als in der Südanflugschneise. Zweitens wäre die Umsetzung
dieser sehr egoistischen Forderung – wenn überhaupt – in zirka zehn Jahren
realisiert. Und zu guter Letzt wäre der Anstieg der Lärmbelastung im Zürcher
Oberland viel höher als die angestrebte Entlastung in der Südanflugschneise. Es
macht wohl kaum Sinn, für rund 2,4 Milliarden Franken Gesamtkosten den Flughafen
auszubauen, um damit zu erreichen, dass die eigene Bevölkerung massiv mehr
Fluglärm zu ertragen hat. Solche Forderungen kommen höchstens von der
Flughafenlobby.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
Oberland soll geopfert werden / Anzeigeblatt Bauma 19.12.08
Zahl der Betroffenen steigt rasant / Landbote 20.12.08
Frau Fuhrers fehlender Wille
Frau Fuhrer sagte ja wiederholt während ihrer Werbetour für den ZFI durch den
Kanton, dass sie ihn auch nicht verstehe, man müsse einfach an ihn glauben.
Schon als Frau Fuhrer auf ihrer Werbetour war, wäre es ihr möglich gewesen, die
Entwicklung der Bevölkerung in der Flughafenregion zu erkennen. Hätte sie nur
einen Blick in die entsprechenden Unterlagen geworfen. Die Wohnbauten wurden
nicht erst seit dem ZFI geplant und gebaut. Deswegen ist es billig, die
Bevölkerung verantwortlich zu machen. Mit den vermehrten Ostanflügen und der
Einführung des ILS kamen plötzlich neue, vorher kaum überflogene Gebiete in den
Lärmkataster. Es ist aber auch klar, dass Frau Fuhrer nie eine Einschränkung
irgendwelcher Art für den Flughafen will und wollte. Vor einem Jahr zeichnete
sich diese Lärmentwicklung schon ab. Und Frau Fuhrer traf keine Vorkehrungen;
liess die Zeit verstreichen und hält nun die Bevölkerung weiter hin. Dass sie
nun versucht, mit Ausflüchten ihre Untätigkeit zu verbergen ist ganz im Sinne
der Flughafenturbos. Die 7 Stunden Nachruhe könnten ohne Bundesgericht von
Unique sofort eingeführt werden – war es doch Unique, die den eigenen Vorschlag
umgehend wieder bekämpfte, indem sie ans Gericht gelangte. Und Frau Fuhrer ist
Verwaltungsrätin der Unique mit der Möglichkeit, solches auch durchzusetzen.
Aber eben… Kurzsichtig auch die Forderung des VFSN-Präsidenten Morf, der meint,
wenn andere Himmelsrichtungen mehr überflogen und Pisten ausgebaut werden, würde
der Südflugverkehr entfallen. Dass Morf noch auf solche
politischen Ränkespiele reinfällt spricht nicht gerade für ihn. Er arbeitet den
Flughafenturbos direkt für eine Kapazitätserweiterung zu.
Urs Dietschi, Weisslingen
Tösstal im Fluglärmgebiet / Tösstaler 19.12.2008
Nun haben wir es also hoch offiziell: Das Tösstal hat Fluglärm. Gemäss den neusten Zahlen des Zürcher Fluglärm Index ZFI hatte Turbethal sogar den zweitgrössten Zuwachs im ganzen Kanton an stark belästigten Personen während der Nacht! Und nach den eingereichten Plänen von Regierungsrätin Fuhrer sollen diese Belastungen künftig massiv zunehmen. Statt wie bisher nur an drei Stunden sollen die Anflüge neu an neun Stunden via Tösstal geführt werden. Für das Ziel der Ostausrichtung soll die Piste für 2,4 Milliarden Gesamtkosten ausgebaut werden. Die Flughafenturbos erweisen sich einmal mehr als Totengräber für die Lebensqualität des Tösstal, nur damit ein paar Ballermann-Touristen in Zürich umsteigen können. Wer bereit ist, sich zu wehren, der wird Mitglied bei der BFO-Ortsgruppe Turbenthal: turbenthal@fluglaerm-ost.ch
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
Gute Nachrichten fürs Zürcher Oberland / ZOL 5.12.2008
Die Verkehrskommission des Kantonsrats sagt JA zum Pistenmoratorium und damit NEIN zu jeglichen Pistenausbauten am Flughafen Zürich. Dies sind gute Nachrichten für die Bevölkerung im Zürcher Oberland; in doppelter Hinsicht. Mit dem geplanten Pistenausbau sollen rund die Hälfte aller Flugbewegungen von Deutschland in die Schweiz bzw. in das Zürcher Oberland verlagert werden. Weiters würde die damit angestrebte Betriebsvariante J neu ebenfalls Starts via Oberland bedeuten. Es ist deshalb im Interesse der Bevölkerung, dass am bestehenden Pistensystem nichts verändert wird, denn nur durch einen Pistenausbau ermöglicht man es dem Flughafen, die Ostausrichtung via Zürcher Oberland durch zu setzen! Aus diesem Grund erstaunt es auch nicht, dass die Flughafenturbos mit dem Entscheid der Verkehrskommission gar nicht einverstanden sind. Sie möchten lieber die Kapazitäten weiter ausbauen; selbst wenn sie damit vor allem die eigene Bevölkerung belasten. Rücksicht war gestern.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
Zweiklassengesellschaft beim Fluglärm (Wiler Zeitung)
Kniefall vor dem Süden und Deutschland
(erschienen in diversen Zeitungen am 19.11.08)
Aus den kürzlichen Medienmitteilungen ist zu erfahren, dass sowohl Bundesrat Moritz Leuenberger als auch der neue Präsident des Komitees „Pro Flughafen“ – SVP Nationalrat Max Binder aus Illnau-Effretikon - sich für eine Verlängerung der Piste 28 einsetzen. Die gleiche Absicht führt auch Regierungsrätin und Unique- Verwaltungsrätin Rita Fuhrer im Schilde. Warum? Sie alle machen damit einen Kniefall vor Deutschland und dem Süden, indem damit die Südanflüge abgeschafft und durch Landungen aus dem Osten ersetzt werden können. Eine Verlängerung der Piste 28 unter Anwendung des neuen Navigationssystems RNAV-RNP 0.3 ermöglicht die Anzahl der Flugbewegungen gegenüber heute massiv zu steigern. Was aber übersehen wird: Auf einer längeren Piste können auch Grossraumflugzeuge landen. Der zwangsläufig folgende Mehrverkehr wird im Rahmen der deutschen Beschränkungen DVO garantiert auch Gebiete im Zürcher Ober- und Unterland stark belasten.
Darum gibt es nur eine Lösung: Keine Pistenverlängerung. Kämpfen Sie zusammen mit den 42 Gemeinden und den Bürgerorganisationen bei Kantonsräten, damit die sogenannte „Behördeninitiative 2“ „keine Veränderung des Pistensystems“ eine Mehrheit findet. Voraussichtlich im Februar 2009 wird im Kantonsrat darüber debattiert. Eine Verlängerung der Piste 28 auf Kosten der Ost-Bevölkerung akzeptieren wir nicht!
Willi Kobel
Nürensdorf
Landbote 13.11.08
«Der letzte Rest an Lebensqualität ist für uns in Gefahr» «Pro Flughafen wählt Max Binder zum Präsidenten»,
Nun ist also ein Ost-Politiker zum Präsidenten jener Organisation bestimmt worden, die das Ziel verfolgt, über Pistenverlängerung und Zürcher Fluglärmindex (ZFI) den Menschen östlich des Flughafens eine möglichst grosse Lärmkonzentration auf- zuzwingen. Zur Begründung dieses Vorhabens gibt er an, die Position des Flughafens würde für die Zukunft ohne Pistenverlängerung unverantwortlich stark eingeschränkt!Dabei ist doch offensichtlich nicht der Flughafen in Gefahr, der seine Kapazitätsgrenze mit dem bestehenden Pistennetz noch längst nicht erreicht hat, sondern der letzte Rest von Lebensqualität der von den Ost-Anflügen belärmten Menschen. Herr Binder versucht nun an entscheidender Stelle mitzuhelfen, dem Flughafen Menschen zu «stark störender» Belärmung auszuliefern, damit die von Frau Fuhrer gewünschte Wohlfühlzone für Hochfinanz und Experten an der Goldküste endlich ganz von Fluglärm befreit werden kann.Auf dieser Basis gibt es aber keineZukunft für den Flughafen, denn dieser muss lernen, seinen Betrieb so zu organisieren, dass – trotz einem Anteil Fluglärm – für alle Menschen noch ein Rest von lärmfreier Zeit bleibt. Das heute angewandte Flugkonzept ist in dieser Hinsicht gar nicht so schlecht. Sorgen wir dafür, dass es noch eine Weile so bleibt!Einige Bürger werden sich aber überlegen müssen, ob sie die richtigen Volksvertreter gewählt haben, wenn diesen nichts mehr am Herzen liegt, als an vorderster Front dafür zu kämpfen, dass das Gebiet ihrer Wähler mit konzentriertem Fluglärm belastet wird, damit jene ganz von Fluglärm befreit werden, die zwar direkte Flüge in die ganze Welt fordern, aber jedes Überfliegen ihrer Wohngegend kategorisch ablehnen.
Hans Burkhardt, Birchwil
Desavouierungder Flughafenregion
Zu den Artikeln «Stimmen im Süden holen» und «Option Pistenausbau offenlassen»,
«ZU»/«NBT» vom 3. Oktober 2008.
Jahrelang hat der Kanton sowie der Bund uns versprochen, die zusätzlichen
Ostanflüge sollen abgeschafft werden. Nun erfahren wir, dass die
Volkswirtschaftsdirektorin uns einmal mehr angelogen hat. Die Regierung will mit
der Ablehnung der Behördeninitiative den Startschuss für eine
Kapazitätsausweitung am Flughafen Zürich einleiten. Diese Vorgehensart ist eine
erneute Desavouierung der gesamten Flughafenregion, welche im Rahmen der
SIL-Diskussion mehrmals eine Beibehaltung des heutigen Pistensystems befürwortet
hat. Auch das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem kürzlich gefällten
Entscheid gegen die Projektierungszone im Westen des Flughafens erkannt, dass
der Ausbau der Piste 10/28 eine blosse Erweiterung der Betriebskapazität
darstellt. Fazit: Die Versprechungen zur Entlastung der Bevölkerung östlich des
Flughafens waren nie geplant, umgesetzt zu werden.
Fritz Kauf, Bassersdorf
Zum «Sideline»-Artikel «Kesselschlacht»,«ZU»/«NBT» vom 24. September 2008
Dass das Gerichtsurteil, welches
keine vorsorgliche Bauverhinderung durch den Flughafen zulässt, unseren Gesetzen
entspricht, steht ausser Zweifel. Dass es aber nicht dem Denken der Fluglobbyisten
entspricht, die glauben, die einen hätten immerwährenden Anspruch auf mehr Gewinn
und Komfort und andere müssten zum Nulltarif immergrössere Belastungen ertragen,
ist klar! Wer aber in der heutigen Zeit noch glaubt, es sei sinnvoll, mit
ungebremster Zunahme von Umweltzerstörung und Lärmentwicklung Gewinn zu
optimieren, um dann die daraus entstehenden Schäden wenigstens teilweise
bezahlen zu können, verfolgt mit Sicherheit eine falsche Strategie.
Darüber kann auch die plumpe Angstmacherei von Hartmuth Attenhofer vor drohender
Arbeitslosigkeit, falls dem Flughafen nicht weiterhin grenzenloses Wachstum
zugestanden werde, nicht hinwegtäuschen. Während im von ihm beschriebenen
Zeitraum der motorisierte Verkehr mit Geschwindigkeitslimiten, Brennstoffsteuern,
Schwerverkehrsabgabe, Abgasvorschriften usw. in die Pflicht genommen wurde, blieb
der Flugverkehr von alledem verschont. Er konnte sich sogar, dank seiner
Lobbyisten und der Vernetzung mit der Regierung, stets einen rücksichtslosen
Umgang mit den wirklich Belärmten erlauben. Noch bei der Ablehnung des
Staatsvertrages glaubten diese, man könnte die Deutschen zwingen, den Fluglärm von
früh bis spät einfach wieder hinzunehmen. Es gelang offensichtlich nicht und wird
auch in Zukunft nicht mehr gelingen! Die nun von der gleichen Gilde
inszenierte Kesselschlacht, um in der Schweiz Opfer auszugrenzen, die zum Nulltarif
eine unbegrenzte Belärmung zu ertragen hätten, wie das Frau Fuhrer mit dem ZFI und
der Pistenverlängerung10/28 versucht, bringt für unseren Flughafen auch keine
Zukunft. Wie beim anderen grossen erdölabhängigen Umweltbelaster, dem
motorisierten Verkehr, wo beim Alpentransit der Lastwagen bereits von einer
Versteigerung der auf 650 000 zu begrenzenden Fahrten gesprochen wird und beider
Autoindustrie, von der, unter Androhung von Bussen bei nicht Erfüllung der
Vorgaben, schadstoffbegrenzte Motoren verlangt werden, muss auch der Flugverkehr
zur Übernahme der durch ihn verursachten Schäden gezwungen werden! Dadurch werden
sich auch die Flugpreise in eine bessere Relation zum angerichteten Schaden
bewegen, und es wird sich zeigen, ob es für Swiss noch sinnvoll ist, für Flüge zum
Frühstücken in europäischen Hauptstädten zu werben. Letztlich wird der Flughafen
Kloten mit dem heutigen Pistensystem auch in Zukunft gut leben können, ganz im
Gegensatz zu jenen, die bei einer Pistenverlängerung und dadurch noch
stärkerem Fluglärm gezwungen wären, ihre Wohnorte aufzugeben, sofern sie sich
dies finanziell überhaupt leisten könnten. Für eine nachhaltige und zuverlässige
Zukunft muss unser Flughafen Rücksicht auf alle Belärmten nehmen und seine
Flugstrategie so ausrichten, dass in allen Gebieten noch menschenwürdig gelebt
werden kann, und dazu braucht es keine Pistenverlängerung!
Hans Burkhardt, Birchwil
Zum «Sideline»-Artikel «Kesselschlacht», «ZU»/«NBT» vom 24. September 2008
Wie kann man nur so blauäugig sein wie Hartmuth Attenhofer. Wenn er behauptet,
dass in den 50er Jahren die Flughafenregion «draussen in den Pampas» weit weg von
Piste und Rollweg lag, ist das nicht nur völlig falsch, sondern auch gegenüber
Einwohnerinnen und Einwohnern in dieser Region sehr beleidigend. Nimmt man das
Beispiel der Piste
10/28 (Westpiste), kann man schon bei den erwähnten Aufnahmen aus den 50er
Jahren leicht feststellen, dass diese Piste zwischen Kloten und Rümlang schon
damals nur bis wenige Meter an die ersten Häuser gebaut wurde. Auch der
Siedlungsdruck ab den 50er Jahren herrschte nicht allein wegen des Flughafens,
sondern vor allem auch wegen der Nähe zur Stadt Zürich, wobei sich leider die
guten Steuerzahler an der Zürichseeküste ansiedelten und nicht am Flughafen.
Weiter wurde die Ausdehnung der Siedlungsgebiete vor allem nach dem kantonalen
Richtplan gestaltet. Der gültige kantonale Richtplan von 1996 sieht keine
Südanflüge und keine forcierten Ostanflüge vor, was der Rechtsprofessor Tobias
Jaag, Zürich, in seiner Broschüre «Fluglärm und Recht» vom Oktober 2005 aus
raumplanungsrechtlicher Sicht als widerrechtlich qualifiziert. Wegen dieses
Richtplans wurde das Gebiet östlich des Flughafens überhaupt für Überbauungen
freigegeben mit Einwilligung unseres Regierungsrates und der Abstützung des
Richtplanes 1996. Wenn sich jetzt diese Bewohner mit Recht betrogen fühlen, dann
ist das bei Herrn Attenhofer eine Kesselschlacht … Wie an der Flughafenkonferenz
von allen Seiten festgestellt wurde, ist der Flughafen ein City-Flughafen. Ein
City- Flughafen kann aber nur in einem strengen Korsett betrieben werden, das
ist doch leicht einzusehen? Oder will Herr Attenhofer einfach nur provozieren?
Dann muss ich sagen, ist es eine schlechte Provokation auf dem Buckel der vielen
Anwohnerinnen und Anwohner rund um den Flughafen, die täglich durch den
Flugbetrieb arg gestört werden, ohne dass sie zum Teil etwas dafür können. Wie
wäre es, wenn die Südstarts auf Piste 34 anstatt den mühsamen Left Turn den
effizienteren und 8 Kilometer kürzeren Right Turn fliegen würden? Dann könnte
Herr Attenhofer an seinem Wohnort in Zürich-Seebach auch etwas vom
Fluglärmkonzert geniessen? Dazu wünsche ich ihm viel Vergnügen im Garten beim
Grillieren mit Kerosinmarinade.
Peter Seiler, Kloten
alle nachfolgenden Leserbrief wurden im Tagesanzeiger am 8.10.07 veröffentlicht
Grosse Reserve.
Die Flughafenfreunde vergleichen das Resultat einer erfolgreichen
Plafonierungsinitiative mit dem Grounding der Swissair. Welcher Hohn und welche
Bauernfängerei. Reduziert man die wirtschaftlich bedeutungslose Privatfliegerei
(1,3 Passagiere/Flug), dann kommt Kloten dieses Jahr auf rund 220 000
Bewegungen. Und hinterfragen wir endlich den Hubanteil an Billigstfliegern, dann
reicht die grosse Reserve an Flugbewegungen für das Volk, das fliegen will, und
für alle Geschäftsleute, die unsere Wirtschaft ankurbeln. Auch das deutsche
Pflänzchen Swiss kann weitergedeihen. Vielleicht genügen aber 16 statt 32
tägliche Flüge nach London. Sie wären erst noch rentabler.
ROSMARIE TSCHIRKY GOCKHAUSEN
Wenig Arbeitnehmer.
Die Argumente der Initiativbefürworter, alles durch Statistiken erhärtete
Fakten, scheinen erfreulich gut zu greifen: Selbst die Flughafenangestellten
glauben den leeren Drohungen der Luftfahrtlobby nicht mehr.
Wie sonst kann man sich erklären, dass von angeblich 192 000 vom Flughafen
abhängigen Arbeitnehmern gerade mal drei Dutzend den Weg zu dieser doch etwas
seltsamen «Demo» gefunden haben? Und das, obwohl der Organisator aufgefordert
hatte, auch Verwandte und Bekannte mitzubringen, um einen eindrucksvollen
Auftritt zu ermöglichen.
KLAUS NÄGELI, EBMATINGEN
Pietätlose Kampagne.
Wie abgebrüht müssen Manager sein, wenn sie versuchen, von einem
Schicksal ein zweites Mal Profit zu schlagen, welches sie selber verursacht oder
von dem sie bereits profitiert haben. Mit dem Slogan «Ein Grounding ist genug»
bekämpfen die Flughafenlobbyisten die Initiative für eine realistische
Flughafenpolitik. Wenn man die Ursachen, die Schuldigen oder die Profiteure des
Groundings kennt, wirkt der Kampf gegen eine längere Nachtruhe nur noch
pietätlos. Swiss (bzw. Swissair), mit Milliarden von Steuergeldern gegründet und
für nicht mal 100 Millionen nach Deutschland verkauft, überwies zwei Tage nach
dem Grounding Dutzende von Millionen Schweizer Franken an die
Flughafenbetreiberin Unique, obwohl nicht mal genügend Geld für die
Personalkonten der firmeneigenen Depositenkasse vorhanden war.
Swissair-Sachwalter Wüthrich hat folgerichtig ein Zivilverfahren gegen Unique
eröffnet, um die widerrechtlich erhaltenen Gelder zurückzufordern. Während das
Zivilverfahren gegen Unique wegen Gläubigerschädigung immer noch läuft, wirbt
Unique-CEO Felder mit den Folgen des Groundings und will nun ein zweites Mal
Profit schlagen. Die Lobbyorganisationen IG Flughafen und Komitee Pro Flughafen,
mitverantwortlich für die desaströse Expansionspolitik der ehemaligen Swissair,
haben nichts aus ihren verheerenden Fehlern gelernt und träumen bereits wieder
von unbeschränktem Wachstum.
RALPH WEIDENMANN, NÜRENSDORF
Umsteigepassagiere.
Es wird wieder gelogen, dass sich die Balken biegen. Der Abstimmungskampf ist
eröffnet. Unique, Swiss und die gesamte Flughafenlobby versuchen den Bürger zu
beeinflussen, damit die Flughafeninitiative abgelehnt wird. Nur halten sich die
Protagonisten, wie Felder von Unique oder der deutsche Manager Franz von Swiss,
nicht an die Wahrheit und widersprechen sich selbst in ihren Aussagen. Ein
Beispiel: Vor zwei Monaten hatte Felder an der Halbjahrespressekonferenz die
Aussage gemacht, dass das Schweizer Passagieraufkommen stagniere, jedoch die
Umsteigepassagiere gegenüber dem Vorjahr stark zugelegt haben. An der gestrigen
Veranstaltung in der Shopping-Mall des Airports tönten seine Aussagen wieder
ganz anders. Er sagte, dass der Flughafen wachsen müsse, um die Bedürfnisse der
Bürger decken zu können. Wie ist dies nun zu verstehen? Die Schweizer Fluggäste
stagnieren, und trotzdem sollen dem Flughafen keine Schranken auferlegt werden,
die sein Wachstum bremsen.
Für wen ist dieses Wachstum? Für Umsteigepassagiere, welche mit
Schnäppchenangeboten geködert werden, um die Flugzeuge der deutschen
Fluggesellschaft Swiss zu füllen und die Aktionäre der Unique zu befriedigen.
Dies alles zu Lasten der Bevölkerung, welche Lärm und Schadstoffemissionen zu
ertragen hat.
MAX SIEGEL, RIEDT-NEERACH
Begrenzt fliegen.
Auch ich will fliegen und sage Ja zum Flughafen. Ich will wie schon heute auch
in der Zukunft 125 000 Möglichkeiten haben, von Zürich aus in die Ferien zu
fliegen oder an einen Geschäftstermin, und ich will 125 000 Möglichkeiten haben,
auch wieder in die Schweiz zurückzukehren. Das reicht mir völlig, denn ich will
auch, dass diejenigen Menschen, denen ich damit Lärm zumute, mit diesem Lärm
einigermassen leben können, dass Kinder in der Nacht 9 Stunden schlafen können.
Wo persönliches Wohlergehen der Menschen beeinträchtigt wird, muss
privatwirtschaftliches Handeln begrenzt werden. Wenn dies zu einem Grounding
führen sollte, zweifle ich an den Fähigkeiten der Flughafenmanager.
THOMAS KOCH, WINTERBERG
Kampagne der Flughafenlobby
kommt sehr schlecht an TA, 5.10.07
Die Bevölkerung will fliegen, TA vom 3. Oktober (alle nachfolgenden
Leserbriefe)
Nur Schlagworte
Die Luftverkehrslobby will kein
zweites Grounding. Es genügt ihr, wenn sie eines selbst verschuldet hat.
Hat sie damit doch das beste Argument für die Flughafeninitiative geliefert –
den Beweis, dass die Begrenzung der Flugbewegungen auf 250'000 für die Schweizer
Wirtschaft und den Wohlstand der Bevölkerung überhaupt keine Gefahr bedeutet.
Der gegenwärtige Boom, von dem der Kanton Zürich am meisten profitiert, ist in
keiner Weise durch den Flugverkehr bedingt. Ein Ja zur Flughafeninitiative ist
schon deswegen nötig, damit SwissChef Franz nicht wie seinerzeit Bruggisser der
Erfolg in den Kopf steigt und er zu viele Flugzeuge kauft und es tatsächlich zu
einem zweiten Grounding kommt. Der Luftverkehr ist bekanntlich nie gegen eine
Katastrophe gefeit. Ausser Schlagworte haben die Flughafenlobby und ihre
Mitläufer keine tauglichen Argumente gegen die Initiative.
WALTER BECKMANN, USTER
Warnschuss
Schuld am Flughafenstreit, der
sich schon vor 1995 abzeichnete, sind Behörden und Politiker. Sie setzten sich
aufs hohe Ross und schenkten den aus Deutschland angereisten Vertretern kein
Gehör. Heute ist es nicht anders. Der Wunsch des leidenden Volkes nach einem
gekröpften Nordanflug wird einfach ignoriert. Kein Wort von aufgezwungenem
Lärmteppich und erhöhtem Absturzrisiko über Gockhausen, Schwamendingen und
Glattbrugg. Stattdessen wird vom «subjektiven Lärmempfinden der Zugezogenen» und
«von immer weniger Fluglärm» geschwafelt. Wie die Vergangenheit zeigt, wurden
bisher daraus keine Lehren gezogen. Die Initiative ist ein Warnschuss.
GÜNTHER TREBBE, ZÜRICH
Angstmacherei
Die Bevölkerung will zwar
fliegen, aber nicht so, wie es die Herren der Wirtschaftslobby der arbeitenden
Bevölkerung vorschreiben wollen.
Für wie dumm hält Georg Schellenberg die Bevölkerung? Er will uns weismachen,
bei einer Plafonierung werde die Fliegerei für die Bevölkerung eingeschränkt
(Zitat: «Ab Dezember keine Flüge mehr»). Diese Behauptung ist nur tendenziöse
Angstmacherei und entspricht überhaupt nicht den Fakten. Er weiss selber nur zu
gut, dass bei einer Plafonierung von 250'000 Flugbewegungen jeder Schweizer auf
mehrere Jahrzehnte hinaus so viel fliegen kann wie er will, sofern man auf den
wirtschaftlich nicht notwendigen Umsteigeverkehr teilweise oder ganz verzichtet.
Herr Franzen, der Statthalter der Lufthansa (Swiss) im Flughafen Zürich, möchte
sein Pflänzchen wachsen lassen, aber wie es sich für einen Statthalter gehört,
nicht auf Kosten seiner deutschen Landsleute. Uns billigt er am Sonntag nur 6
bis 7 Stunden Nachtruhe zu. Die Leute in Baden-Württemberg hingegen beschenkt er
mit grosszügigen 13 Stunden.
ROBERT FURRER, ZÜRICH
Grössenwahn verhindern
Ausgerechnet das Grounding wird
als Argument gegen die Initiative ins Feld geführt. Können sich die
Flughafenturbos schon nach sechs Jahren nicht mehr erinnern, warum es zum
Grounding kam? Jedermann weiss, dass der Grössenwahn der Swissair-Manager die
Airline zum Absturz brachte. Die Initiative verhindert einen neuen Grössenwahn
und den verzweifelten Versuch, die überrissene 5. Bauetappe durch Umsteiger
rentabel zu machen. Ein besseres Argument als das Grounding gibt es nicht für
ein Ja zur Initiative.
MARGARITA ZEMP, GOCKHAUSEN
Unvollständige Grafiken
An der
Informationsveranstaltung, exakt am Jahrestag des Swissair-Groundings, wollte
die Flughafenlobby den Eindruck erwecken, dass die lärmgeplagte Bevölkerung das
Swissair-Grounding vor sechs Jahren verursachte und dass die gleichen Kreise
dies mit der Flughafeninitiative erneut tun wollen. Die Herren Franz und Felder
legten identische Lärmbelastungskarten auf. Beide waren auch identisch falsch
und zeigten weder die Ostnoch Südanflugschneise. Arbeitgeberpräsident Thomas
Isler malte wiederholt die Gefahr von Arbeitplatzverlusten an die Wand. Er
versuchte zu suggerieren, dass mit Annahme der Flughafeninitiative ein enormer
Anstieg der Arbeitslosigkeit verbunden sei, und zeigte eine Grafik mit den
Arbeitslosenzahlen Ende 2001. Dabei vergass er zu erwähnen, dass nebst dem
Grounding 9/11 sowie ein starker Wirtschaftseinbruch die eigentlichen Gründe für
den Anstieg waren.
FRITZ KAUF, BASSERSDORF
Arroganz sondergleichen
Ich kann es kaum fassen, dass
sich die Flughafen( un)verantwortlichen für diese schäbige Gegenkampagne nicht
zu schade sind und solch perfide Unwahrheiten unters «gutgläubige» Zürcher
Stimmvolk bringen. Die Behauptung, nach Annahme der Flughafeninitiative drohe
ein erneutes Grounding der Swiss entbehrt jeder Grundlage, genauso wie die
Angstmacherei mit den (noch nicht einmal geschaffenen) Arbeitsplätzen. Das
wissen natürlich auch die Herren Franz und Felder bestens. Dass sie aber auch
noch die unerträgliche Lärmbelastung der neu geplagten, alteingesessenen
Bevölkerung im Osten und Süden des Flughafens als «subjektives Lärmempfinden der
Zugezogenen » herunterspielen, ist eine Arroganz sondergleichen. Wir leben seit
Jahrzehnten in dieser Region, welche vor vier Jahren nur durch Notrecht aus Bern
zu einer morgendlichen und abendlichen Anflugschneise des Flughafens wurde. Die
Raumplanung sieht dies nicht vor, und es widerspricht dem Umweltschutzgesetz.
Bis zur kommenden Abstimmung sind wir dieser Willkür ohnmächtig ausgesetzt. Nun
haben wir die Möglichkeit, an unserer Situation etwas zu ändern. Ein Ja für eine
vernünftige Flughafenpolitik erlaubt eine menschenwürdige Nachtruhe, die wir
alle dringend benötigen.
SUSANNE WALTHER, PFAFFHAUSEN
Leserbriefe Zürcher Oberländer Samstag 6.10.07
Stopp dem Grössenwahn
«‹Ein Grounding hat mir
gereicht›», Ausgabe vom 3. Oktober
Ausgerechnet das Grounding wird als Argument gegen die Initiative ins Feld
geführt! Können sich die Flug- hafenturbos schon nach sechs Jahren nicht mehr
erinnern, warum es zum Grounding kam? Jedermann weiss, dass der Grössenwahn der
Swissair-Manager die Airline zum Absturz brachte! Die Initiative verhindert den
neuen Grössenwahn und verzweifelten Versuch, die überrissene, erlogene fünfte
Bau- etappe durch Umsteiger rentabel zu machen. Ein besseres Argument als das
Grounding gibt es nicht für ein Ja zur Initiative am 25. November.
Margarita Zemp, Gockhausen
Eigengoal der Initiativgegner
«‹Ein Grounding hat mir
gereicht›», Ausgabe vom 3. Oktober
Die Luftverkehrslobby will kein zweites Grounding. Es genügt ihr, wenn sie eines
verschuldet hat. Hat sie damit doch das beste Argument für die Annahme der
Flughafeninitiative geliefert - den Beweis, dass die Begrenzung der
Flugbewegungen auf 250 000 pro Jahr für die Schweizer Wirtschaft und den
Wohlstand der Bevölkerung überhaupt keine Gefahr bedeutet. Der gegenwärtige
Wirtschaftsboom, von dem der Kanton Zürich am meisten profitiert, ist in keiner
Art und Weise durch den Flugverkehr bedingt. Die Schweizer Wirtschaft ist sogar
besser dran, je weniger sie vom Luftverkehr abhängig ist. Auch Kloten hat die
Schmach des Groundings überlebt. Nur ihr damaliger Stadtpräsident wurde
inzwischen gegroundet. Ein Ja zur Flughafeninitiative ist schon deswegen nötig,
damit Swiss-Chef Franz nicht wie seinerzeit Bruggisser der Erfolg in den Kopf
steigt und er zu viele Flugzeuge kauft und es tatsächlich zu einem zweiten
Grounding kommt. Der Luftverkehr ist bekanntlich nie gegen eine Katastrophe
gefeit. Ausser den einfältigen Schlagworten hat die Flughafenlobby mitsamt ihren
genötigten, sich selbst unglaubwürdig machenden Mitläufern keine tauglichen
Argumente gegen die Flughafeninitiative.
Walter Beckmann, Uster
Die Argumente der Befürworter greifen
«‹Ein Grounding hat mir
gereicht›», Ausgabe vom 3. Oktober
Die Argumente der Initiativbefürworter, alles durch Statistiken erhärtete
Fakten, scheinen erfreulich gut zu greifen: Selbst die Flughafenangestellten
glauben den leeren Drohungen der Luftfahrtlobby nicht mehr. Wie sonst kann man
sich erklären, dass von angeblich 192 000 vom Flughafen abhängigen Arbeitnehmern
gerade mal drei Dutzend den Weg zu dieser doch etwas seltsamen «Demo» gefunden
haben? Und das, obwohl der Organisator aufgefordert hatte, auch Verwandte und
Bekannte mitzubringen, um einen eindrucksvollen Auftritt zu ermöglichen?
Klaus Naegeli, Ebmatingen
Verhängnisvolle Fehlausrichtung (ZOL, 26.9.07, Leserforum)
«Ja zum Ostanflug, aber nur als Notlösung», Ausgabe vom 14. September
Die Stadt Uster besteht auf ihrer Forderung nach einer Ostausrichtung und einer
Belärmung der eigenen Bevölkerung. Die Idee, über den Beschluss vom Juni
überhaupt nochmals nachzudenken, hatte der Stadtrat nach einer
"Informationsveranstaltung" von Bürgerprotest Fluglärm Ost (BFO), als der
Bevölkerung reinen Wein eingeschenkt wurde. So richtig nachgedacht hat man nicht
wirklich. Man wäre nur im Notfall für den Ostanflug, heisst es. Dieser Notfall
würde dann eintreten, wenn Deutschland sich anmassen würde, nicht mehr 100
Prozent aller Anflüge über ihr eigenes Gebiet zu übernehmen. Aber auch für
diesen Fall hat man vorgesorgt: Die Flugzeuge sollen nicht schon bei Hittnau
oder Bauma auf den Ostanflug einschwenken, sondern etwas weiter östlich.
Geografisch zwar gar nicht möglich, da das Hörnli im Weg steht. Also würde auch
dieser Anflug direkt über Uster führen.
Als weiteren St.-Florians-Plan sieht man eine Konzentration der Anflüge
ausschliesslich via Hinterthurgau/Wi!. Doch auch hier brennen ausschliesslich
die Häuser im Oberland, denn der Plan ist aus Sicherheitsüberlegungen gar nicht
umsetzbar. Es ist schade, dass der Stadtrat von Uster es einmal mehr verpasst
hat, sich für die eigene Bevölkerung einzusetzen. Nach der drohenden Belärmung
der Oberländer wird man sich an diese Fehler erinnern, nur dann ist es bereits
zu spät. Die gewählte (Fehl-) Ausrichtung soll für 25 Jahre Gültigkeit haben!
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
Leserbrief 16. Sept. 2007 im ZU
„Standort Zürich könnte einpacken“, ZU vom 15. Sept. 2007
Wie auch bei der Strategie die zur Vernichtung der Swissair führte, werden von der Fluglobby wieder Ängste geschürt, was passieren könnte, wenn nicht ihren Forderungen entsprochen würde. Was Wachstum und Flug-Lärmkonzentrierung mittels ZFI für die 47'000 zur „starken Störung“ vorgesehenen Menschen bedeuten würde, wird aber nie thematisiert. Die Annahme, die zur Ausgrenzung vorgesehenen Menschen würden das ihnen unter krankmachendem Dauerlärm aufgezwungene Vegetieren einfach hinnehmen und damit die durch den massierten Fluglärm entstehenden Schäden alleine tragen, ist aber falsch! Der Fluglärmstreit müsste zwangsläufig zu Demos und Manifestationen eskalieren, bis eine Lösung, die auch den Fluglärm-Belasteten noch lebenswerte Wohnverhältnisse zugestehen würde, geschaffen wäre. Warten wir nicht wieder ab bis die grossen Schäden auf Grund falscher Strategien entstanden sind. Mit einem JA zur Plafonierungsinitiative können wir zurzeit verhindern, dass unser Flughafen erneut grosse Verluste zu Lasten der Bevölkerung verursacht. Dies auch deshalb, weil Bundesrat Leuenberger zu erkennen gegeben hat: „Die Initiative werden wir nicht eins zu eins umsetzen, aber als Zeichen der Unzufriedenheit mit der Ausrichtung der Flughafenpolitik werten“! Eine positive Zukunft hat unser Flughafen nur, wenn endlich auch die Bedürfnisse der wirklich Fluglärm-Belasteten berücksichtigt werden und nicht dauernd versucht wird über diese Menschen hinweg zu entscheiden, als hätten sie alleine auf Grund ihres Wohnortes eine normale Daseinsberechtigung verwirkt!
Hans Burkhardt, Birchwil
alle nachfolgenden Leserbriefe wurden im ZO am 20.9.07 veröffentlicht
Alte Unwahrheiten in neuer Verpackung
«‹Standort Zürich könnte einpacken›», Ausgabe vom 15. September
Man nennt sich Komitee lebendiges Zürich. FDP-Kantonsrat Beat Walti und Ballettkönig Heinz Spoerli haben das Co-Präsidium inne. Zufall? Nein, denn die FDP muss (Wahl-)Propaganda machen, nachdem sie bei der aktuellen SRG-Umfrage hinter die CVP gefallen ist.Der Flughafen als Wirtschaftsmotor - durch keine statistischen Fakten belegt - wird auch in einer neuen «Komitee-Verpackung» nicht glaubwürdiger. Die nachfolgenden Fakten aus dem Statistischen Amt des Kantons Zürich sprechen für sich:Erstens: Die Luftfahrtbetriebe haben zwischen 2001 und 2005 von 96 auf 86 abgenommen. Zweitens: Die Anzahl Beschäftigter in der Luftfahrt hat in der gleichen Zeitperiode von 9611 auf 5680 abgenommen.Nun die Frage: Ist die Wirtschaft kollabiert? Hier die Antwort: Nein! Realität ist auch, dass die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) 2357 Angestellte haben. Dies zeigt uns auf, dass die VBZ halb so wichtig sind wie der Flughafen Zürich.Fazit: Hoffentlich haben die VBZ im kommenden Herbst nicht allzu viel Laub auf den Schienen, denn sonst müsste die Wirtschaft - gemäss dem Komitee «living Zurich» - zusammenbrechen.
Simonia-Sarada Le Guerrier, Ebmatingen
Märchenstunde mit der Flughafenlobby
«‹Standort Zürich könnte einpacken›», Ausgabe vom 15. September
Die Flughafenlobby hat via «Lebendiges Zürich» wieder einmal zur Märchenstunde gerufen und alte, längst widerlegte Gruselgeschichten zum Besten gegeben.Auch teuerste Studien und treuherzige Beteuerungen der Flughafenlobby werden bei einem Blick in die amtlich beglaubigten Statistiken zum Märchen: Seit dem Jahr 2000 haben wir über 53 000 Bewegungen (Linien und Charter) weniger. Wenn die Horrorszenarien des Komitees «Lebendiges Zürich» stimmen würden, müssten wir längst ein Volk von Obdachlosen sein. Sind wir das? Im Gegenteil, wir sind ein Volk von Arbeitswütigen, seit 2000 hat die Anzahl der Erwerbstätigen im Kanton Zürich um rund 100 000 zugenommen. Wie erklärt sich das Komitee diese auch durch teure Studien nicht zu widerlegenden Fakten?
Karsten Rohweder, Egg
Der Strassenlärm übertönt den Fluglärm
«Ganzer Kanton unter dem Lärmteppich?», Ausgabe vom 10. September
Da kommt doch schon wieder einer und jammert wegen des Fluglärms über Uster und Wetzikon. Man muss ja schon an einem ruhigen Ort wohnen, dass man die Flugzeuge überhaupt hört, die über unser Gebiet anfliegen. Ich sitze manchmal am Abend draussen und sehe gerne den anfliegenden Flugzeugen zu, wie sie mit eingeschalteten Landescheinwerfern ruhig und kaum hörbar durch die Wolken säuseln. Aber da kommt schon der nächste «Lärmi»: Ein Auto und noch eins - und noch schlimmer die überdimensionierten Traktoren, die bis spät in die Nacht hinein das Oberland beschallen. Ich weiss, wie es Tausenden von Leuten ergeht, die an einer Durchgangsstrasse im Oberland wohnen, so zum Beispiel an der Strasse Fehraltorf-Wetzikon, Uster-Wetzikon-Hinwil oder Uster-Mönchaltorf-Oetwil. Vor lauter Strassenlärm hört man den Fluglärm nicht mehr! Gute Nachtruhe wünsche ich allen Strassenanwohnern.
Max Hofmann, Mönchaltorf
Realistischer Luftverkehr - jetzt oder nie
«Plafonieren, indexieren, verteilen», Ausgabe vom 14. September
Ob die Wahl für die Bürger wirklich so gross sein wird wie im oben genannten Artikel dargestellt, wird sich noch zeigen, dann ist es allerdings bereits zu spät. Wie im Artikel richtig erwähnt, ist die Fluglobby zurzeit daran, im SIL-Prozess die Weichen für die nächsten 30 Jahre zu stellen. Unter dem harmlosen Titel «nachfrageorientiertes Wachstum» wird jetzt ein Ausbau des Flughafens Zürich auf 400 000 bis 450 000 Flugbewegungen pro Jahr, also beinahe einer Verdoppelung, geplant.Dies hat nicht etwa der Bund so gewollt, sondern der Kanton Zürich, vertreten durch Unique-Verwaltungsrätin Rita Fuhrer. Pistenverlängerungen, ganztägige Süd- und Ostanflüge und neue Startrouten über bisher noch nicht betroffene Gebiete sind die Folgen, die uns alle treffen werden. Diese Planung ist bereits weit fortgeschritten und kann nur noch mit der Flughafeninitiative rechtzeitig in vernünftige Bahnen gelenkt werden. Der Bund wird und kann einen demokratischen Entscheid des Standortkantons nicht ausser Acht lassen. Besonders auch, weil die bisherige Haltung des Kantons Zürich in keiner Weise demokratisch legitimiert war. Im Gegenteil, es wurden alle diesbezüglichen Kantonsratsentscheide missachtet.Die hängigen Behördeninitiativen sind keine Alternativen zur Flughafeninitiative, denn sie kommen zu spät. Sehr fraglich ist auch, was von ihnen nach dem Gang durch den Kantonsrat noch übrig bleibt und, wenn überhaupt, zur Abstimmung kommt. Warum sollen die Behörden-Initianten plötzlich mehr Einfluss auf ihre meist bürgerlichen Kantonsräte haben, nachdem sie nicht in der Lage waren, ihre Eckwerte in den Gegenvorschlag zur Flughafeninitiative einzubringen.Seit 1995 haben die Stimmbürger am 25. November erstmals die Chance, über die Grösse des Flughafens zu entscheiden. Wer diese Chance nicht packt, hat seinen künftigen Fluglärm redlich verdient. Es geht dabei nicht mehr um 250 000 oder 320 000 Bewegungen oder acht oder neun Stunden Nachtruhe, sondern einfach um die Wahl zwischen ungebremstem Wachstum wider Umwelt und Lebensqualität oder Rückkehr zur Vernunft.
Felix Jaccaz, Weisslingen
Flughafenlobby im Abwehrkampf
«‹Standort Zürich könnte einpacken›», Ausgabe vom 15. September
Aufgescheucht durch das Wirtschaftskomitee Pro Flughafeninitiative und Leserbriefe mit starken Argumenten für die Flughafeninitiative schiesst jetzt die Flughafenphalanx aus allen Rohren. Nur ist die Munition schon abgedroschen. Es sind wieder dieselben Argumente, mit denen man bereits die Politik vertrat, welche die Swissair in den Ruin führte, weil man die Grenzen der Schweiz im Luftverkehr nicht sehen wollte. Das Gedeihen der Schweizer Wirtschaft hängt nicht vom Flughafen ab. Die Abhängigkeit ist umgekehrt. Der Luftverkehr ist die konjunkturabhängigste und gleichzeitig die krisenanfälligste Branche.Selbst der starke Rückgang der Flugbewegungen nach der Swissair-Pleite hat keinen Wachstums- und Beschäftigungseinbruch zur Folge gehabt, nicht einmal im Kanton Zürich. Keine ausländische Firma ist weggezogen, nicht einmal in Genf, als dort Mitte der neunziger Jahre alle interkontinentalen Direktverbindungen wegfielen. Etliche sind sogar neu zugezogen. Die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft ist nicht abhängig von möglichst viel Luftverkehr, sondern von der Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen. Für deren Vermarktung auf dem Weltmarkt reicht die Kapazität von 250 000 Flügen in Kloten, wie sie für den Ausbau des Flughafens vorgesehen war, auch in Zukunft völlig aus, wenn man den umfangreichen wirtschaftlich nicht relevanten Flugverkehr entsprechend einschränkt. Mehr Flüge beeinträchtigen nur die Pünktlichkeit, auf die Geschäftsleute mehr Wert legen als auf möglichst viele Direktverbindungen. Es sind deshalb die Initiativgegner, die sich mit dem tatsachenwidrigen Aufbauschen der Bedeutung des Flughafens unglaubwürdig machen.Man darf dabei nicht vergessen, dass es sich beim neu gebildeten Komitee «Lebendiges Zürich» um eine Neugruppierung der Flughafenlobby handelt, angereichert mit Mitläufern aus Gefälligkeit oder weil sie nicht anders konnten. Ein Gebilde, bei dem Firmen- und Verbandsinteressen eindeutig Vorrang vor gesamtwirtschaftlichen und Landesinteressen haben, insbesondere auch was die Umwelt betrifft. Wehe, wenn jemand wie das Wirtschaftskomitee Pro Flughafeninitiative aus der Reihe tanzt, weil er die Sache unvoreingenommen betrachtet, so wird er gleich als Ketzer verfemt.Schlimm ist, dass diese Kreise, die in Luftverkehrsfragen bereits früher kläglich versagt haben, immer noch einseitig die Flughafenpolitik bestimmen können. Nicht einmal die Beschränkung der Flugbewegungen auf 320 000 fand ihre Gnade. Für sie gilt nur die Forderung des Flughafens nach unbegrenztem Wachstum. Gleichgültig, was dies für die betroffene Bevölkerung bedeutet. Der ZFI ist eine dubiose Lärmmessmethode, die nichts zur Beschränkung des Flugverkehrs auf ein erträgliches Mass beiträgt. Ändern lässt sich die Einseitigkeit der Flughafenpolitik nur mit einem klaren Volksentscheid für die Flughafeninitiative.
Walter Beckmann, Uster
Selbst kreierte Schreckgespenster
«‹Standort Zürich könnte einpacken›», Ausgabe vom 15. September
Seit einigen Monaten liegen harte Fakten auf dem Tisch, die die Argumente des Komitees für ein «Lebendiges Zürich» ad absurdum führen respektive das Gegenteil zeigen: abnehmende Flugbewegungen, aber starkes Wirtschaftswachstum, zunehmende Anzahl von Erwerbstätigen. Leider geht das Komitee mit keinem Wort auf diese Fakten ein, sondern droht fantasielos mit dem Schreckgespenst des wirtschaftlichen Ruins und dem Verlust von Arbeitsplätzen. Kontert man die Argumente der Initianten nicht, weil man sie nicht kontern kann? Solange es der Luftfahrtlobby nicht gelingt, die stichhaltigen Argumente der Befürworter zu entkräften, stimme ich bedenkenlos zweimal Ja! Ja zu einem vernünftigen Flughafen, ja zu einer gesunden Wirtschaft. Ein Nein ist lediglich ein Ja zum gesunden Portemonnaie der Luftfahrtlobby und der deutschen Fluggesellschaften.
Peter Dünner, Dübendorf
Kopf frei für die wirklichen Probleme
«‹Standort Zürich könnte einpacken›», Ausgabe vom 15. September
Apropos «lebendiges Zürich». Erstens: Haben wir nicht schon genug Leben in der Stadt? Probleme wie Messerattacken am Limmatquai mit tödlichem Ausgang, Gang-Schlägereien am Zürichseeufer mit unbekannten Folgen auf der Intensivstation, Gang-Streiche mit kaputten Scheiben an öffentlichen Gebäuden und vieles mehr. Kurz gesagt: viele Probleme, welche durch die Politik nicht angepackt werden.Und zweitens: Die Wirtschaft wuchs in den vergangenen Jahren - die Flugbewegungen aber nahmen stetig ab.Fazit: zwei Fliegen auf einen Schlag. Die Plafonierungsinitiative kann mit gutem Gewissen und einem Ja angenommen werden. Es wird für alle Anrainer des Flughafens ruhige Nachtstunden geben, ganz nach dem Motto «Für a tüüfe, gsunde Schlaf ...». Und unsere Politiker haben wieder einen freien Kopf für die anderen, wirklichen Probleme.
André Eigenmann, Ebmatingen
Für wie dumm werden wir gehalten?
«‹Standort Zürich könnte einpacken›», Ausgabe vom 15. September
Das Komitee für ein «lebendiges Zürich» behauptet, dass bei einer Annahme der Initiative unseren Touristen aus Übersee die Tür vor der Nase zugeschlagen wird und suggeriert damit, dass bei einer Nachtruhe von neun Stunden überhaupt keine Interkontinentalflüge mehr stattfinden können. Ein Blick in den aktuellen Flugplan zeigt Folgendes.Erstens: Sämtliche Flüge von und nach Nordamerika kommen nach 7 Uhr an und starten vor 22 Uhr, sind also nicht betroffen.Zweitens: Betroffen sind vier Destinationen in Asien, deren Flüge vor 7 Uhr ankommen, und eine Verbindung nach Südamerika, die nach 22 Uhr in Zürich startet. Es betrifft also nur rund 0,5 Prozent aller Bewegungen.Drittens: Von den wichtigen Destinationen Tokio und Seoul kommen alle Flüge am frühen Abend an. Von Bangkok und Singapore gibt es auch Anflüge, die nach 7 Uhr in Zürich eintreffen.Es müssten also die Flüge von nur zwei Destinationen aus Asien ein paar Minuten später starten und ein Flug nach Südamerika 40 Minuten früher in Zürich abfliegen, und die Tür zur Schweiz stünde unseren Touristen auch mit einer Ruhezeit wieder sperrangelweit offen.Für wie dumm halten uns die Mitglieder des Komitees für ein «lebendiges Zürich» eigentlich? Deshalb: Ja zu unseren Touristen, Ja zur Initiative!
Waltraud Borsodi, Egg
Leserbrief zu Usters Haltung zu den Anflugvarianten
Dass ein gegebenes Wort gehalten werden soll, finde ich gut und eher rar in der heutigen Zeit. Der Stadtrat von Uster hält an seiner Solidarität mit den Südgemeinden fest, die jeglichen Fluglärm von sich fern halten wollen. Ob da die Bevölkerung mitmacht? Uster ist doch von den Südanflügen praktisch nicht betroffen, hingegen von den Ostanflügen sehr wohl und vorausschauend in erheblichem Mass. Die Stellungnahme des Stadtpräsidenten von Uster wirkt ziemlich uninformiert, wenn er für ein Vorgehen gegen Deutschland plädiert. Welche Trümpfe hat Herr Bornhauser in seiner Hand? Keine! Es ist blauäugig zu glauben Deutschland an den Verhandlungstisch mit positiven Ergebnissen für die Schweiz zu bringen, wenn wir fortfahren unser nördliches Nachbarland zu brüskieren. Bekanntlich lehnt dieses auch den sog. gekröpften Nordanflug ab. Sollte die Schweiz das auch hierzulande umstrittene Anflugverfahren einseitig einführen, können wir bestimmt mit weiteren Retorsionsmassnahmen seitens Deutschlands rechnen. Der abgelehnte Staatsvertrag mit Deutschland lässt grüssen! Ich finde es leichtfertig, wenn ein Stadtoberhaupt für eine Pistenverlängerung der Piste 28 plädiert, die Unsummen von Geld verschwendet, nur um schwere Flugzeuge dort landen zu lassen. Glaubt er denn wirklich, dass sich Unique in ihrem Expansionsdrang an einer Kapazitätserweiterung hindern liesse? Herr Bornhauser hofft auf neue Verhandlungsmöglichkeiten, hofft auf Verhandlungserfolge, hofft auf den gekröpften Nordanflug, hofft auf leisere Flugzeuge. Und offenbar hofft er immer noch, dass der Süden des Flughafens gänzlich von Fluglärm verschont bleibt. Das Prinzip Hoffnung ist meines Erachtens im Lärmstreit um den Flughafen verfehlt. Hingegen plädiere ich für ein gesundes Augenmass für das Mögliche. Dazu gehört, dass sämtliche Anflugregionen, auch der Süden, ein gewisses Mass an Lärm zu ertragen haben.
Eugen Senn, Lindau
Erschienen am Dienstag, 11.
September 2007
© «Der Zürcher Oberländer» / «Anzeiger von Uster»
Beide erschienen am 10.9. im ZO
Unklare Äusserung eines Politikers
Zum Leserbrief «Extremlösungen helfen nicht weiter», Ausgabe vom 5. September
In seiner Antwort auf meinen Leserbrief «Plumper Spagat eines Politikers» versucht sich Kantonsrat Peter Reinhard damit herauszureden, dass er die Flughafeninitiative nur ablehne, weil er gegen extreme Lösungen sei, sich dafür aber für den Gegenvorschlag mit einer weniger starken Beschränkung der Flugbewegungen und einer geringeren Nachtflugsperre und für den Zürcher Fluglärmindex (ZFI) ausspreche. Diese Aussage bedarf zumindest einer Klärung. Der Gegenvorschlag, der eine Beschränkung der Flugbewegungen auf 320 000 und eine Nachtflugsperre von sieben Stunden vorsah, wurde vom Kantonsrat abgelehnt und ist somit nicht mehr relevant. Zur Abstimmung kommt lediglich der ZFI, eine reine Alibiübung, durch welche die Lärmbelastung und der Schadstoffausstoss, die auf den Flughafen zurückzuführen sind, überhaupt nicht vermindert, sondern höchstens umgelagert werden. Deshalb nochmals: Wenn Kantonsrat Reinhard ernsthaft etwas gegen die unbegrenzte Belastung der Bevölkerung durch die Emissionen des Flugverkehrs, die er ja auch als verantwortungslos erachtet, tun will, muss er sich für die Flughafeninitiative aussprechen. Nur so lässt sich etwas gegen die einseitige Beeinflussung der Flughafenpolitik des Bundes und der Kantonsregierung durch die Luftverkehrslobby unternehmen.
Walter Beckmann, Uster
Ganzer Kanton unter dem Lärmteppich?
Mit dem Lärmindex ZFIplus, dem Gegenvorschlag des Zürcher Regierungsrates zur Flughafeninitiative, wird uns vorgegaukelt, der Fluglärm und die Nachtruhestörungen werden kanalisiert. In Wirklichkeit aber versinkt der ganze Kanton Zürich nach und nach (Salamitaktik) unter einem Lärmteppich mit Schlafentzug. Es ist unerklärlich, weshalb Anflüge auf die Piste 28 neu über den Pfannenstiel und das Zürcher Oberland (Raum Wetzikon/Uster) erfolgen müssen. Mit den geplanten Pistenverlängerungen im SIL-Prozess wird in weiten Teilen des Kantons Zürich die Lebensqualität und Nachtruhe dramatisch verschlechtert. Die Flughafeninitiative ist die einzige Möglichkeit, welche die Zürcher Bevölkerung noch hat, um sich zur künftigen Entwicklung des Flughafens auszusprechen. Mit ihr kann sie ein schrankenloses Wachstum und damit die Zerstörung der Lebensqualität und Nachtruhe Hunderttausender verhindern.
Ernesto Reutimann, Wetzikon
Leserbriefe vom 6.9.07 im Oberländer
Die DVO zwingt zur Plafonierung
Am Morgen zwischen 6 und 7 Uhr landen von durchschnittlich 17 Flugzeugen 14 solche der Swiss. Die Swiss ist zu 100 Prozent eine Tochter der Lufthansa und damit faktisch eine deutsche Firma. Die deutsche Verordnung (DVO), die Deutschland erlassen hat, bewirkt somit, dass in Hohentengen ein paar hundert Einwohner vor dem Lärm deutscher Flugzeuge geschützt werden und im Süden von Zürich dafür 200 000 Leute brutal aus dem Schlaf geholt werden. Sozialwerke werden nicht belastet. Wenn die Plafonierungsinitiative angenommen wird und damit von 6 bis 7 Uhr Kloten nicht mehr angeflogen werden kann, werden grossmehrheitlich deutsche Interessen tangiert. Ohne DVO gäbe es die Plafonierungsinitiative nicht. Mit DVO gibt es keinen Grund, die Initiative abzulehnen. Die so genannten Wirtschaftskreise um das «weltoffene Zürich» behaupten immer wieder, dass die Annahme der Plafonierungsinitiative drastische Auswirkungen auf die Arbeitsplätze und die Wirtschaft habe (was mittlerweile wohl klar widerlegt worden ist). Selbst wenn Arbeitsplätze abgebaut werden müssten, könnte man gezielt süddeutsche Pendler, die ihr Brot am Flughafen Zürich verdienen und in Deutschland die Ruhe geniessen und auch dort Steuern zahlen, zugunsten von schweizerischen Arbeitnehmenden entlassen. Damit würden die schweizerischen Sozialwerke trotz Arbeitsplatzreduktion nicht zusätzlich belastet. Landerechte in Deutscher Hand Was die wenigsten von uns wissen: Deutsche Politiker argumentieren immer wieder, wenn das Problem des Lastwagentransites angesprochen wird, dass im Gegenzug zu den Transitrechten für Lastwagen die Schweiz im Rahmen der bilateralen Verträge für die schweizerischen Flugzeuge Landerechte in Europa erhalten habe. In Tat und Wahrheit hat nicht die Schweiz Landerechte erhalten, sondern die Swissair! Diese Landerechte sind auf die Swiss übergegangen, die heute eine deutsche Firma ist. Eine deutsche Firma verfügt heute über die Landerechte der Swissair und wir haben dafür die deutschen (und anderen europäischen) Lastwagen auf unseren Strassen. Dazu haben wir jeden Morgen noch den Lärm der meist deutschen Flugzeuge. Also: Plafonierungsinitiative Ja! Wer Nein stimmt, nimmt einzig die Interessen Deutschlands und deutscher Firmen wahr und richtet sich gegen die eigene Bevölkerung um den Flughafen Kloten und deren Lebensqualität.
Urs Dumermuth, Männedorf
250 000 Flugbewegungen reichen
Endlich erkennen und bekennen auch viele Wirtschaftsvertreter, Unternehmer und Ökonomen, dass ein Flughafen mit 250 000 Bewegungen pro Jahr auch in Zukunft durchaus überlebensfähig ist. Es ist doch sehr überraschend, dass die Anzahl der Erwerbstätigen zunahm, aber die Flugbewegungen seit dem Jahr 2000 abnehmen. Das ist ein totaler Widerspruch und zeigt nur wieder, wie künstlich die Flugbewegungen mit so genannten Billigflügen in Gang gehalten werden. Wer nach London ins Kino muss oder shoppen geht für zwei Tage in New York, hat entweder eine «Nach mir die Sintflut»-Einstellung oder aber ganz einfach in Zeiten, wo alle von der Klimaveränderung reden, nicht begriffen, dass er im gleichen Boot sitzt.
Anita Valentino-Mettler, Dübendorf
Erschienen am 5.9.07 im ZU
„Neues Komitee provoziert“, ZU vom 31. August 2007
Nicht das neue Wirtschafts-Komitee provoziert, sondern die ganze Flughafenpolitik der letzten Jahre ist eine dauernde Provokation für jene Menschen, die man beabsichtigt durch Fluglärm-Konzentration um Gesundheit und damit auch um ein lebenswertes Leben zu bringen! Immerhin ist seit der grossspurigen Veröffentlichung des Vertrages mit dem Volk auch der Hintergrund dieser Politik klar. Der in den Ausführungen enthaltene Ausspruch „die Starken (Super-Reichen) nicht schwächen“ macht klar, dass in erster Linie vom Volk verlangt wird, die Wünsche der Reichen zu erfüllen. Diese verlangen einen unbegrenzt wachsenden Flughafen, aber keinesfalls auch nur den kleinsten Anteil an Fluglärm über ihrem Wohngebiet. Deshalb versucht Frau Fuhrer seit Jahren krampfhaft mit Fluglärmkonzentration Slums zu errichten. Slums vernichten ja nicht nur die Lebensqualität, auch der materielle Wert einer unverhältnismässig belasteten Region sinkt auf den Nullpunkt. Dafür steigen die Werte in den begünstigten Gebieten nochmals enorm und das hintergründige Ziel der Flughafenpolitik: „Stärkt die Reichen und schwächt die weniger Reichen“, wäre erreicht. Dann wäre für die Zukunft geregelt wer das Sagen hat und wer die Lasten zu tragen hat. Wehren wir uns mit dem Stimmzettel. Stimmen wir Plafonierung JA! Sie wird nicht im verlangten Umfang umgesetzt werden und deshalb auch dem Flughafen nicht schaden, aber ein deutliches Zeichen setzen, dass wir mit der gegenwärtigen Flughafenpolitik nicht einverstanden sind!
Hans Burkhardt, Birchwil
erschienen im Tages-Anzeiger, 03.09.2007
Leserbriefe zum Artikel: Fluglärm: Krach unter Wirtschaftsexperten, TA vom 31. 8.
Die Wirtschaft kann mit «250'000» leben (Leserbriefe TA)
Negative Korrelation.
Endlich outen sich auch erfolgreiche Schweizer Ökonomen mit der Aussage, dass
die Wirtschaft mit einer Plafonierung der Flugbewegungen von 250'000 bestens
leben kann. Erstens: Es ist doch sehr überraschend, dass die Anzahl der
Erwerbstätigen zwischen 1991 und 2000 bei massiver Zunahme der Flugbewegungen
sogar leicht abnahm. Zweitens: Seit 2000 nimmt die Anzahl der Flugbewegungen von
Jahr zu Jahr ab, die Anzahl der Erwerbstätigen steigt jedoch sprunghaft an.
Fazit: In der Statistik nennt man so etwas eine negative Korrelation.
Eine solche wird auch durch Falschreden und Panikmache gewisser «Pro
Flughafen»-Wirtschaftsleute bzw. -Politiker nicht positiv!
ANDRE EIGENMANN, EBMATINGEN
Wacklige Beweisführung.
Es gibt sie noch, die Wirtschaftsvertreter und Unternehmer, die klar sagen, dass
ein Flughafen mit 250'000 Bewegungen pro Jahr auch in Zukunft durchaus
überlebensfähig ist. Dass diese Beurteilung der verbissenen Flughafenlobby nicht
ins Konzept passt und sie die andere Meinung als «plumpen Versuch» einer
Einmischung disqualifiziert, überrascht niemanden.
Wer jahrein, jahraus ins gleiche Horn bläst und pausenlos die Gefahren einer
Plafonierung für Wirtschaft und Gesellschaft gebetsmühlenhaft wiederholt, kann
nicht anders, als Andersdenkende ins Abseits zu stellen. Zu viel haben die
Wachstumsstrategen in ihre Argumentation investiert, zu viel steht für sie auf
dem Spiel, sollte ihre «Beweisführung» plötzlich an Bedeutung verlieren.
RICHARD MAURER, KLOTEN
Keine Wirtschaftsargumente.
Wie der TA richtig schreibt, ist es die Flughafenlobby und nicht die Wirtschaft,
die für einen grenzenlosen Flughafen eintritt.
Welches die «angeblich wirtschaftsnahen Kreise» sind, zeigt sich an den
Reaktionen vom Forum Zürich und dem Komitee Weltoffenes Zürich. Die Funktionäre
dieser Gremien haben, ausser ihren persönlichen Interessen, keine wirklichen
Wirtschaftsargumente für ein grenzenloses Wachstum des Luftverkehrs! Werden ihre
Scheinargumente von echten Vertretern der Wirtschaft zerzaust oder auch nur in
Frage gestellt, so wird nicht stichhaltig dagegen argumentiert, sondern reine
Polemik betrieben – es gibt halt keine Argumente, die für ein grenzenloses
Wachstum eines so volatilen, in letzter Konsequenz auch bevölkerungsschädigenden
Wirtschaftszweigs sprechen!
URS DIETSCHI, WEISSLINGEN
Zürich, ein attraktiver Standort.
Danke dem neu gegründeten Wirtschaftskomitee «Pro Flughafen-Initiative».
Tägliche Verbindungen ab Zürich mit 32 Flügen nach London oder 8 Flüge nach
Hamburg sind purer Luxus oder auch ein gesellschaftlicher Egoismus, der unsere
Lebensqualität langfristig stark beeinträchtigen wird. Tragen wir unserer Natur
mit Vernunft Sorge, damit unsere Kinder auch in Zukunft die
Standortattraktivität in Zürich und Umgebung erleben dürfen. Uneingeschränktes
Wachstum am Flughafen wird definitiv Konsequenzen für unsere Gesundheit und
unseren Lebensstandard haben. Wäre die grüne Schweiz bei 400'000 und mehr
Flugbewegungen für unsere ausländischen Touristen überhaupt noch attraktiv?
ELISABETH & ROY MÜLLER, ZÜRICH
Bald neu mit Deutschland verhandeln.
Es gibt auch vorausdenkende Wirtschaftswissenschafter und -fachleute: Bravo!
Vielleicht kommt die Einsicht wirklich erst mit der Erfahrung! Ein Land mit mit
7,5 Millionen Einwohnern und vier Flughäfen (Zürich, Basel, Genf, Agno) braucht
in Zürich keine Kapazitäten von über 250'000 Bewegungen pro Jahr.
Schliesslich hat der zweitgrösste französische Flughafen, Paris-Orly – der über
ein Marktpotenzial von mindestens 14 Millionen verfügt –, nur 230'000 Bewegungen
pro 2006 zu vermelden. Mit der Annahme der Plafonierungsinitiative kommt
Berechenbarkeit für alle Beteiligten ins System. Dann kann man auch mit
Deutschland wieder verhandeln.
URS KIRCHGESSNER, GOCKHAUSEN
Das Aviatik-Märchen.
Endlich äussern sich auch Wirtschaftskreise zum gebetsmühlenartig repetierten
Horror-Märchen der Aviatiklobby, wonach die gesamte Wirtschaft der Schweiz
zusammenbricht, Zehntausende von Arbeitslosen unsere Strassen als Obdachlose
bevölkern werden, und wir nicht mehr in die Ferien fliegen können, wenn auch nur
ein Flieger weniger in Kloten landen darf. Die Unabhängigkeit von Wirtschaft und
Flughafen wird jedoch von hochoffiziellen Statistiken von Unique selbst und vom
Bund untermauert. Von der Flughafenlobby und der entsprechenden Regierungsrätin
im Verwaltungsrat von Unique werden jeweils jedoch nur gekaufte Studien
kommuniziert, welche das Gegenteil behaupten wollen.
URS R. DUMMERMUTH, MÄNNEDORF
Business mit Shopping in New York.
Mit der Vorschrift zu einem Maximaltakt (maximal alle zwei Stunden ein Flug an
eine Destination), die durchaus mit marktwirtschaftlichen Instrumenten umgesetzt
werden kann, kann sichergestellt werden, dass genügend Verbindungen ab Zürich an
alle wichtigen Destinationen möglich sind. Ausserdem ist es eine Tatsache, dass
das Gros der Businessflüge reine Goodies der Arbeitgeber sind.
Natürlich braucht es teilweise physische Nähe, besonders bei bedeutenden
Projekten oder wichtigen Verkaufsabschlüssen. Doch den meisten ist klar, dass
statt eines Besuchs in New York mit anschliessendem (privatem) Shopping das
Meeting gut auch mittels Telefon- oder Videokonferenz abgehalten werden könnte –
das weiss ich aus eigener Erfahrung.
Zudem erwecken die so genannten Billigflieger generell Bedürfnisse, die bei
höheren Tarifen gar nicht erst entstehen würden. Und für Geschäftsreisende
besonders wichtig: Eine Plafonierung der Bewegungen reduziert Verspätungen – es
gibt nichts Ärgerlicheres als die stundenlange Warterei im Linienjet.
STEPHAN EBNÖTER, WEIACH
Leserbrief im ZOL 3.9.07
Die Wirtschaft ist erwacht
«Die Bedeutung des Flughafens in Zweifel gezogen», Ausgabe vom 31. August
Gegen die Vision «uneingeschränktes Wachstum ans Flughafen» stehen nun namhafte
Unternehmer und Professoren mit dem Wirtschaftskomitee pro Flughafen-Initiative
ein. Im Vordergrund stehen Qualität statt Quantität, Stopp der Fehlentwicklungen
des Flughafens und seines Siedlungsumfeldes sowie Infrastrukturbauten wie
Autobahnen oder Bahnanschlüsse ans europäische Hochgeschwindigkeitsnetz. In
viereinhalb Stunden von Zürich nach Paris per Schiene. Was für ein Erlebnis und
was tut ein Komfort ohne Stress! Jeder Schienentourist sowie Geschäftsmann ist
begeistert. Wollen wir nicht noch mehr solche Schienenverbindungen? Übrigens,
auf einer Zugreise sieht und erlebt man einiges mehr als in der Luft in Richtung
Ballermann.
Simonia Le Guerrier, Ebmatingen
Erschienen im "Hittnau Intern" am 30.8.07
Problematik Ostanflug und die Folgen für Hittnau
Gleich vorneweg: Falls die Piste 28 ausgebaut wird, werden die Flugzeuge nicht mehr nur nach 9 Uhr abends, sondern bereits von morgens um 6 bis Mitternacht im Zwei-dreiminutentakt über Hittnau und der weiteren Umgebung hinweg fliegen. Das werden dann pro Jahr bis 110'000 Anflüge übers Oberland sein oder 306 pro Tag respektive 17 pro Stunde. Z.Z. sind es pro Jahr etwa 7000 Flugzeuge. Am 26. Oktober 2006 wurde das Instrumentenlandesystem (ILS) eingeführt und seither wird der neue Ostanflug praktiziert. Nun fädeln sich die landenden Flugzeuge am Abend über Turbenthal auf dem Richtstrahl ein und auch das Zürcher Oberland ist vermehrt vom Fluglärm betroffen. Vor dem 26.10.07 geschah dieses Einfädeln über Winterthur. Und falls der Westwind weht wird diese Anflugsroute schon jetzt auch tagsüber geflogen. Bei Pistenausbau werden auch die grösseren und lauteren Maschinen via Ostanflug landen, die Schadstoffe ansteigen und die Immobilienpreise purzeln. Jeder Flug verbrennt gegen zehn Tonnen Treibstoff und lässt die CO2-Reduktionsziele im Kanton Zürich zur Alibiübung verkommen. Im Rahmen des Koordinationsgespräches 2 vom 6. Juli 07 im SIL Prozess (Sachplan Infrastruktur Luftfahrt) wurde in Bern die Stellungsnahme des Regierungsrats des Kantons Zürich präsentiert: Längerfristig eine Variante weiterverfolgen, die Nord und Ostanflüge sowie eine Pistenverlängerung beinhalten. Das heisst im Klartext, der Regierungsrat bietet Deutschland mehr An- und Abflüge über der Schweiz an, wenn im Gegenzug der Südanflug gestrichen werden kann. Mitschuld an dieser Kehrtwende haben unsere Nachbargemeinden: Die Bezirke Uster und Meilen haben sich im Rahmen dieses neuen SIL-Verfahrens für eine Nordausrichtung, aber auch für einen Pistenausbau und eine Ostkanalisierung der Anflüge ausgesprochen. Das Zürcher Parlament war bisher stets gegen einen Pistenausbau. Da neuerdings die «Systempartner» Swiss, Lufthansa und Unique gemeinsam im Kampf gegen die Initiative für eine realistische Flughafenpolitik antreten ist es umso wichtiger, dass die gesamte Bevölkerung sich informiert.
Mittwoch, 19.9.07 in Effretikon
Podiumsdiskussion zur Flughafeninitiative mit Robert Brunner, Kantonsrat Grüne, Steinmaur, Lorenz Habicher, Kantonsrat SVP, Zürich, Dr. Rolf Hartl, Geschäftsführer Erdöl-Vereinigung, Ralph Weidenmann, BFO-Co-Präsident, Nürensdorf. Beginn 20.00 Uhr (Türöffnung 19.30 Uhr) Birchsaal Effretikon (Kath. Kirche). Und noch etwas: Am 25. November 2007 können wir abstimmen ob wir maximal 250'000 Flugbewegungen und neun Stunden Nachtruhe wollen. Die Flughafenlobby «Unique-Lufthansa-Kanton Zürich» wird mit dem üblichen Geheul «verlorene Arbeitsplätze», «brauchen Megahub», «wichtige Drehscheibe» diese Initiative bekämpfen. Es ist wichtig, dass wir alle wissen, dass keine Korrelation besteht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Wohlstand und Flugbewegungen. Die Anzahl der Erwerbstätigen nahm zwischen 1991 und 2000 bei massiver Zunahme der Flugbewegungen leicht ab. Seit 2000 nimmt die Anzahl der Flugbewegungen ab, die Anzahl der Erwerbstätigen steigt jedoch sprunghaft an. Schlusszitat: Wer jetzt nicht aufwacht, hat in Hittnau für immer ausgeschlafen.
Franco Chelini, Hittnau
Erschienen am 24.8.07 im Zürcher Unterländer
„Der Luftverkehr kennt seine Grenzen“, ZU Sideline vom 15. August 2007
In Verkennung aller vorliegenden Tatsachen will uns Herr Bürgi als Fluglobbydiener vorgaukeln, ausgerechnet unsere Flughafenführung kenne ihre Grenzen. Dabei ist offensichtlich, dass nach dem die Swissair vernichtet und der Staatsvertrag abgelehnt wurde, nun die Fluglobby mit konsequenter Fluglärm-Konzentrierung den Menschen im Osten, Norden und Westen auch noch den letzten Rest an lebenswertem Wohnen vernichten will. In der bei unseren Flughafen-Turbos altbekannten Manier werden nur ihre Ansprüche berücksichtigt und mit verstärkter Arroganz die Bedürfnisse der wirklich von Fluglärm Betroffenen einfach unterdrückt! Genau dieser Machtanspruch und das sture Übergehen der wirklichen Probleme führte bis jetzt aber bei der Fluglobby nie zum vorgegebenen Ziel, sondern immer nur zu grösseren Belastungen für das gewöhnliche Volk, sei es durch mehr Lärm oder Übernahme der Kapitalverluste. Wenn von Wirtschaftsmotor gesprochen wird, so muss, wie heute bei jedem Motor, hier erst recht verlangt werden, dass er umweltverträglich und nachhaltig betrieben wird. Ein Motor, der angeblich nur laufen kann, wenn Zehntausenden die Lebensqualität total vernichtet werden darf, läuft nicht zeitgemäss. Seine Betriebsstrategie muss deshalb auf Fluglärmverteilung geändert werden, denn damit können die allermeisten Menschen und auch der Flughafen problemlos leben. Ein erster Schritt dazu ist ein JA zur Flughafeninitiative. Dies ist zurzeit für uns Normal-Bürger die einzige Möglichkeit, unserer Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Flughafenpolitik Ausdruck zu geben. Dies um so mehr, als Bundesrat Leuenberger erklärt hat: die Initiative werden wir so nicht umsetzen, aber als Zeichen nehmen, dass der Bürger ein Flughafenwachstum um jeden Preis nicht akzeptiert!
Hans Burkhardt, Birchwil
Erschienen am Montag, 13. August 07 im Oberländer
Osten als Bauernopfer
Zum Leserbrief «Aufs Fliegen verzichten», Ausgabe vom 3. August Erstaunlich, mit
welcher Naivität manche die Flughafenpolitik auf den Faktor Fluglärm reduzieren
und dabei verkennen, wie kaltschnäuzig und hinterhältig die Volksrechte
ausgehebelt werden. In der Zwischenzeit wissen wir, dass die omnipräsente Unruhe
im Zürcher Oberland mit dem Kuhhandel von Regierungsrätin Fuhrer und Deutschland
eine neue Dimension erreichen wird. Der Regierungsrat bietet Deutschland mehr
An- und Abflüge über der Schweiz an, wenn im Gegenzug der Südanflug gestrichen
werden kann. Das heisst dann, dass der Osten je nach Variante zwischen 45 000
und 128 000 Anflüge als Mehrbelastung zu ertragen hat. Somit wird der Osten das
Bauernopfer im Schachspiel «Unique-Lufthansa-Kanton Zürich» gegen die
Bevölkerung. Bürger, die den Hintergrund und die Fakten nicht kennen, werden
über den Tisch gezogen, aber glücklicherweise verzeichnet der Bürgerprotest
Fluglärm Ost ein starkes Mitgliederwachstum im Zürcher Oberland.
Franco Chelini, Hittnau
«Wiler Zeitung» vom 27. Juli 2007
Zürcher Fluglärm-Export
Mit der gleichen Unverfrorenheit, mit welcher der Fluglärm Zürichs
jahrzehntelang nach Deutschland exportiert wurde, will die Regierungsrätin Rita
Fuhrer aus Zürich nun die Region Wil-St. Gallen zudröhnen. Dadurch haben wir im
Osten des Flughafens mit einer Verneunfachung des Fluglärms zu rechnen. Dies
ganz im Gegensatz zur Zürcher Goldküste, die mit gerade mal 20 bis 57 Anflügen
pro Jahr auf das Pfleglichste geschont werden soll (Quelle der Zahlen:
Newsletter BFO des Bürgerprotests Fluglärm Ost, vom 20. Juli dieses Jahres.
Zuerst lädt man die Nachbarkantone St. Gallen und Thurgau aus dem SIL-Prozess
(Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt) aus und behauptet, sie seien ja nicht
betroffen. Anschliessend konzentriert man den Lärm genau dort und missachtet
gleich noch die Sicherheit mit den An- und Abflügen im gleichen engen Korridor.
Zürich hat jahrelang eine Verwaltungsvereinbarung betreffend der Anflüge über
Deutschland nicht eingehalten. Da dies nun nicht mehr geht, ist der Osten dran.
Offenbar wohnen da auch nur Zweitklass-Bürger. So geht man mit Nachbarn nicht
um! Diese Politik ist arrogant und verwerflich. Wehren wir uns mit allen legalen
Mitteln für unsern Lebensraum! Wir müssen laut, sehr laut sein!
Thomas Vögeli, Bronschhofen
erschienen in der NZZ 21.7.07
Die Zahl der Flugbewegungen steigt und parallel dazu CO2-Ausstoss und Lärm. Mit grosser Besorgnis verfolge ich die Entwicklung, die alle Empfehlungen der CO2-Reduktion missachtet und die sogar längere Pisten für grössere und noch mehr Flugzeuge bringen soll (NZZ 7. 7. 07). Was nützt der boomende Wirtschaftsstandort, wenn nicht langfristig darüber nachgedacht wird, ob weniger nicht mehr sein könnte? Wer hat das Recht, den Himmel mit Lärm zu beschallen und mit Abgas zu verpesten? Die Luft ist unser aller Lebensgrundlage, und niemand hat die Freiheit, sie zu missbrauchen. Es geht um mehr als «nur» Lärm(um)verteilung. Ich wünsche mir weitsichtige und mutige Regierungsangehörige. Soll die Piste für Tausende von Passagieren gebaut werden, die Flugzeuge für Ferien- und Geschäftsreisen wählen und sich über die günstigen Preise freuen? Bis abgasarme oder gar abgasfreie und leise Flugzeuge entwickelt sind, dürfen wir nicht weiter expandieren, sondern müssen reduzieren.
Martha Gehring (Aadorf-Guntershausen)
© 19.07.07 «Der Zürcher Oberländer» / «Anzeiger von Uster»
Pistenverlängerung unbedingt verhindern
«Flughafenpolitische Kehrtwende», Ausgabe vom 7. Juli
Da die Gemeindepräsidenten der Bezirke Uster, Meilen und Horgen einen Pistenausbau befürworten, fühlt sich Regierungsrätin Fuhrer legitimiert, an diesem Plan festzuhalten, obwohl sich der Kantonsrat wiederholt gegen Änderungen am Pistensystem ausgesprochen hat. Ein weiteres Indiz dafür, dass Fuhrer in erster Linie Unique- Verwaltungsrätin ist, nur den Flughafen vertritt und die Bevölkerung verkauft. Glücklicherweise hat der Bürgerprotest Fluglärm Ost die Petition «Kein Pistenausbau» an den Bundesrat lanciert. 17 Gemeindepräsidenten, 39 Kantonsräte, 7 Nationalräte und 1 Ständerat traten dem Unterstützungskomitee bei. Leider fehlen auf dieser Liste fast alle Zürcher Oberländer Politiker. Ihre Schlagwörter «CO2- und Feinstaub-Reduktion» verkommen zur Farce. Am 21. Oktober sind National- und Ständeratswahlen, und voraussichtlich am 25. November haben wir Stimmberechtigten im Kanton zu entscheiden, ob wir maximal 250 000 Flugbewegungen und neun Stunden Nachtruhe wollen.
Franco Chelini, Hittnau
Erschienen im Tagi, 16.7.07
Pistenausbaupläne: Gemeinden sind entsetzt / Erneut Drohgebärden aus
Deutschland, TA vom 10. 7.
Der Kanton Zürich wird zweigeteilt. Ich frage mich, auf welcher Grundlage die
Regierung des Kantons Zürich im SIL-Prozess Varianten mit Pistenverlängerungen
vertritt. Sicher nicht auf einer wirtschaftlichen, denn die Wirtschaft braucht
keinen teuren Pistenausbau. Selbst in der Wirtschaft und ein wenig in der
Politik tätig, zweifle ich langsam an unserem politischen System, an der
Integrität der Regierung und an deren strategischem Geschick. Vor den Wahlen hat
sie mit 6:1 Stimmen den Beschluss gefasst, in der Stellungnahme zum SIL-Prozess
auf Varianten mit Pistenverlängerung zu verzichten, und verleugnet sich jetzt
mit einer 180-Grad-Kehrtwende selbst, unter der fadenscheinigen Begründung, dass
sich fünf von zwölf Bezirken für eine Pistenverlängerung ausgesprochen haben.
Das ist billigste Wahltaktik und eine Verhöhnung der Wähler. Dreimal haben die
Volksvertreter im Kantonsrat beschlossen, auf Veränderungen am Pistensystem zu
verzichten und ein entsprechendes Postulat eingereicht. Die Regierung setzt sich
darüber hinweg, genauso wie über Behördeninitiativen und Konzepte, die den
Fluglärm an der Wurzel packen und - ohne Einbussen für die Wirtschaft - für alle
erträglich machen würden. In diesem Stil hat sie in der Vergangenheit Anliegen
und Vereinbarungen mit Deutschland ignoriert und uns damit den heutigen
Lärmschlamassel überhaupt eingebrockt. Prädikat: nicht lernfähig! Und jetzt das:
Mit dem gekröpften Nordanflug glaubt man den Schlüssel für einen lärmfreien
Süden und ein Verhandlungspfand gegen Deutschland in der Hand zu haben.
Geflissentlich wird dabei übersehen, dass Deutschland mit der Flugüberwachung am
längeren Hebel sitzt. Um den übermächtigen Gegner im Norden nicht über Gebühr zu
reizen, soll er jetzt mit einem Opfer beruhigt werden: Der Fluglärm wird im
Osten und Westen konzentriert, Pistenverlängerungen machens möglich. Die
Gemeinden und Menschen in diesen Gebieten sind unbedeutend, offenbar weniger
wert als jene im Süden Zürichs oder Deutschlands. Diese Haltung der Regierung
gibt zu denken. Sie wird im hedonistischen Zeitalter zwar leicht «demokratische»
Mehrheiten finden, genauso wie die fünf Bezirke für die Pistenverlängerung. Aber
Enteignungen, Entwertung von Heim und Grund, Minderung der Lebensqualität und
Entzug der Lebensgrundlage für viele Gemeinden sind die Folge und lösen bei den
Behörden und bei der betroffenen Bevölkerung Ohnmachtsgefühle und Wut aus:
Emotionen, die schwer zu kontrollieren sind. Wie abgehoben müssen unsere
Regierungsvertreter sein, dass sie das Risiko einer Spaltung des Kantons Zürich
nicht sehen, oder wie arrogant sind sie, diese bewusst einzugehen? Kommt hinzu,
dass sie nicht einmal im Ansatz ein Konzept haben, wie man die betroffenen
Gemeinden und Menschen entschädigen könnte. Zermürbung ist eine destruktive
Taktik, Menschenverachtung eine entwürdigende. Nicht jedes Mittel ist recht, um
den Süden lärmfrei zu machen.
ULRICH WYDLER, NÜRENSDORF
Tösstaler, 12.7.07
Fluglärm: Viel Frust, keine Überraschung
Windsäcke sind beidseits offene, hohle Schläuche, zeigen den Piloten immer die aktuelle Windrichtung an und gehören auf jeden Flugplatz – aber keinesfalls in die Politik!!
„Wer verliert, wenn 4 gewinnt“ titelte ich vor den Regierungsratswahlen und kam zum Schluss, dass wir gut daran täten, das Viererticket Fuhrer/Gut/Heiniger/Kägi nicht in den Regierungsrat zu wählen, wenn der Osten nicht vollends zum Fluglärmghetto verkommen soll. Nach der Präsentation der 19 technisch möglichen Betriebsvarianten, die in den SIL-Prozess eingebracht werden können, verkündete der Regierungsrat – noch in alter Zusammensetzung - er wolle auf Pistenausbauten verzichten. Dass dies nur leere Wahlkampfrhetorik sein konnte war offensichtlich, fünf von sieben Regierungsräten wollten zu diesem Zeitpunkt schliesslich wieder gewählt werden. Seit dem 6. Juli 2007 wissen wir, dass sich Unique-Verwaltungsrätin Rita Fuhrer im Regierungsrat durchsetzen konnte: Der Flughafen soll inskünftig schwergewichtig mit einer Nord- und Ost-Ausrichtung betrieben werden und künftige Pistenausbauten sollen möglich sein. Mit dem ausdrücklichen Verzicht auf Parallelpisten geht jede künftige Entwicklung des Flughafens zu Lasten des Ostens. Den Entscheid, den Ostanflug weiter zu forcieren, begründet Rita Fuhrer damit, dass „aus den Gemeinden deutliche Signale“ gekommen seien. Deutliche Signale sind tatsächlich gekommen: Rita Fuhrer ist vor drei Monaten beinahe nicht wieder gewählt worden, was sie mit den Worten kommentierte, sie sei eben vom Flughafen-Osten abgestraft worden. Noch deutlichere Signale gegen einen grenzenlos wachsenden Flughafen sind die beiden gültig eingereichten Volksinitiativen: Eine verlangt die Begrenzung bei maximal 250’000 Bewegungen jährlich sowie eine Nachtruhe von 9 Stunden und die andere eine faire Verteilung des Fluglärms. Genauso deutlich sind die beiden eingereichten Behördeninitiativen: Eine verlangt die Begrenzung bei maximal 320'000 Bewegungen jährlich und die andere ein Pistenmoratorium. Darüber hinaus hat der Zürcher Kantonsrat Pistenausbauten zwei Mal abgelehnt. Das sind deutliche Signale, sie zu ignorieren ist arrogant und zeugt von null Respekt vor Demokratie und Rechtsstaat. Den Richtungswechsel des Regierungsrates begründet Rita Fuhrer im Tagi-Interview übrigens so: „Der Druck der Bevölkerung gegen Veränderungen an den Pisten war ausserordentlich hoch“ und „Jene wurden am besten gehört, die am lautesten protestierten“. Wo sie recht hat, hat sie recht: Wir ALLE sollten uns endlich aktiv, dezidiert, unablässig und unüberhörbar für unsere Interessen zur Wehr setzen. Es geht um Gerechtigkeit und die Erhaltung der Qualität unseres Lebensraumes. Die blauen Bürgerorganisationen BFO und FLS heissen Sie gerade jetzt sehr herzlich willkommen.
Stefan Rüegg, Turbenthal
«Wieder kippt der Regierungsrat»,
«Landbote» vom 7. Juli.
alle drei Leserbriefe erschienen im Landobte vom 10.7.07
Die Zürcher Regierung ist erneut umgefallen. Sie will nun den Osten opfern, um den Süden zu schonen. Für mich ist nicht nachvollziehbar, weshalb der entfernte Süden von allen An- und Abflügen verschont wird und die Bevölkerung im Westen, Norden und Osten die Hauptlast der Emissionen tragen soll. Das Argument, nur so wenige Personen wie möglich mit Fluglärm eindecken zu wollen, sticht nicht. Es gibt nicht zwei Klassen von Bürgern. Warum merkt das unsere Volkswirtschaftsdirektorin und Unique-Verwaltungsrätin Rita Fuhrer nicht endlich, dass erst, wenn alle Regionen bereit sind, einen Teil des zusätzlichen Lärms zu übernehmen, eine allseits akzeptierbare Lösung machbar wird? Der Bevölkerung in allen Himmelsrichtungen bleibt nur ein Ausweg – wir verpassen mit der Flughafeninitiative dem unsäglichen Grössenwahnsinn am 25. November 2007 an der Urne einen Deckel.
Fritz Kauf, Bassersdorf
Man hat es ja es geahnt, die seinerzeitige, tendenziöse Medienmitteilung des Regierungsrates zur konsultativen Konferenz liess nichts Gutes ahnen. Trotzdem müssen die Anwohner und Anwohnerinnen im Osten des Flughafens nun doch enttäuscht zur Kenntnis nehmen, dass der Zürcher Regierungsrat innerhalb von bloss sechs Monaten eine Kehrtwende vollzogen hat. Der Druck der Flughafenlobby war also stärker. Das ist feige und widerspricht auch klar der Meinung des Kantonsrates, der sich mehrere Male gegen jegliche Pistenausbauten aussprach. Besonders stossend dabei ist, dass man nach dem Willen des Regierungsrates vor allem den Norden und Osten mehr belasten, den Süden aber klar entlasten will. Eine solche Haltung widerspricht jeglichem Demokratieverständnis. Es ist mir auch klar, dass das SIL-Objektblatt einen sehr langfristigen Planungshorizont hat. Unter diesem Aspekt betrachtet, erscheint einem da die Haltung der Zürcher Regierung geradezu mut- und visionslos: Wenn sie schon eine Abkehr von ihrem ursprünglichen Grundsatzentscheid macht, dann hätte sie doch konsequenterweise auch noch andere Optionen als nur die Westpistenverlängerung in Betracht ziehen sollen. Dieser Entscheid ist nun wirklich weder «gix» noch «gax» und zeigt wiederum die Orientierungslosigkeit des Kantons Zürich. Gewonnen hat niemand, verloren aber ganz klar der Osten.
Priska Seiler Graf, Kloten, Dachverband Fluglärmschutz, Kantonsrätin SP
Rita Fuhrer versuchte bereits letzten Dezember, die Ostausrichtung und Pistenverlängerung in den SIL-Prozess einzubringen. Aus wahltaktischen Gründen stimmten die FDP-Regierungsräte nicht für dieses Anliegen. Die Wahlen sind vorbei und der Kanton Zürich vertritt jetzt plötzlich die Ostausrichtung samt Pistenausbau in Bern. Die Legitimation für diesen Stimmungswechsel holen sich die bürgerlichen Regierungsräte vom nicht legitimierten Gremium der «konsultativen Konferenz». Die Forderung der Goldküste nach einer Verlagerung der Südanflüge auf den Osten und ein Ausbau der Kapazität zur Befriedigung der Vielfliegerwünsche sind für Fuhrer, Kägi, Heiniger und Gut die moralische Legitimation. Es ist beschämend, wie hier die Bevölkerung von ihrer eigenen Regierung in zwei Klassen aufgeteilt wird. Moralisch noch verwerflicher ist die Tatsache, dass das unsicherste Flugregime zum künftigen Hauptanflugregime ausgebaut werden soll. Bei keinem anderen Landeanflug werden so viele Sicherheitsempfehlungen der ICAO verletzt und kein anderer Anflug benötigt ein solch hohes Sichterfordernis wie der Ostanflug. Trotz dieser Risiken soll die Privilegierung der Region Süden wichtiger sein, als die Einhaltung der internationalen Sicherheitsempfehlungen. Da nützt es auch nichts, dass 31 Skyguide-Mitarbeiter sich schriftlich an das Bundesamt für Zivilluftfahrt wendeten, und auf diese Risiken im Osten hinwiesen.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
Leserbriefe auf den Artikel von Bieri im Tagesanzeiger vom 3.7.07
‚Swissair-Businessmodell’ würde längere Pisten erfordern!
Die Rezeptur von Hrn. Bieri ist gut gemeint und überrascht weniger vom Inhalt denn von der klaren Positionierung der Redaktion des Tages-Anzeigers. Wer es zulässt, dass diese Sicht der Dinge in diesem politisch entscheidenden Moment veröffentlicht werden darf, nutzt die Macht der Medien auf bedauerliche Weise. Einmal mehr erkennen wir, dass die Identität des Kantons Zürich eng mit dem Kapital gekoppelt ist. Wen wunderts, wenn in diesem Kontext rein wirtschaftliche Ueberlegungen ins Feld geführt werden. Und auch das Recht der Mehrheit, über eine Minderheit zu verfügen, als Mittel zum Zweck der Kapitalvermehrung herhalten muss. Ob soviel Logik muss jede Demokratie und jede nachhaltige Wertschöpfung ersticken. Reine Schulbildung gepaart mit Grössenwahn haben uns doch gerade eben Steuermilliarden für die Swissair gekostet. Im Fall Flughafen Zürich wird zwar vom Staat keine finanzielle Hilfe gefordert wird, dafür kapitalisierbare Narrenfreiheit am Himmel. Liebe Zürcher, hört endlich mit euren Businessmodellen auf, die kurzfristig nach staatlicher Bevorteilung schreien und letztlich in den Händen ausländischer Investoren landen. Wenn ihr wirklich etwas auf der Kiste habt, dann macht das, was ihr beim Swissair-Grounding verpasst habt: Werdet endlich mutig und hört auf, euer Wachstum auf einem banalen ‚Mallorca-Umsteige-Konzept’ abzustützen!. Dazu braucht es weder längere Pisten noch eine Neuausrichtung des Flughafens. Sondern neben reinem Zahlenverständnis auch die Leidenschaft, langfristig Unique (einzigartig), Independent (unabhängig) und Admired (bewundert) zu sein/werden! Dann wirdes auch nicht mehr nötig sein, Macht und Einfluss über die Medien auszuüben.
Josef Imhof, Balterswil
Die Berichterstattung in der heutigen Ausgabe des Tagesanzeigers über die bevorstehenden SIL- Gespräche war tendenziös und widerspricht jeder journalistischen Verantwortung. Dass ein im Süden wohnhafter Redaktor des Tagesanzeigers dermassen in eigener Sache lobbiieren darf, ist ein Skandal! Für die SIL –Runde vom kommenden Freitag wünsche ich mir endlich Gerechtigkeit im Sinne einer fairen Flugverteilung in alle Himmelsrichtungen und für den Herbst: ein JA zur Flughafeninitiative!
Christa Kaufmann, Bichelsee
„Ohren zu, Nase voll, Augen auf“, ZU Sideline vom 27. Juni 2007
und Forum ZU 30.Juni „Die rüden E-Mails und der Grundlagenirrtum“
Ob die Sensibilisierung der Bürger durch die Fluglärmorganisationen gescheitert ist, wird sich erst noch weisen. Fest steht aber, dass die Flughafenstrategie unserer Politiker, dank steter Unterstützung der Wünsche der Fluglobby, unsere Swissair vernichtet hat und die eingefahrenen Verluste wurden und werden immer noch (siehe Swissairprozess) von uns Bürgern getragen! Auch die Folgen des ebenfalls durch die Politiker abgelehnten Staatsvertrages sollen nun jene tragen, die dazu überhaupt nichts zu sagen hatten! Fluglärm ist aber nicht einfach ein Unrecht, das gewisse Kreise in unbegrenztem Ausmass hinzunehmen haben, sondern eine Störung. Der Wunsch Attenhofers, für gewinnträchtigeren Flugbetrieb Menschen in dafür ausgegrenzten Zonen mit konzentriertem Fluglärm vorsätzlich so „stark zu stören“, dass dort ein lebenswertes Leben nicht mehr möglich ist, darf deshalb nicht akzeptiert werden. Seine konfusen Argumente zeigen auf, wie unwissend und aus Distanz von massgebenden Stellen über Fluglärm argumentiert wird, damit endlich die Umverteilung, hier unbegrenzten Lärm, dort tiefe Steuern und angenehmes Wohnen, vollzogen werden kann. Umgesetzt auf knappe Lebensmittel würde dies bedeuten: Hunger haben müssen ist ein Unrecht, damit aber möglichst wenige hungern müssen, lassen wir einige Tausend verhungern und dafür können die anderen in Saus und Braus leben!
Bananenproduzenten haben mittlerweile eingesehen, dass rücksichtsloser Umgang mit Bevölkerung und Natur, zwar kurzfristig hohen Gewinn ermöglicht, aber zu grosse Schäden verursacht und damit den langfristigen Erfolg verhindert. Wann realisieren unsere Politiker, dass unser Flughafen mit Lärmkonzentration mehr vernichtet als er erarbeiten kann?
Wir Bürger dieses Kantons brauchen einen langfristig zuverlässigen und menschenverträglichen Flughafen und nicht unsichere Versprechen für Arbeitsplätze, die auf der totalen Vernichtung der Lebensqualität von 47'000 Menschen basieren. Dazu braucht es ein klares politisches Bekenntnis zur Fluglärmverteilung! Im Flughafen-Umfeld, wo Eigennutz vor Anrecht aller Menschen auf ein lebenswertes Leben steht, als Politiker dies zu fordern, braucht allerdings etwas mehr Mut, als via Zeitung Bürgerorganisationen lächerlich zu machen, die sich für ein auch zukünftig, trotz einem Anteil Fluglärm, noch lebenswertes Umfeld ihrer Region einsetzen.
Hans Burkhardt, Birchwil
ZU vom 3.7.07
Swiss CEO Franz fordert eine Pistenverlängerung der Ostpiste und beklagt sich, dass darüber nicht schon vor langer Zeit diskutiert worden ist. Hier irrt sich Franz jedoch. Die Projekte einer Pistenverlängerung und einer Parallelpiste wurden von Unique schon vor über 10 Jahren vom dazumaligen Masterplaner erarbeitet. Nur kam diesem Ausbau von zusätzlicher Kapazität etwas Entscheidendes dazwischen: Das Grounding der Vorgängerorganisation Swissair. Wegen Grössenwahn gescheitert, erinnert der Niedergang der einstigen Vorzeigeunternehmung interessanterweise auch etwas an die heutige Situation. Ohne Rücksicht und auf Kosten anderer zu wachsen kommt selten gut. Dies sollte sich CEO Franz zu Herzen nehmen, sonst bleibt dem Volk nur ein einziger Lösungsweg: JA zu einer realistischen Flughafenpolitik im November an der Urne
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
Tagesanzeiger, 27.6.07
Michael Magee, Birchwil
ZU-Sideline Artikel / Erschienen am 30.6.07
Jeder Woche erscheint im "ZU" ein Sideline Artikel; in jüngster Zeit meistens zum Thema Fluglärm. Interessanterweise stöhnen die Protagonisten - diese Woche Kantonsrat Attenhofer, vor zwei Wochen Klotens Stadtpräsident Huber - immer über die zu grosse Aufmerksamkeit eines ach so kleinen Problems. Gleichzeitig wählen sie exakt dieses Thema aus, um darüber ausführlich zu schreiben. Und meistens zeichnen sich diese Artikel mit Hohn und Spott aus gegenüber den Menschen, die sich für ihre Lebensqualität einsetzen. Huber benutzte die Worte seiner Tochter um seinen eigenen Mitbürgern zu sagen "dann zieht doch endlich weg, wenn es euch stört". Attenhofer verspottet all die Menschen, die sich für eine realistische Flughafenpolitik einsetzen. Wenn der Inhalt des Attenhoferschen Sideline Artikels wenigsten noch ansatzweise interessante Ansichten hätte, müsste man sich ernsthafter mit seiner Meinung auseinander setzen. So ist es lediglich ein "Sideline" Artikel, der ins Deutsch übersetzt ja "Seitenlinie" bedeutet. Als Auswechselspieler an der Seitenlinie regt sich Attenhofer eigentlich nur darüber auf, dass er nicht mitspielen darf. Dabei könnte er als Kantonsrat doch einen ähnlich guten Job machen. Er müsste sich nur für die Bevölkerung einsetzen, statt - mit Tinte und Papier bewaffnet - diese zu verspotten.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
„Verschiedene Ansichten“, ZU Sideline vom 13. Juni 2007
Rundum herrschen Bedenken, dass unser Flughafen in Zukunft anders geführt wird, als es sich die Menschen aus ihrer jeweiligen Sicht vorstellen!
Woher diese Angst um die eigene Zukunft, sei es nun Flughafen oder Mensch?
Sie rührt daher, dass Politiker auf Druck der Fluglobby nach wie vor versuchen, Flugzeuge tief über den Menschen Kurven fliegen zu lassen und den Lärm über gewissen Regionen gar zu konzentrieren. Dabei wird keine Rücksicht darauf genommen wie stark und wie lange die dann Betroffenen belärmt werden. Wichtig ist allein, unter allen Umständen das Gebiet der entfernten „Südschneiser“ von Fluglärm frei zu halten. Diese haben ja immer so konsequent für den Ausbau des Flughafens gestimmt, dass sie dafür mit Fluglärmfreiheit belohnt werden müssen, sonst könnte eventuell für den zukünftigen Ausbau die Unterstützung dieser „Forderungsgewohnten“ verloren gehen!
Um den Menschen zusammen mit dem Flughafen eine Zukunft zu verschaffen braucht es aber nicht mit Fluglärmfreiheit gekaufte Stimmen, sondern ein klares Bekenntnis zur Optimierung und Verteilung des Lärms. Damit können die meisten Menschen leben und die Wenigen die dann den Lärm nicht ertragen, sollen „zügeln“!
Mit einem Ja zur Plafonierung halten wir als Bürger unseren Einfluss auf den Flughafen offen, ohne dessen Betrieb zu gefährden. Dies deshalb, weil Bundesrat Leuenberger ausgesagt hat, die Plafonierung werden wir nicht umsetzen, aber als Zeichen deuten, dass rücksichtsloses Wachstum vom Volk nicht länger akzeptiert wird!
Hans Burkhardt, Birchwil
ZOL 14.6.07
Indirekte Südanflüge über den Osten?
Mit der Forderung der Bürgerorganisation Verein Flugschneise Süd Nein (VFSN) und
der politischen Vertreter vom Fluglärmforum Süd und den Bezirken Meilen und
Horgen nach der Ostausrichtung plus Pistenausbau wird gleichzeitig der indirekte
Südanflug gefordert. Wieso die Bezirksvertreter aus Uster das Zürcher Oberland
und deren Bevölkerung für das künftige Flugregime opfern wollen, bleibt vorerst
ungeklärt. Fakt ist jedoch, dass der Bezirk Uster als ideale Betriebsvariante
«die Hauptlandepiste im Osten» fordert. Das Zürcher Oberland wird dadurch von
morgens um 6 Uhr bis Mitternacht im Zweiminutentakt überflogen und infolgedessen
zur eigentlichen Hauptanflugachse (Geifensee, Uster, Pfäffikon, Hittnau, Bauma)
werden. Der wahrscheinlichste Grund für diese Selbstopferung ist die
Mitgliedschaft im Gemeindeverbund Fluglärmforum Süd.Die Goldküstenvertreter
haben ihren Mitgliedergemeinden vorgegeben, was man zu fordern hat, um die
Südanflüge wegzubringen. Dummerweise ist der Bezirk Uster sowie das restliche
Zürcher Oberland vor allem vom Ostanflug betroffen!Die Forderung des Bezirks
Uster ist nun von der Volkswirtschaftsdirektion veröffentlicht worden. Offenbar
haben die Behördenvertreter von der Volkswirtschaftsdirektion schriftlich
verlangt, dass ihre Stellungnahme (die Forderung nach der Hauptanflugachse via
Zürcher Oberland) anonymisiert wird. Damit soll verhindert werden, dass die
eigene, verratene Bevölkerung weiss, wer im Cockpit der Kamikazemaschine sitzt.
Dies zeigt jedoch auch, dass sie das Zürcher Oberland vorsätzlich opfern wollen.
Ehre und Vaterlandsliebe - wahrscheinlich gab es dies wirklich nur im Zweiten
Weltkrieg.Die Bevölkerung in den betroffenen Zürcher Oberländer Gemeinden ist
gut beraten, wachsam zu bleiben und gegen die geforderte Ostausrichtung mit
Pistenausbau zu stimmen.
Stefan Besmer, Hittnau
ZOL 14.6.07
Wider die Anliegen der Bevölkerung
Der Bezirk Uster hat im laufen- den SIL-Prozess (Sachplan Infrastruktur
Luftfahrt) seine Wünsche zum künftigen An- und Abflugregime am Flughafen Zürich
veröffentlicht. Da die Bezirksvertreter im Fluglärmforum Süd Mitglied sind,
haben sie die Forderung der Goldküstenvertreter eins zu eins übernommen. Die
ideale Variante - nach den Wünschen von Uster - wäre die Hauptanflugrichtung von
Osten. Damit soll also das Zürcher Oberland inklusive Uster die neue
Hauptanflugachse werden!Es ist schon bedenklich, dass man amateurhaft einfach
die Forderung der «Südschneiser» übernommen hat, ohne zu merken, dass der Bezirk
Uster vom Ost- und nicht vom Südanflug betroffen ist. Wenn nach dem Willen der
Bezirksvertreter von Uster nun also künftig von 6 Uhr bis Mitternacht
hauptsächlich über das Zürcher Oberland gelandet wird (via Uster, Bauma in einer
Kurve ins Tösstal), dann darf sich die Bevölkerung bei ih-ren eigenen Politikern
bedanken. Wahrscheinlich haben dies die Bezirksvertreter geahnt, denn sie
verlangten von der Volkswirtschaftsdirektion die Anonymisierung ihrer
Stellungnahme. Es soll ja keiner verantwortlich sein ...
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
erschienen im Tagesanzeiger vom 31.3.07
(KR-Podiumsdiskussion in Bülach / Tagi vom 30.3.07(
SVP-Grossmann für Pistenausbau
Im Artikel zur Podiumsdiskussion in Bülach spricht man von Einigkeit der
Kantonsratskandidaten , dass ein Pistenausbau nicht in Frage komme. Dies stimmt
nicht ganz. Der SVP Vertreter aus Wallisellen, KR Grossmann, ist sowohl für
einen Pistenausbau wie auch für das Projekt RELIEF. Er war einer der zwei
Kantonsräte des Zürcher Unterlandes, welche ein Pistenmoratorium im Kantonsrat
ablehnten. Genauso wie seine Gemeinde Wallisellen befürwortet er das Projekt
RELIEF. Er will also alle Anflüge im Osten konzentrieren und die Starts nach
Norden. Dass damit das Zürcher Unterland weitesgehend unbewohnbar wird, ist ihm
egal, da seine Gemeind südlich des Flughafens liegt. Es ist wichtige, dass die
Wähler des Bezirks Bülach dies wissen, vor allem diejenigen, die sich für die
Lebensqualität im Unterland einsetzen. RELIEF und Pistenausbau gehört sichern
nicht dazu!
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
erschienen im Anzeiger von Uster
Ökologisches Denken und Handeln der Luftfahrtindustrie
Oekologisches Denken und Handeln schliesst entgegen der allgemeinen Annahme eine blühende Wirtschaft nicht aus. Ganz im Gegenteil! Es zwingt sogar zur Innovation (Technik, Ressourcen-Management, Organisation, Verhalten) und bringt damit nachhaltige Arbeitsplätze. Das kann man von der Luftfahrtindustrie jedoch nicht sagen. Da werden Geschäftsstrategien geändert und innert Monatsfrist Arbeitsplätze von einem globalen Ort an den anderen verlagert. Ein sprechendes Beispiel ist das Vorhaben der Air Berlin, die sich unkontrolliert in Zürich ausbreitet. Der Flughafen Zürich verkommt zur Ballermann-Drehscheibe der Deutschen. Es reicht noch nicht, dass Deutschland den Fluglärm über das am dichtest besiedelte Gebiet der Schweiz stülpt, nein, nun kommen die deutschen Fluggesellschaften direkt in die Schweiz, um uns mit einem deutschen Drehkreuz in Zürich zu bodigen. Den Schaden trägt die Schweizer Bevölkerung, welche rund um den Flughafen lebt und von der bürgerlich dominierten Zürcher Regierung im Stich gelassen wird. Gewinner ist einzig die staatlich subventionierte Flugindustrie, hüben und drüben der Grenze. Heute gültige technische Limiten gelten schon morgen nicht mehr. Die modernen Goldgräber der Flugindustrie sind schliesslich zu allem bereit, wenn es um die Maximierung ihres Profits geht. Solange sie für den angerichteten Schaden nicht aufkommen müssen, ändert sich an ihrem Verhalten gar nichts. Der Bürger, die Bürgerin ist an den kommenden Regierungs- und Kantonsratswahlen gefordert, diesem Verhalten Einhalt zu gebieten.
Waltraud Borsodi Egg ZH
erschienen im Zürcher Unterländer vom 31.3.07
ZFI ist nicht Solidair
Die bürgerlichen Kantonsräte des Zürcher Unterlandes haben sich nun definitiv
für die Einführung des Fluglärmindex von Rita Fuhrer ausgesprochen. Wer nun
glaubt, dass damit der Lärm reduziert wird - wie beim Projekt Solidair
vorgeschlagen - der irrt. Der Lärm in Form von Dezibel wird in keinster Art und
Weise reduziert; genau das Gegenteil will und wird Frau Fuhrer damit erreichen.
Ein Start eines Airbus 340 macht eine bestimmte Menge Lärm, egal ob er nach
Süden, Norden oder Westen startet. Nach der Formel ZFI entspricht ein Start nach
Süden neu dem Lärmmass von ca. 10 Starts nach Norden. Diese einfache aber
perfide Rechnung kommt daher zustande, weil man im Norden weniger Menschen
belärmt als im Süden. Der Lärm wird nicht - wie vom Projekt Solidair
vorgeschlagen - an der Quelle verringert, sondern mit einer komplizierten Formel
auf eine weniger priviligierte Region umgelagert. Damit erlaubt man auch dem
Flughafen, künftig die Flugbewegungen unbeschränkt wachsen zu lassen. Das war
immer das Ziel von Unique-Verwaltungsrätin Fuhrer. Unsere bürgerlichen
Kantonsräte des Unterlandes haben auf Diktat von Rita Fuhrer (SVP) und Doris
Fiala (FDP) dieses Anliegen aktiv unterstützt. Damit verraten sie die Ziele des
Projekts Solidair und die eigene Bevölkerung.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
erschienen im Anzeiger von Uster, 28.3.07
Bevölkerungsschutz zählt nichts
«Lieber Lärm als Flüge plafonieren», Ausgabe vom 22. März
Der Bundesrat lehnt die Begrenzung der Flugbewegungen in Zürich-Kloten ab. Unter
dem Druck der übermächtigen Flughafenlobby, die das Wachstum des Flugverkehrs
über alles stellt, war auch nichts anderes zu erwarten. Für den Schutz der
Bevölkerung vor den Lärm-und Schadstoffemissionen bleibt da nicht mehr viel
übrig.Der Vertreter der Landesregierung stellt zwar eine umweltgerechte und
sozialverträgliche Gestaltung des Luftverkehrs in Aussicht, stützt sich dabei
aber nur auf Scheinlösungen aus der Flughafenküche, wie die Lärmplafonierung und
die Optimierung der An- und Ab-flugverfahren, die sich im Grunde
widersprechen.Mangels einer starken Lobby kann sich unter diesen Umständen die
betroffene Bevölkerung nur noch durch die deutliche Annahme der
Plafonierungsinitiative gegen gesamtwirtschaftlich in keiner Weise zu
rechtfertigende Sonderinteressen wehren. Umso mehr, als sich auch die Mehrheit
im Kantonsrat der Flughafenlobby gebeugt und einen breit abgestützten, auch die
Anwohnerinteressen berücksichtigenden Gegenvorschlag zur Initiative verworfen
hat. Zwar muss sich der Bundesrat rechtlich nicht an einen zustimmenden
Volksentscheid gebunden fühlen. Den Willen der Bevölkerung des grössten Kantons
der Schweiz kann er jedoch auch nicht einfach ignorieren. Zudem sollte sich die
oberste Landesbehörde darüber im Klaren sein, dass von Deutschland bei einem
Festhalten am Konzept des unbegrenzten Wachstums des Flughafens niemals
Konzessionen zu erwarten sind. Darüber hinaus sollte die schweizerische
Bevölkerung im Flughafenbereich endlich wissen, woran sie ist, und nicht immer
stärkere und neue Belastungen und Beschränkungen befürchten müssen.
Walter Beckmann, Uster
erschienen im Anzeiger von Uster, 28.3.07
Den Wählern Sand in die Augen gestreut
«Am <ZFI plus> nicht mehr gerüttelt», Ausgabe vom 27. März
Wer wie die SVP und die FDP die These vertritt, man müsse bezüglich
Lärmbelastung durch den Flughafen bei der Lärmmenge und nicht bei den
Flugbewegungen ansetzen, beweist eigentlich nur, dass er sich weder mit Fluglärm
wirklich auseinandergesetzt hat noch als Politiker seine subkulturellen
Parteiwinkelzüge pflegt - egal, wie es dem tumben Volke so ergeht. Fakt ist,
dass es dem Fluglärmbetroffenen völlig egal ist, ob er am Morgen um 6 Uhr von
einem Flugzeug mit Lautstärke 85 Dezibel oder 75 Dezibel aus dem Schlaf gerissen
wird. Hätte er aber diese Flugbewegung nicht über seinem Haus, würde er nicht
aufwachen. Und das zählt als Einziges. Somit streuen Politiker, die einen ZFI
auf der indirekten Basis von Lärmmengenbegrenzung unterstützen, den Wählern Sand
in die Augen. Das Einzige, was uns wieder besser schlafen lässt, sind begrenzte
Flugbewegungen, eine erweiterte Nachtruhe und nicht oder abgewählte bürgerliche
Politiker.
Thomas Koch, Winterberg
erschienen in der NZZ am 19.3.07
Wie wir aus dem Artikel über die undankbaren Aufgaben der Rita Fuhrer von Herrn Krebs entnehmen müssen, ist die "Lovely Rita" zu bedauern. Aus meiner Sicht hat sie bewusst das Flughafendossier übernommen um damit im Rampenlicht zu stehen. Sie scheint sich aber nun klar überschätzt zu haben, denn sie hat mit diesem Dossier nichts Substantielles erreicht. Um dies zu kaschieren verspricht sie alleweil Unerreichbares wie dass Deutschland wieder die volle Nordausrichtung zulassen werde (Aufhebung der DVO) oder dass man auf die Südanflüge wird verzichten können. Zwei Tatsachen muss man aber nach drei Jahren klar ins Auge schauen: Rita Fuhrer ist und bleibt eine Interessenvertreterin der auf Gewinnmaximierung zielenden Unique AG als deren Verwaltungsrätin. Kann man ihr trauen? Zweitens muss man festhalten, dass sie in einer vergleichbaren Funktion in der Wirtschaft - so sie eine solche überhaupt erhalten würde - nach so langer Erfolglosigkeit den Job mit Sicherheit los wäre. Ich erwarte vom Souverän an den kommenden Regierungsratswahlen, dass er sein Pflicht als Quasi-Verwaltungsrat wahrnimmt und Rita Fuhrer durch Nicht-Wahl die Funktion als Flughafendossier CEO entzieht, denn Rita Fuhrer hat klar nicht erfüllt.
Thomas Koch, Winterberg
erschienen im Tagesanzeiger 16.3.07
Flugverkehr als Klimasünder No. 1
In der Schweiz beträgt der Treibstoffverbrauch des Luftverkehrs 1/4 des
Gesamtverkehrs. Da Flugzeuge ihre Schadstoffe (notabene ohne Katalisator) in
grosser Höhe ausstossen, wo diese über Jahrzehnte verharren, ist deren
Klimawirksamkeit um den Faktor 3-5x grösser als am Boden, d.h. der Luftverkehr
schädigt unser Klima mehr als der Strassenverkehr!
Eine andere Betrachtungsweise über den CO- Ausstoss führt zu ähnlichen
Erkenntnissen: Gemäss Nationalfondsstudie wird der Flugverkehr im Jahre 2020 für
1/3 der CO2- Emissionen in der Schweiz verantwortlich sein. CO2, meistens
isoliert genannt, ist aber nur ein Teil einer ganzen Kette von
Einzelkomponenten, die für den Treibhauseffekt verantwortlich sind. Die aus
Düsentriebwerken besonders reichlich austretenden Stickoxide sind sowohl für die
Zerstörung des Ozon-Schutzschildes und für die Bildung des Atemgiftes Ozon wie
auch für zusätzliche Treibhausgase verantwortlich. Ebenso die Feinstaubpartikel,
die als Kristallisationskeime für Cirruswolken wirken und zusammen mit den
allseits sichtbaren Kondensstreifen verhindern, dass die Erdwärme abstrahlen
kann. Die Klimawirkung all dieser Emissionen ist um ein Vielfaches grösser als
nur diejenige des CO2. Im Jahre 2020 wird der Luftverkehr in der Schweiz für
einen grösseren Klimaschaden verantwortlich sein als alle übrigen Verursacher
zusammen! Es ist höchste Zeit, dass sich die Politik, Luftfahrtlobby hin
oder her, angesichts dieser düsteren Aussichten klar wird, dass der Flughafen
Zürich endlich auf die Bedürfnisse des Heimmarktes ausgerichtet werden und nicht
die Funktion eines europäischen Hubs für ausländische Flugunternehmen wie
Lufthansa, Swiss oder Air- Berlin erfüllen muss. Die Entwicklung im Flugverkehr
läuft den Zielsetzungen des UNO- Klimaberichtes und den schweiz. CO2-
Reduktionsplänen diametral entgegen. Im persönlichen Bereich müssen vor diesem
Hintergrund Tagesausflüge nach Venedig oder Städteflüge zum Wochenendshopping
nach London oder New York zur gesellschaftlichen Gewissensfrage gemacht werden)
Jean- Pierre Schiltknecht, Zollikerberg
„Unterländer Kantonsratskandidaten befragt“ ZU vom 10. März 07
Wie nett und anständig und um das Volkswohl besorgt tönen doch die Aussagen dieser sich zur Wahl anbietenden SVP-Kantonsräte. Wie aber haben jene Volksvertreter, die bereits am 5. Februar im Kantonsrat waren, tatsächlich gestimmt? Mit der Ablehnung der Behördeninitiative, die ziemlich genau den jetzt von den Kandidaten im ZU geäusserten Flugbetriebs-Vorstellungen entsprach, haben sie ohne Ausnahme, gegen die dokumentierten Interessen der Unterländer-Bevölkerung gestimmt. Sie haben geschlossen den Forderungen der Fluglobby nachgegeben und zu unbegrenztem Wachstum des Luftverkehrs über die Köpfe der dem Fluglärm ausgelieferten Bevölkerung hinweg Ja gesagt.
Hier helfen keine Ausreden, denn für Menschen, die sich in der Dialektik unserer seit langem hinterhältig betriebenen Flughafenpolitik auskennen und dies muss für Kantonsräte vorausgesetzt werden, ist absolut klar, was mit dem ZFI und „seinen 47'000 ausgegrenzten und stark gestörten Personen“ gemeint ist. Die Errichtung von Flugschneisen mit konzentriertem Fluglärm, der die dort wohnende Bevölkerung (dies betrifft mit Sicherheit das Unterland) zur Flucht oder zum Ertragen unerträglichen Lärms verdammt, ist vorprogrammiert! Für der Demokratie verpflichtete Bürger gibt es darauf nur eine Antwort: „Bürgerliche“ im Unterland vertreten nicht die Interessen der Bevölkerung und dürfen deshalb derzeit nicht gewählt werden!
Hans Burkhardt, Birchwil
Tagesanzeiger Samstag, 10.März.2007 EXPRESS-Forum
5 Stunden Schlaf sollen genügen
(Swiss will flexiblere Nachtfiugsperre, TA von gestern)
Leitplanken setzen.
Swiss-Chef Christoph Franz plädierte an der Jahrespresse-Konferenz für eine
«Flexibilisierung» der Nachtflugsperre. Er forderte Landungen in Zürich ab 5.30
Uhr. Damit würde die Nachtruhe auf 5 Stunden begrenzt. Wir Bürger müssen den
Verantwortlichen Leitplanken setzen. Die Leitplanke «Plafonierung» verhindert
Wildwuchs und bedeutet gesunde Grenzen für Mensch und Wirtschaft.
Und mehr als 5 Stunden Nachtruhe.
Heinz Knecht, Zell
Erschienen in der Zürichsee-Zeitung 21.2.07
Maulkorb- Parteipolitik
In der Flughafensitzung des Kantonsrates vom 5. Februar traten die Vertreter von
FDP und SVP ohne Ausnahme gegen alles an, was auch nur im Entferntesten einer
ernstzunehmenden Massnahme zur Lösung des Flughafenproblems entsprochen hätte.
Weder die auf Gemeindeebene breit abgestützte Behördeninitiative noch der
abgeschwächte Vorschlag der Verkehrskommission hatten eine Chance gegen den
zahnlosen ZFI-plus der beiden bürgerlichen Blocks. Angesichts dieser Tatsache
stellt sich die Frage nach dem Demokratieverständnis der vom Stimmbürger zur
Wahrung seiner Interessen gewählten Kantonsräte. Wenn diese sich unisono einer
Parteidoktrin unterordnen lassen, dann erscheint ihre Legitimation als
Volksvertreter ernsthaft in Frage gestellt. Und wenn diese Parteidoktrin sich
zum Anwalt des klimaschädlichsten Verkehrsmittel erklärt, dies in voller
Kenntnis der aufrüttelnden Prognosen des neuesten UNO- Klimaberichtes und des
sich in Kloten anbahnenden Horrorszenarios der explodierenden
Flugbewegungszahlen im Individualverkehr der Business- und Privatjets, dann
können diese Fakten nicht mehr durch vordergründige Arbeits- und
Standortargumentationen vor dem Wähler kaschiert werden. Viele ökologisch
weitsichtige FDP- und SVP- Wähler fühlen sich durch ihre Kantonsräte ausgehebelt
und denken laut über die Notwendigkeit einer Aenderung der Mehrheitsverhältnisse
im Rat nach. Gesucht sind Politiker mit Rückgrat, die ihre Wählerverpflichtung
über die Interessen der Parteizentrale stellen und sich im Klaren sind, dass die
illegalen Süd- und zusätzlichen Ostanflüge aus Kapazitätsgründen langfristig
nicht ohne eine Plafonierung eliminiert werden können und dies auch die einzige
Möglichkeit darstellt, den Flugverkehr endlich in den Klimaschutz einzubinden.
Jean- Pierre Schiltknecht, Zollikerberg
erschienen in der Zürichsee Zeitung
Eine bedenkliche Vorführung
Als interessierte und vom Fluglärm stark betroffene Bürgerin sass ich am 5.
Februar auf der Tribüne im Zürcher Ratshaus. Was im «Orchestergraben» vor sich
ging, spottet jeder Beschreibung: andauerndes Geschnatter, es wurde telefoniert
und Zeitung gelesen. Man wähnte sich in einer Schulklasse, deren Lehrer abwesend
ist. All dies notabene auch während der Vorträge der Votanten. Offensichtlich
ist das Thema Flughafen für unsere Volksvertreter eben kein Thema. Für mich als
Zürcher Bürgerin ist das ein absoluter Affront.
Ausserdem ist es sehr bedenklich, dass der Kantonsrat, allerdings äusserst
knapp, den so genannten ZFl-Plus als Gegenvorschlag zur Plafonierungs-lnitiative
gewählt hat. Der ZFI-Plus ist in seiner ursprünglichen Form nämlich
verfassungswidrig und konnte nur dank einer von der Regierung vorgeschlagenen
Umformulierung «gerettet» werden. Die bürgerlichen Mitglieder des Kantonsrats
sollten dringend einen Nachhilfekurs in Staatsrecht besuchen. Fazit: Für mich
ist nun auch das letzte bisschen Vertrauen in unsere staatlichen Institutionen
gestorben.
Ursula Hofstetter, Forch
Kantonsrat: Hallo da und Hallo dort
Aus der Zürcher Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (Kevu) wird Stellung
bezogen - doch die Stimme des Redners geht im hohen Lärmpegel fast unter. Ein
eingeladener Initiant der Plafonierungsinitiative, Stefan Wey, darf sich während
zehn Minuten zur Initiative äussern. Zum Glück spricht er laut. Auf der
überfüllten Zuhörertribüne im Kantonsrats-Saal sind die Lautsprecher
ausgeschaltet. Von unten her dehnt sich ein raunender und ziemlich stören-der
Lärmteppich aus. Während sich die Redner vernehmen lassen, herrscht im Saal ein
Auf und Ab, Hallo da und Hallo dort. Die Meinungen müssen wohl schon gefasst und
erörtert sein. Jetzt wird die «Diskussion» eröffnet. Ganz schnell während fünf
bewilIigten Minuten werden teils lange, notierte Stellungnahmen vorgetragen bzw.
heruntergerasselt. Die Parteien und ihre Mitglieder haben im Rat zu den diversen
Instrumenten zur Fluglärmeindämmung ihre Meinung geäussert. in der Pause stehle
ich mich enttäuscht davon. Ich hatte eine interessante, heftige, kreative und
zündende Debatte betreffend Weiterentwicklung des Flughafens Zürich erhofft und
nicht das Vorleiern von vorgefassten Parteimeinungen, Wie haben wohl die vielen
Schüler auf der Tribüne dieses «Lehr-stück in Demokratie» empfunden? Vermutlich
nicht besonders spannend und lehrreich. Heute möchte ich als betroffene Bürgerin
nicht wählen müssen.
Monika Stutz, Zumikon
Flughafenpolitik mit Vernunft
Wie schlecht manche Leute betreffend die Südanflüge informiert sind, zeigte mir
kürzlich eine Diskussion: Südanflüge finden statt unter der Woche von 6.04 bis
7.08 Uhr jeden Tag. Am Wochenende von 6.04 bis 9.08 Uhr, also während drei
Stunden. Abends unter der Wache bei Regen, Bisenlage und wenn bei nasser Piste
nicht von Osten her gelandet werden kann von 21 bis 0.30 Uhr; auch am Wochenende
von 20 bis 030 Uhr, bei soeben beschriebenen Verhältnissen; ausserdem an den
süddeutschen Feiertagen während dreier Stunden. Das Ganze findet also über einer
Region statt, die laut Richtplan aus dem Jahr 1995 nie mit Sudanflügen rechnen
musste, was auch Regierungsrätin Rita Fuhrer noch vor ein paar Tagen in einem
Interview bekanntgab. Für die Schneiser ist das Thema Südanflüge weder passe,
noch ist die «Kuh gemolken»; man ist nicht gegen den Flughafen, sondern für
einen Flughafen und eine Politik mit Vernunft!
Anita Valentino-Mettler, Dübendorf
Der Kantonsrat ist sich einig, dass dem Flughafen Wachstumsgrenzen gesetzt werden müssen. Unter dem Druck der über 21'000 Unterzeichnenden der Volksinitiative „für eine realistische Flughafenpolitik“ will er einstweilen von den irrwitzigen Wachstumsplänen der Luftverkehrs-Lobby, die als „nachfrageorientierte Flughafenpolitik„ schöngeredet wird, Abstand nehmen. Wohin eine solche unüberlegte Wachstumspolitik führt, kann Tag für Tag der Berichterstattung vom Bülacher Swissair-Prozess entnommen werden. 90 Kantonsräte umfasst die Fraktionen der SVP und FDP. Alle 90 haben - trotz zum Teil gegenteiliger Meinung - heute so abgestimmt, wie es ihnen befohlen wurde. Der unbrauchbare und von der Oeffentlichkeit nicht akzeptierte Zürcher Fluglärm Index (ZFI) wird mit dem Zusatz "plus" als Gegenvorschlag zur Flughafeninitiative gebracht. Das "plus" bedeutet, dass bei Erreichen von 320'000 Flugbewegungen die gleichen Politiker der FDP und SVP darüber abstimmen werden, ob nun plafoniert werden soll oder nicht. Das Resultat können sie sich heute schon denken (es sei denn, diese Politiker werden am 15.4.07 nicht mehr wiedergewählt!).Dieser Ausgang hat auch etwas gutes: Für die Bevölkerung herrscht nun Klarheit. Sie kann darüber abstimmen, ob sie ein unbeschränktes Wachstum der Flugbewegungen, des Lärms, des CO2-Ausstosses und der Lasten wünscht (=ZFI) oder eine Beschränkung mit einer Verlängerung der Nachtruhe. Das Initiativkomitee hätte sich vorstellen können, seine Initiative zugunsten des Gegenvorschlags von 69 Gemeinden mit 320'000 Bewegungen und 8 oder 7 Stunden Nachtruhe zurückzuziehen, um rasch zu einer Verbesserung der Situation zu kommen. Es ist enttäuschend, dass fast alle VertreterInnen der Exekutiven dieses Bezirkes ihre Bevölkerung im Stich gelassen und sich dem Druck ihrer Parteien gebeugt haben. Damit ist eine politische Chance verpasst worden. Unsere bürgerlichen Kantonspolitiker sind ihren Gemeinden, welche die Behördeinitiative unterstützt haben, in den Rücken gefallen. Schade, waren wir doch Meinung, dass die durch uns gewählte Kantonsräte unsere Anliegen im Kanton vertreten sollten. Die Initiative für eine realistische Flughafenpolitik kommt nun im November zur Volksabstimmung. Wir sind überzeugt, dass grosse Teile der Zürcher Bevölkerung keine Neuauflage des Wachstumswahns der 90er-Jahre wollen und für eine wahrhaft realistische Flughafenpolitik stimmen werden. Schauen wir die Zahlen an, die Flugbewegungen gehen zurück und gleichzeitig wächst die Wirtschaft, der Tourismus floriert, der Export vermerkt Rekordzahlen. Es wird immer offensichtlicher, der Flughafen Zürich ist wohl ein Teil unserer Wirtschaft aber er ist nicht der Motor. Das die Volksvertreter aus dem Süden des Kantones sich so entscheiden wie jetzt, war zu erwarten, aber dass unsere eigenen Bezirksvertreter sich gegen uns wenden ist doch sehr enttäuschend. Für uns stellt sich jetzt die Frage, wer wichtiger ist wir Bürger oder die Partei und mit welchem Druckmittel konnten sie weich geklopft werden.
Verein Ikarus-Erben, Westen
Susanne Cortes & Jak. Scheifele
Landbote 7.2.2007
Die Meinungsbildung und -äusserung sind frei, sofern sie sachlich bleiben. Die
Aussagen und die lesbaren Beiträge zur Plafonierung der Flugbewegungen auf dem
Flughafen Kloten beweisen es. Sie berücksichtigen jedoch ausnahmslos nur
Teilbereiche des grossen Problemkomplexes, primär fokussiert auf das Geldliche.
Bei den Votanten handelt es sich offensichtlich um materiell Profitierende. Jede
Medaille hat jedoch zwei Seiten. Gerade an diesem Wochenende wurde der
Klimabericht, verfasst von über 2000 in höchstem Masse kompetenten
Wissenschaftern (auch aus der Schweiz), der Öffentlichkeit vorgelegt. Die darin
gemachten Aussagen treffen zweifelsfrei zu. Dass zu einem sehr beachtlichen Teil
die Klimaveränderung durch den jetzt schon überbordende Flugverkehr verursacht
wird. ist unbestreitbar. Die in grosser Flughöhe durch die ausgestossenen Abgase
entstehenden Eispartikel bilden eine "Isolationsschicht" mit sehr negativen
Auswirkungen auf den Wärmeaustausch. Das ist bereits seit vielen Jahren kein
Geheimnis mehr. Ich verkleinere meinen Betrachtungskreis auf die Zürcherischen
Gegebenheiten. Bedingt durch die Restriktionen von Deutschland erleben wir,
welche Belästigungen und Immissionen während Jahrzehnten dorthin abgeschoben
wurden. Der Schwarzwald ist ein sehr wichtiges Erholungs- und Feriengebiet. Dass
die behördlich und politisch Verantwortlichen für den Erhalt mit Nachruck
eintreten, ist unbestreitbares Recht. Die Opposition hier bestärkt die
Berechtigung. "Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern
zu!" Wenn Herr Ledergerber in seinem offenen Brief vermerkt, "das auf der Basis
von 50 dB im Jahre 2005 in Süddeutschland nur rund 750 Bewohner betroffen waren,
in der Region Zürich jedoch 26585 Personen", beweist allein diese Aussage die
Unsachlichkeit und arrogant-egoistische Haltung. Hier verbieten bzw. schränken
die Behörden das Holzverbrennen in häuslichen Cheminees, das Rauchen im
öffentlichen Raum (was absolut in Ordnung ist) ein. Das Heizen mit Erdgas, das
zur Ablösung des Heizöles mit Nachdruck empfohlen wurde, wird nunmehr ebenfalls
verteufelt. Dass ein startendes Grossraumflugzeug in dieser Phase gleich viel
Schadstoffe ausstösst, wie es 1000 Personenwagen mit 15000 gefahrenen Jahres-km
auch tun, ist für Flughafenbetreiber und -lobby offensichtlich kein Problem. Es
wäre interessant zu wissen, wie z. B. Regierunsrätin Fuhrer reagierte, wenn ihr
von jedem landenden und startenden Flugzeug in Kloten der während einer halben
Sekunde gesammelte Ausstoss an Abgasen ins Büro geleitet würde.Dass bei einer
Beschränkung der Flugbewegungen 100'000-de Arbeitsplätze verloren gehen, wie es
die Schwarzmaler aussagen, ist unredliche Angstmacherei. Ihr Anliegen ist
ausschliesslich die eigene Profiterhöhung und Gewinnmaximierung auf Kosten und
zu Lasten anderer.
Der Flughafen soll seine Daseinsberechtigung behalten, jedoch für die belasteten
Menschen in erträglichem Rahmen. Er rentiert nämlich bereits jetzt schon sehr
gut.
Klaus Bednarz
Flughafeninitiative schränkt nicht ein / erschienen im Anzeiger von Uster /
11.1.2007
Die Aussage von Flughafenchef Josef Felder ist typisch für die Denkweise der
Fluglobby. «(Flughafen-)Wachstum ist nicht gratis zu haben.» Der Preis dafür
zahlt ja ausschliesslich die Bevölkerung: Josef Felder hat sich von seinem Bonus
ein kleines Schloss an ruhiger Lage in Oetlishausen TG gekauft. Dabei belärmt er
auf seinem Arbeitsweg seine Fluglärmopfer erneut. So einfach ist das.
Entgegen den Aussagen von Economiesuisse muss auch bei Annahme der
Flughafeninitiative kein einziger Flug gestrichen werden. Von den 267000
Flugbewegungen im Jahr 2005 entfielen nur 230000 auf den Linien- und
Charterverkehr. Nur sie sind für die Wirtschaft und den Tourismus von Bedeutung.
Die von der Flughafeninitiative geforderte Beschränkung auf 250000 ist damit
noch nicht erreicht. 2006 wird die Gesamtzahl aller Flüge, inklusive der General
Avitation mit durchschnittlich 1,2 (!) Passagieren pro Flug, knapp 250000
betragen. Auch von den darin enthaltenen 26000 lnterkontinentalflugbewegungen
muss keiner gestrichen werden. Es gibt also noch Wachstumspotenzial.
Economiesuisse verschweigt, dass 58000 Flugbewegungen von und zu Destinationen
erfolgen, die weniger als 500 km von Zürich entfernt sind. Viele davon werden
durch die kommenden Hochgeschwindigkeitszüge ersetzt. Die Flughafeninitiative
behindert weder die Schweizer Wirtschaft noch deren Wachstum, aber sie schützt
die Lebensdualität in der Grossregion Zürich. Alle von der Wirtschaft benötigten
Flugverbindungen und auch ein qualitatives Wachstun sind mit der
Flughafeninitiative weiterhin möglich.
Felix Jaccaz, Weisslingen
Diskussion um neues Flugregime: Zürich-Kloten ist ein City-Airport
Flughafen: Regierungsrat lehnt alle neuen Pistenvarianten ab, TA vom 9. 12
erschienen im Tages-Anzeiger, 12. Dezember 2006
Die jetzige Blockade bei der Suche nach einem neuen Flugregime wird nur dann
überwunden werden können, wenn die Behörden nicht nur in Zürich selbst, sondern
auch im fernen Bundesbern zur Kenntnis nehmen, dass der Flughafen nur als das
betrieben werden kann, wozu er sich auf Grund seiner Lage und seines Umfelds
wirklich eignet, nämlich als City-Airport ohne Hubfunktion.
HUBERT KAESLIN, SCHWERZENBACH
Der Flugverkehrs-Variantenstrauss ist so einäugig wie eine Strassenplanung, die
nur die Interessen des Autoverkehrs sieht: Wenn die Autos immer schneller werden
und immer mehr, dann muss man Autobahnen durch jedes Quartier planen, am besten
kreuz und quer. Lärm und Schmutz muss der Bürger freudig ertragen, denn dank der
künftig florierenden Wirtschaft hat der Bürger das Geld für Ohrenschutz und
Atemmaske.
LAURENZ HÜSLER, EGG
Die Wachstumsprognosen des Flughafens gehen von Annahmen aus, die nichts mit
einem Wirtschaftswachstum und einem entsprechenden Bevölkerungswachstum in der
Schweiz zu tun haben. Der Zuwachs an Passagieren auf dem Flughafen in diesem
Jahr kam überwiegend durch Transitpassagiere zu Stande. Dies wiederum hat mit
dem Wirtschaftswachstum im Raum Zürich und der Schweiz nichts, aber auch gar
nichts zu tun. Auch wird es den Bevölkerungszuwachs im Raum Zürich samt den
umliegenden Gebieten und Kantonen in den nächsten zwanzig Jahren nicht geben,
der die heutige, mit Unwahrheiten (siehe Abstimmungsunterlagen 1995) erbaute
Infrastruktur auch nur annähernd benötigen würde
URS DIETSCHI, WEISSLINGEN
Der «Tages-Anzeiger» wirft dem Regierungsrat Kurzsichtigkeit vor – der
Planungshorizont für die Flughafenentwicklung sei schliesslich 30 Jahre. Wenn
ich mir aber die Szenarien dafür anschaue, graut mir vor jeglichen Ausbauten.
Zum Beispiel rund 360 000 Flugbewegungen pro Jahr, «Hauptlanderichtung von
Osten ». Können die lärmdiskriminierten Einwohner einer solchen Flugschneise
noch mit Lebensqualität rechnen? Ist es nicht wesentlich klüger, solch
ungeheuerlichen Szenarien rechtzeitig Einhalt zu gebieten und für die Menschen
qualitativ bessere Lösungen anzustreben?
HANS-ULRICH GRAF, WILA
«Fuhrer verpulvert Steuergelder» Streit und Berater kosten Fuhrer Millionen,
erschienen am 14.11. im Tagesanzeiger
Überfordert. Der Titel im «Tages-Anzeiger » klingt, wie wenn Frau Fuhrer
die Millionen aus der eigenen Tasche bezahlen müsste. Liebe Leute, hier werden
aber ganz einfach Steuergelder verpulvert. Das zeigt doch, dass
SVP-Regierungsrätin Rita Fuhrer überfordert und der Aufgabe nicht gewachsen ist.
Die Herren Mörgeli, Maurer, Schlüer, Auns-Fehr aus dem gleichen «Verein»
verstecken sich hinter Stillschweigen.
Es braucht eben eine Portion Zivilcourage, um im eigenen Stall aufzuräumen.
Wäre Rita Fuhrer eine Grüne oder gar eine «nette Linke», hätte man bestimmt mit
grossem Kaliber auf sie geschossen, wie dies in diesen Kreisen ja üblich ist,
wenn man nicht die gleiche Couleur vertritt.
RENÉ SCHRÖDER, NOVAZZANO TI
Zumutung. Endlich ist diese Eiterbeule geplatzt. Jahrelang konnte sich
Rita Fuhrer mit der Aura der besonders tüchtigen Regierungsrätin umgeben. Doch
der Schein trügt eben gewaltig. Machtgeil, ohne Fach- und Führungskompetenz ist
sie für alle gut ausgebildeten und führungsstarken Mitarbeiter eine Zumutung.
Jetzt ist sie auch noch für alle Steuerzahler eine finanzielle Belastung. Selber
schuld, wer eine «Nur»-Hausfrau in eine derartige Position katapultiert
UELI KNOBEL, DÜBENDORF
Zurück zur Kernkompetenz. Nun wird allmählich sichtbar, wie es
herauskommt, wenn man Leute ohne Lehrabschluss und ohne höhere Ausbildung in ein
solches Amt wählt. Wer einen eigenen Betrieb leitet, weiss, dass man Frau Fuhrer
in der Privatwirtschaft auf Grund ihres mageren Schulsackes kein Unternehmen zur
Leitung anvertrauen würde, das mehr als zwanzig Personen umfasst. Heute ist sie
aber zu Lasten von uns allen Chefin eines öffentlichen Grosskonzerns mit den
bekannten Folgen. Frau Fuhrer mag in mancherlei Hinsicht ein Naturtalent sein,
und eine interessante und liebenswürdige Person dazu, aber wäre es nicht klüger,
wenn sie wiederum dort tätig wäre, wo ihre Kernkompetenz liegt – in der Führung
eines privaten Haushaltes
HANS ROGGWILER, ZWILLIKON
Zum Problem geworden. Frau Fuhrer hat sich bis an die Grenzen ihrer
Fähigkeiten vorgewagt. Anders gesagt: das Gremium liess die Machtsüchtige den
Holzweg ins eigene Versagen gehen. Man überliess ihr Aufgaben, die einen
Herkules verlangten. Man anvertraute Kollegin Fuhrer mit gespaltener Zunge das
Fluglärmdossier, im Wissen um Fussangeln und politische Tretminen, und lachte
sich ins Fäustchen. Sie habe die Volkswirtschaftsdirektion in einer Krise
übernommen, so die Magistratin, der das Regieren doch über alles geht, wie sie
offen eingesteht. Sie würde die Probleme lösen, an deren Lösung Kollege Jeker zu
scheitern drohte. Jetzt ist Troubleshooter Fuhrer zum Problem geworden. Es kam,
wie es kommen musste.
ERWIN A. SAUTTER, ZUMIKON
Fluglärm im Hinterthurgau / erschienen im Tages-Anzeiger; 13.11.2006
Ich kann Leserbriefschreiber Matthias Gerber nur Recht geben: Wieso sollen
ausgerechnet jene Gegenden, deren Einwohner ebenfalls (oder gar vorwiegend) vom
Flughafen profitieren und vermutlich zu den Vielfliegern gehören, keinen Anteil
am Fluglärm übernehmen müssen? Wir im Hinterthurgau sind weder ausgesprochene
Profiteure vom wirtschaftlichen Nutzen des Flughafens noch Vielflieger: Trotzdem
sollen wir einen Grossteil des künftigen Fluglärms übernehmen müssen (ILS 28;
Verlängerung Piste 28). (Tja, so ist das eben mit der
Fluglärmfairteilung...) Geben also doch das Geld und der politische Einfluss
den Ausschlag? Dass unter diesen Umständen selbst wirtschaftsfreundliche Bürger
einer Flugzahlbeschränkung das Wort reden, braucht dann wohl nicht mehr weiter
zu verwundern! Umso mehr, als die Ablehnung jeglicher Beschwerden Betroffener
(oder noch schlimmer: die jahrelange Verweigerung der Behandlung von
Beschwerden) den Glauben in unseren Rechtsstaat zutiefst erschüttert hat.
Samuel Mäder, Busswil
. . . und im Gebiet Mutschellen. Wir müssen bereits morgens ab 6 Uhr An- und
Abflüge erdulden - und das den ganzen Tag, bis 24 Uhr! Immer wieder wird aus
volkswirtschaftlichen Gründen eine Plafonierung abgelehnt. Wo leben wir
eigentlich? In einer Diktatur oder in einer Demokratie? Der Kanton Zürich
bestimmt, und die umliegenden Kantone haben den Fluglärm. Immer die Autos und
neuerdings die Holzfeuerungen sollen Schuld am Feinstaub sein. Von den
Flugzeugen spricht niemand. Wo bleibt das Volk und die Gesundheit? Der Flughafen
und der Kanton Zürich profitieren von einer steigenden Volkswirtschaft, der
Fluglärm wird auf die Nachbarkantone abgewälzt.
Elisabeth Zehnder, Rudolfstetten
«Deckel für den Flughafen», «Landbote» vom 7. November. / erschienen am
10.11.06
Das Argumentarium der Befürworter eines unbegrenzten Wachstums des Flughafens
ist in Teilen geradezu grotesk. Wenn z. B. der Vertreter des Kantonalen
Gewerbeverbandes im Kantonsrat sagt, bei einer Plafonierung der Flugbewegungen
auf 320 000 würden Zehntausende Arbeitsplätze vernichtet, sind seine
Sachlichkeit und die Berechtigung,diesem Rat anzugehören, zu hinterfragen.
Sollten die Flugbewegungen unbegrenzt wachsen, werden zu den Passagierflügen
auch sehr viele Frachtflüge hinzukommen. Diese veranlassen Unternehmen, vermehrt
ihre Produktion in fernere Billiglohnländer zu verlegen. Die Kosten des
Rücktransportes per Luftfracht der dort hergestellten Güter beanspruchen nur
einen Bruchteil der Einsparungen, die hierzulande an Lohn- und Lohnnebenkosten
realisiert werden. Durch solche Auslagerungen gingen und gehen vermehrt hier
Arbeitsplätze und damit Kaufkraft verloren. Daher sichert eine Begrenzung der
Flugbewegungen auf 250 000 bestehende Arbeitsplätze in der Schweiz. Ein sehr
wichtiger Umweltaspekt wurde in der Kantonsratsdiskussion überhaupt nicht
angesprochen: die sich schon heute abzeichnende Umweltkatastrophe. Einen
beachtlichen Anteil hat der bereits jetzt schon überbordende weltweite
Flugverkehr. Dass dieser auch in unserem Kanton in massivster Weise Feinstaub
und andere Schadstoffe ausstösst, bleibt völlig unerwähnt. Dagegen wird ein
Verbot ausgesprochen zum Verbrennen von Holz im heimischen Cheminée. Ein
veritabler Verhältnisunsinn. Es ist zu hoffen, dass die mit entscheidende
Bevölkerung des Kantons Zürich die alarmierenden Zeichen erkennt, sie beachtet
und daraus die richtigen Schlüsse zieht. Es gilt täglich aufs Neue zu bedenken,
was namhafte Wissenschafter übereinstimmend
aussagen: Bei einem sofortigen Stopp weiterer Umweltbelastungen und deren jetzt
beginnendem Abbau würde es mindestens 200 Jahre dauern, bis sich die Erde nur
einigermassen erholt. Ob der Verstand der Entscheidungsträger ausreicht, ihre
heutige Verantwortung zu erkennen?
Klaus Bednarz, Winterthur
Also doch! / Landobte 10.11.2006
Die Politiker und Unique – Fuhrer, Felder und Co. – haben den «Osten» über
den Tisch gezogen. Das war alles schon geplant. Die «schönen» Gespräche waren
reine Irreführung. Ich wünschte, ich hätte eine Zeitmaschine. Ich würde alles 20
Jahre zurückdrehen und eine andere Politik wählen. Ich habe mich jedenfalls für
die nächsten
Wahlen mein Urteil schon jetzt gefällt. Glaubt niemandem, der euch schöne Augen
macht!
Urs Bachofner, Weisslingen
«Hickhack um Ostlandungen ab 6 Uhr», «Landbote» vom 6. November.
Es ist kaum zu glauben, mit welcher Fahrlässigkeit das Bazl die
grössenwahnsinnigen Pläne des Flughafens bewilligt. Mit einer die Bevölkerung
verachtenden Arroganz wird nun mit «Ungenauigkeit ohne Belang» argumentiert.
Schon 1995 wurde die Zürcher Bevölkerung brandschwarz von der Regierung und den
Flughafenverantwortlichen angelogen. Hiess es doch damals, die fünfte
Ausbauetappe des Flughafens werde dringend gebraucht, um überhaupt 250 000
Flugbewegungen zu bewältigen. Nun ist die Infrastruktur des Flughafens so gross,
dass über 400 000 Flugbewegungen getätigt werden könnten! Einzig die Bevölkerung
stört. Die teure Missinvestition muss mit (Lärm- und Bewegungs-) Wachstum
amortisiert werden. Dazu scheint jedes Ränkespiel der Flughafenturbos und des
Bazl rechtens, um zum Ziel zu gelangen. Um eine allfällige Abstimmung zur
Flughafeninitiative ja nicht zu verlieren, wird nun der Südbevölkerung wieder
Hoffnung auf Fluglärmfreiheit vorgegaukelt. Politiker, die den Traum vom Megahub
verfolgen, träumen laut vom gekröpften Nordanflug, fordern lauthals illusorische
Sanktionen gegen Deutschland – und schieben die Schuld für das schlechte
politische Verhältnis zu den süddeutschen Nachbarn nach Bern. Den
Wirtschaftspropheten, die bei einer Plafonierung den wirtschaftlichen Untergang
der Region Zürich und der Schweiz prophezeien, gehört auf diesem Weg ein
massiver Denkzettel verpasst! Die Wirklichkeit zeigt, dass der Flughafen und die
Gesamtwirtschaft trotz rückläufiger Flugbewegungen florieren. Leute, es gibt für
die Wahlen im kommenden Frühjahr nur eine Antwort: Kantonsräte, egal welcher
Parteifarbe, die dem Flughafen keine Beschränkungen auferlegen wollen, nicht
mehr wählen – das Gleiche mit den entsprechenden Regierungsmitgliedern.
Urs Dietschi, Weisslingen
Landobte 10.11.2006
Die Art und Weise, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) mit
Lärmbelastungen für die Bürger im Osten des Flughafens umgeht, zeigt den grossen
Einfluss von Regierungsrätin
Fuhrer und ihrer Berater auf die Entwicklung von dessen Flugbetriebskonzept. Sie
machen dort geltend, Fluglärm werde im Osten nur von sehr wenigen Menschen als
störend empfunden und vom grössten Teil der Bevölkerung problemlos akzeptiert
und sei deshalb im Osten zu konzentrieren. Die bis heute gezeigte
Kooperationsbereitschaft des Ostens, einen Anteil Fluglärm mitzutragen, wird als
Dummheit interpretiert, und die treibenden Kräfte der Fluglobby hoffen, der
Grossteil der Bevölkerung werde erst zu spät realisieren, was mit den Menschen
im Osten wirklich geschehen soll. Wir werden deshalb, wenn es auch für den Osten
noch eine lebenswerte Zukunft geben soll, ohne ZFI («Zone für Intensivlärm »),
wie von Frau Fuhrer vorgesehen, nicht darum herumkommen, unsere Rechte auf jede
mögliche Art geltend zu machen, notfalls auch auf der Strasse!
Hans Burkhardt, Birchwil
Ganze 18 Flugzeuge sind am 30. Oktober 2006 über den Süden angeflogen und auf Piste 34 des uniquen Flughafens Zürich gelandet. Im Geschrei und Gejammer von Teilen dieser seit drei Jahren von Fluglärm betroffenen Bevölkerungsgruppe ist in der Folge gänzlich untergegangen, dass am selben Tag noch weitere 261 Flugzeuge aus Norden auf die Pisten 14 und 16 landeten. Dieser 1097ste Tag einer geringfügig gerechteren Fluglärmverteilung ging mit 37 Ostanflügen auf Piste 28 zu Ende, elf davon zwischen 22.00 Uhr und Mitternacht. Die noch lärmintensiveren Starts erfolgten zu über 80 % ab der Piste 28 gegen Westen.
Aus den Südgemeinden kommt nach wie vor sehr medienwirksamer Protest obwohl alle anderen Flughafenanlieger viel mehr Lärm erdulden müssen! Schadenfreude ist sicher fehl am Platz, Mitleid braucht aber auch keines aufzukommen. Fluglärm ist für alle gleich lästig. Alle die vom Flughafen profitieren, müssen bereit sein, die lärmigen Konsequenzen zu tragen. Damit Fluglärm erträglich wird, braucht es faire Lösungen. Die Erkenntnisse aus Relief und der ZFI sind dazu keine brauchbaren Ansätze!
Stefan Rüegg, Turbenthal
Leserbriefe NZZ zum ZFI-Flog von Fuhrer, 19.10.2006
Regierungsrätin Rita Fuhrer versuchte in ihrem Auftritt in Maur (NZZ 8.9. 06) vergebens, den Mechanismus des Zürcher Fluglärm-Indexes (ZFI) zu erklären. Eigentlich ist das doch ganz einfach: Es gibt einen Grenzwert der Beschallung, der in «stark» und «schwach» unterteilt. Und sie versicherte uns, dass dieser Grenzwert sehr hoch sei, dass sogar im sogenannten Lärmjahr 2000 nur wenige Leute darunter litten. Der Flughafen dürfte gemäss ZFI nun 47'000 Personen konstant grenzenlos beschallen, durchgehend von 6 Uhr bis 22 Uhr 30, mit jeder beliebigen Flotte, ungeachtet der Überflugshöhe. Es gibt nämlich, trotz der komplizierten Formel, die eigentlich nur vom Problem ablenken soll, keine weiteren Grenzwerte. Und sollte sich dann noch jemand beschweren, kann Frau Fuhrer gut argumentieren, dass gemäss dem innovativen Instrument ZFI keine Massnahmen notwendig seien. Ende der Diskussion.
Hans Burkhardt (Birchwil)
Fuhrers «absurde Roadshow»
(Leserbriefe alle erschienen im Tagi, 10.10.2006)
Unsinnig. Man muss die komplizierte Formel des Zürcher Fluglärm-Index
(ZFI) gar nicht verstehen, um zu wissen, wie unsinnig dieser Index ist. Es
genügt, die Ansätze unter die Lupe zu nehmen, auf denen der ZFI basiert. So soll
es bei einem Überflug von 90 dB nur bei 10 Prozent der Bevölkerung zu
Aufwachreaktionen kommen.
Natürlich wird angenommen, dass die Fenster geschlossen sind, also im Raum nur
noch 75 dB statt 90 dB wirken. Und wer in den Süden gezogen ist, gerade weil er
nur bei offenem Fenster schlafen kann? Ein durchschnittlicher Wecker weckt uns
mit 70 dB. Es ist ein absoluter Unsinn, zu behaupten, dass bei einem Innenlärm
von 75 dB 90 Prozent friedlich weiterschlafen. Aber auf solchem und vielem
anderem Unsinn basiert der ZFI!
KARSTEN ROHWEDER, EGG
Dient dem Flughafen. Es ist löblich dass unsere
Volkswirtschaftsdirektorin dem Volk zugesteht, dass dieses den ZFI verstehe,
dies, obwohl Frau Fuhrer selbst den Zürcher Fluglärm-Index nicht versteht. Auch
ich habe den ZFI verstanden. Vorgabe für die Lärmexperten war, dass 325 000
Flugbewegungen möglich sein müssen, um damit nicht mehr als 47 000 Personen zu
belästigen, was fast der Bevölkerung der Stadt Biel entspricht. Für mich ist
klar, dass der ZFI rein dem Schutz des Flughafens dient und nicht der
Bevölkerung.
PETER DÜNNER, DÜBENDORF
Volk versteht ZFI bestens. Frau Fuhrer hat Recht. Das Volk versteht den
Fluglärm- Index, im Gegensatz zu Frau Fuhrer, bestens. Und weil das Volk den
Fluglärm Index versteht, lässt es sich nicht von Politikern über den Tisch
ziehen.
GÜNTHER TREBBE, ZÜRICH
Erinnert an George W. Bush. Irgendwie erinnert mich Frau Regierungsrätin
Fuhrer an George W. Bush und seinen Irak Krieg, wenn sie behauptet, ihre elf
Veranstaltungen zum Zürcher Fluglärm-Index seien ein Erfolg gewesen und die
Bürger hätten verstanden, was der ZFI sei und wie er funktioniere. Die
Veranstaltung in Meilen jedenfalls, an welcher ich teilgenommen habe, war eine
Peinlichkeit sondergleichen. Schon nach 10 Minuten begannen einzelne Zuhörer den
Saal gelangweilt zu verlassen, und viele ernst gemeinte Aussagen der
Volkswirtschaftsdirektorin verursachten beim Publikum lautes Gelächter
RETO AGUSTONI, ZÜRICH
ZFI zu Grabe tragen. Eine absurdere «Roadshow» unter grösster
Polizeibewachung plus Bodyguards konnte es gar nicht geben. Frau Fuhrer
erwartet, dass die Menschen bei geschlossenen Fenstern schlafen, was ganz sicher
nicht im Sinne eines gesunden Schlafes ist. Regierungsrätin Fuhrer sei geraten,
den ZFI mitsamt der Südanflugschneise 34 schleunigst zu Grabe zu tragen, um dem
betroffenen Volk seine auf rechtlicher Grundlage basierende ruhige und gesunde
Wohnlage wiederzugeben.
WALTRAUD BORSODI, EGG
Politische Arroganz. «Wenn der ZFI vors Volk kommt, gewinnt er eine
Mehrheit », so die Aussage unserer SVP-Regierungsrätin Rita Fuhrer. Hellseherin
ist sie also auch noch! Was für eine zürcherisch politische Arroganz gegenüber
uns Steuerzahlern. Fakt ist, dass der ZFI die Basis für die gegenwärtige
Lärmverteilung legt, was klar im Widerspruch zu einer Konzentration der
Flugbewegungen steht.
Der ZFI ist kein Allheilmittel gegen Fluglärm. Im Gegenteil: Der Flughafen
München besitzt eine ähnliche Formel, genannt MFI. Die Praxis ist dort folgende:
ab sofort fünf Stunden Nachtruhe und viermal mehr Flugverkehr für die Anrainer.
So viel also zu einer fairen Fluglärm-Formel
ANDRÉ EIGENMANN, EBMATINGEN
Selber schuld. Frau Regierungsrätin Fuhrers Bilanz der
Info-Veranstaltungen zum ZFI erstaunt mich sehr. Die meisten Zuhörenden zeigten
sich enttäuscht, wie unverbindlich und ausweichend konkrete Fragen in typischer
Politikerinnen-Manier «beantwortet» wurden – das Gegenteil der von Frau Fuhrer
beschworenen Transparenz. Frau Fuhrer hat sich einmal mehr als verlässliche
Strategin im Dienste der Unique profiliert, hat halb informiert und doziert über
Annahmen und Möglichkeiten, ge- und verschwiegen, wenn Fragen konkret wurden.
Wer glaubt, dass der ZFI das Fluglärm-Problem lösen kann, ist selber schuld.
MARGRIT KUMMROW GAFAFER, WINTERBERG
In den Abstellhangar. Ganz offensichtlich droht Frau Fuhrer mit ihrem ZFI
eine harte Bruchlandung auf der Piste der Realität. Zu hoffen ist, dass sie
wenigstens den Weg vom Rollfeld in den Abstellhangar findet. Wir freuen uns, in
naher Zukunft wohl im Fliegermuseum unseren Kindern Frau Fuhrer und den ZFI
zeigen zu können.
URS R. DUMERMUTH, MÄNNEDORF
...alle erschienen im Tagesanzeiger am 21.9.06
Fuhrer: Billige Propaganda (Leserbriefe TA)
Die Zürcher Regierungsrätin auf Promo Tour zum Fluglärm-Index (div. Berichte)
In Schwamendingen. Ist Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer jetzt von allen
guten Geistern verlassen? Sie jammert in einer über alle Massen lärmgeplagten
Gegend, sie bekomme schliesslich auch nur fünf Stunden Schlaf, seit sie
Volkswirtschaftsdirektorin sei! Das sei ihrer Gesundheit auch nicht förderlich.
Im Gegensatz zur Schwamendinger Bevölkerung schläft sie ganz freiwillig so wenig
und lässt sich dafür auch noch fürstlich bezahlen. Ich schlage vor, sie lässt
sich mal einen Monat oder länger in Schwamendingen nieder, dann könnte sie ihre
5-Stunden-Schlaf-Nächte ohne schlechtes Gewissen rechtfertigen.
MANUELA FREI, REGENSDORF
In Winterthur. Obwohl relativ weit vom Flughafen Zürich entfernt, ist auch in
unserer Region Wil/Hinterthurgau eine deutliche Fluglärmzunahme spürbar. Umso
aufmerksamer werden von der hiesigen St. Galler und Thurgauer Bevölkerung die
Ereignisse im Kanton Zürich verfolgt. In der Analyse ihrer Auftritte zum Zürcher
Fluglärm-Index (ZFI) erklärte Regierungsrätin Rita Fuhrer das Desinteresse an
ihrer Veranstaltung in Winterthur damit, dass es im Osten eine lautstarke, aber
nicht breit abgestützte Opposition gebe. Ich denke, hier irrt sich Frau Fuhrer.
Der Grund liegt wohl darin, dass sie beim Thema Fluglärm in weiten Teilen der
Bevölkerung nicht mehr als Regierungsrätin, sondern primär als Verwaltungsrätin
der Unique AG wahrgenommen wird. Und damit jegliche Legitimität und
Glaubwürdigkeit verloren hat – im Osten ganz besonders. Dazu kommt, was Frau
Fuhrer schon vor ihrer Promotionstour zugegeben hat: dass sie selbst nicht
versteht, was sie erzählt. Die eigentlichen Absichten ihrer Promotionstour sind
doch woanders zu suchen: Sie will dem Flughafen Zürich mit dem ZFI zu einem vom
Zürcher Volk legitimierten Blankocheck für ungebremstes Wachstum verhelfen.
Blankocheck deshalb, weil eine allfällige Erreichung der Grenzwerte vom Bürger
weder kontrolliert noch belegt, geschweige denn dessen Einhaltung eingefordert
werden kann. In diesem Sinne ist ihre Werbetour für den ZFI nichts anderes als
billige Propaganda zu Gunsten des Flughafens Zürich einerseits und der Versuch
einer Ruhigstellung der Bevölkerung andererseits.
HANS-PETER STEG, WILEN B. WIL
Dampf ablassen. TA-Redaktor Martin Gmür bringt das Empfinden der Schwamendinger
an der ZFI-Veranstaltung von Rita Fuhrer auf den Punkt. Die Besucher murrten,
raunten, maulten, klagten und zeigten Angst. Erstaunt diese aktuelle Situation
in der Bevölkerung, nachdem seit drei Jahren illegal über den Süden angeflogen
wird? Wozu haben wir Gesetze wie zum Beispiel das Raumplanungsgesetz? Wozu haben
wir Volksvertreter und Volksvertreterinnen gewählt? Es ist bedenklich, wie die
Politik mit dem ZFI noch mehr Lärmterror in die Region bringen möchte!
ANDRÉ EIGENMANN, EBMATINGEN
Im Landboten vom 16.9.06 werden die Pressestellen von Unique und Skyguide mit Aussagen zitiert, dass die genaue Linienführung für den ILS-28-Anflug noch nicht klar sei. Möglich seien Abweichungen nach Norden oder Süden und auch der Anflugwinkel könne noch ändern. Am 26.10.06 wird dieser ILS-Anflug in Betrieb genommen. Damit dies überhaupt möglich ist, erfolgten vorgängig in mehreren Serien Mess- und Kalibrierflüge. Auf Grund der dabei gewonnen Daten besteht Klarheit, wo genau der ILS-Anflug durchführt. Es ist eher so, dass sich niemand an dieser heissen Kartoffel die Finger verbrennen will. Die Betroffenen merken am 26. Oktober selber, dass sie neuerdings am falschen Ort zu Hause sind. Fakt ist, dass der Landekurssender mit 276 ° genau in der Verlängerung der Pistenachse 28 verläuft und dass der Gleitwegsender einen Absinkwinkel von 3,3 ° vorgibt – damit ist definiert, wer wo wie hoch oder tief überflogen und neu belärmt wird. Die Belärmten können sich dann offiziell sgP’s (stark gestörte Personen) oder sogar HSD’s (highly sleep disturbed/stark schlafgestört) nennen. Beides Ausdrücke aus der mathematischen Wundertüte namens Zürcher Fluglärmindex, ZFI, für welche Rita Fuhrer, Unique-Verwaltungsrätin mit Regierungsratsmandat, derzeit in vornehmlich leeren Sälen durch den Kanton tourt. Dass die Säle leer bleiben interpretiert R. Fuhrer so, dass das Volk den ZFI eben begriffen habe und ihn akzeptiere. Ich denke es ist eher so, dass das Volk die Mogelpackung zu Gunsten von Unique erkannt hat und den Propagandaveranstaltungen darum fernbleibt.
Stefan Rüegg, Turbenthal
....erschienen am 21.9.2006 im ZU
„Den Fluglärm zweckmässig konzentrieren“, ZU vom 20. September 2006
Herr Heiniger braucht sich keine weitere Mühe zu geben seine Wahlchance in den Regierungsrat im Unterland nicht zu verscherzen. Für uns Menschen im Unterland ist klar, dass er mit seiner Einstellung zum Fluglärm, von den zur Fluglärm-Konzentrierung vorgesehenen Menschen nicht gewählt werden darf. Seine Sympathie für den ZFI, der über 47'000 intensiv Belärmten alle Flugbewegungen abwickeln will, unbekümmert darum, wie tief und wie lange über diese Menschen geflogen werden muss, macht klar, welchem Ego-Denken er verbunden ist. Gerade der ZFI ist das Musterbeispiel, wie unsere Regierung auf Druck der Fluglobby versucht, unser demokratisches Recht auf Gleichbehandlung aller Menschen ausser Kraft zu setzen und dies für höhere Gewinne und feudaleres Leben einer gewissen Schicht von Privilegierten. Dass mit Fluglärm (aber eben nur einem bestimmten Anteil davon und keinesfalls konzentriert) gelebt werden kann, muss Heiniger nicht uns erklären, sondern jenen in seinem Umfeld, die nur die Vorteile ernten wollen, aber die kleinste Leistung ihrerseits dazu vehement ablehnen. Für die Bevölkerung und unseren Flughafen gibt es nur eine positive Zukunft mit Lärmoptimierung der Flugverfahren und Verteilung des Fluglärms auf alle Himmelsrichtungen. Bis dieses Ziel erreicht ist, sind wir gezwungen, zweckdienlich in diese Richtung zu wählen und zu stimmen und somit müssen Heiniger und ZFI abgelehnt werden!
Hans Burkhardt, Birchwil
....alle Leserbriefe erschienen am 29.8.06 im Tagesanzeiger
Streit um Zürcher Fluglärm-Index, TA vom 25., 26. und
28.08.06
Lärmlose Flugzeuge verbieten.
Der zahnlose Fluglärm-Index (ZFI), den Regierungsrätin Rita Fuhrer nicht
versteht, aber uns wärmstens empfiehlt, ist nicht nur tragisch, weil er
der Bevölkerung ausser mehr Lärm gar nichts bringt, sondern weil er auch
die Diskussion auf eine Ebene verlagert, auf die sie eigentlich gar
nicht gehört. Südanflüge verstossen gegen Raumplanungs- und
Umweltschutzgesetz, sind unter Anwendung von unbefristetem Notrecht und
unter Angabe von unüberprüfbaren Daten (angeblicher wirtschaftlicher
Schaden, geschätzt durch den Flughafen) eingeführt worden. Selbst wenn
Flugzeuge keinen Lärm machen würden, wären sie [die Südanflüge] deshalb
zu verbieten.
LUKAS RIST, GOCKHAUSEN
Menschen sind Massstab.
So, so, nur 47 000 Personen sollen also stark gestört werden. Und wo
bitte wohnen diese 47 000 Menschen? Und wer bestimmt, was stark und
weniger stark gestört ist? Etwa die Experten, die komplizierte Formeln
entwerfen und mathematisch bestimmen, was überhaupt Lärm ist? Die
Menschen sind es, die Menschen und ihre subjektive Wahrnehmung sollten
der Massstab sein in diesem Land. Wo vorher absolute Stille war, stört
jedes überfliegende Flugzeug. Wer wegen der Stille in eine abgelegene
Gegend zieht, nimmt Nachteile in Kauf wie längeren Arbeitsweg, weniger
Infrastruktur, höheren Steuerfuss. Wenn dann von einem Tag auf den
anderen An- und Abflugwege über solche Gebiete gelegt und diese neu
belärmt werden, ist das ganz einfach staatliche Willkür. Diese soll mit
dem abgehobenen und intransparenten Zürcher Fluglärm Index zementiert
werden.
ERNST MEILI, ESCHLIKON TG
Andere Länder, andere Werte.
Es ist einmal mehr bezeichnend: Die deutsche Regierung schützt einige
Dutzend Süddeutsche per einseitige Verordnung vor Fluglärm. Bei uns wird
auf dem Buckel von vielen Zehntausend Betroffenen über einen
Fluglärm-Index gestritten.
ERWIN MÜRI, FELDMEILEN
Das System torpediert sich selber.
Bei Unique klingeln die Kassen. Dies ist hauptsächlich auf eine Zunahme
des Anteils Transitpassagiere zurückzuführen. Diese Strategie dient in
erster Linie dem Shoppingcenter Flughafen und nicht der Mobilität und
Wirtschaft der Schweizer Bevölkerung. Nicht für die Anbindung an die
Welt, sondern für ein Drehkreuz eines profitorientierten,
privatwirtschaftlichen Unternehmens, das notabene staatlich
subventioniert wird, jagt man uns immer mehr Flugzeuge über die Köpfe.
Die Mär vom wohltätigen Wirken zu Gunsten unserer Volkswirtschaft ist
damit wohl endgültig entlarvt. Den Nutzen dem Unternehmen, die Lasten
trägt die Bevölkerung. Dazu kommt: Durch den internationalen Terror
erfährt das Shopping gerade in letzter Zeit massive Einschränkungen. Das
wird wohl auch in Zukunft so bleiben. Bereits verkünden gewisse
Dutyfree-Shopping-Ketten Gewinnwarnungen, da sie offenbar
Umsatzeinbrüche befürchten. Das System torpediert sich selber, und wir
bleiben zurück mit leer stehenden Bauruinen von Shopping-Tempeln, für
die wertvolles Land geopfert wurde. Diesen Raubbau an unseren Ressourcen
Ruhe, Gesundheit und Natur dürfen wir nicht mehr länger hinnehmen. Eine
Beschränkung der Flugbewegungen gegen ungebremstes Wachstum, das
Einzelnen, aber nicht der Gesellschaft als Ganzes dient, tut Not.
ERIKA BLEISCH IMHOF, BALTERSWIL
Mathematisches Meisterwerk.
Der Zürcher Regierungsrat – allen voran Rita Fuhrer – bevorzugt immer
noch eine Flughafenpolitik, welche gegen die Bevölkerung spricht! Wir
haben ein mathematisches Meisterwerk (?) mit einem so genannten
AsgP-Richtwert von 47000 Menschen präsentiert erhalten. Zu der
Expertengruppe gehörte auch der Lärmforscher Carl Oliva (Studienautor
1998 zu «Belastung der Bevölkerung durch Flugund Strassenlärm»), welcher
sich zur Berechnung kritisch äussert. Gemäss seinen Aussagen ist dieser
Richtwert keine wissenschaftlich geeichte Grösse. Es geht zu 100 Prozent
um Schätzungen, und eine Standardabweichung ist ebenfalls nicht bekannt.
Die Kritik des Lärmforschers wurde leider nicht aufgenommen, und somit
steht der Regierungsrat leider weiterhin auf wackligen Füssen. Hofft man
dort – als Verwaltungsratsmitglied der Unique – auf den so genannten
Serendipity-Effekt? Der Richtwert von 47 000 Menschen ist nicht greifbar
(anscheinend auch für Rita Fuhrer nicht!), denn 40 000 Menschen wohnen
alleine schon in Opfikon, Schwamendingen und Umgebung! Demzufolge hat
man ab Zürich-Gockhausen und weiter weg vom Flughafen akzeptablen
Fluglärm! Wie egoistisch und kaltblütig! Der Gegenvorschlag der
Regierung überzeugt absolut nicht – deshalb halten wir neu von Fluglärm
Betroffenen an der Initiative «Für eine realistische Flughafenpolitik»
(= 250 000 Flugbewegungen pro Jahr) fest. Dieser Richtwert ist nämlich
für jeden Bürger greifbar!
ANDRE EIGENMANN, EBMATINGEN
Bravo Unique.
Der Flughafen Zürich ist auch ein Shoppingcenter, ist ein Eventdock, ist
ein Restaurant . . . Die Flughafenbetreiberin Unique schliesst das erste
Halbjahr 2006 mit einem Glanzresultat ab. Die Zürcher und Schweizer
Wirtschaft boomt wie lange nicht mehr und dies alles bei weiter
abnehmenden Flugbewegungen. Die Mär vom grossen volkswirtschaftlichen
Schaden bei einer Plafonierung bei 250 000 Flugbewegungen, verbreitet
von Rita Fuhrer, der Zürcher Regierung und der Luftfahrtlobby, wurde von
Unique widerlegt. Im Gegenteil lässt sich bei einer Plafonierung in den
betroffenen Gebieten von der deutschen Grenze bis in das Zürcher
Oberland wieder normal leben, die Regierung hat endlich wieder Zeit,
sich voll für die Bevölkerung einzusetzen, und die Zürcher Unique AG
kann weiter erfolgreich unseren Zürcher City-Flughafen betreiben. Bravo
Unique.
CHRISTIAN VÖGELI, RÜMLANG
...erschienen im «Tages-Anzeiger» vom 28.8.2006
Es ist schon ein starkes Stück, wenn Frau Fuhrer von einer «weiteren Pionierleistung in der Lärmbekämpfung» spricht. Schon der Ansatz zur die Berechnung ergibt grösste Zweifel an der Tauglichkeit eben dieser. Im Jahr 2000 wurden über 150 000 Anflüge über Deutschland abgehandelt. Die 325 000 Flugbewegungen aus jenem Jahr nun einfach als Basis zur die Berechnung zu nehmen, ist eine Arroganz sondergleichen. Gegenüber dem heutigen Zustand heisst das, dass noch weitere, mindestens 60 000 Flugbewegungen über die Region Zürich (gemeint sind hier auch die angrenzenden Kantone) verteilt werden müssen, bis die Formel der 47 000 stark gestörten Menschen überhaupt zur Anwendung kommt.
Mit so einer intransparenten, bevölkerungsverachtenden Lärmberechnungsformel, die Frau Fuhrer selber nicht versteht (TA vom 3. Juni), will sie nun auf Tournee gehen und das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen? Da bleibt der Bevölkerung mit der Flughafeninitiative ein sehr transparentes Mittel, das zudem auch für Frau Fuhrer verständlich ist. Flugbewegungen können gezählt und die Nachtruhe mit der Uhr gemessen werden. So könnte Frau Fuhrer, wenn ihr überhaupt daran liegt, das verlorene Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen...
Urs Dietschi, Weisslingen
...erschienen im ZU am 23.8.06
„Wahl in den Fluglärmrat“, ZU vom 19. August 2006
Sehr geehrter Herr Gutknecht, bei ihrer Aufstellung der Kriterien für die Wählbarkeit der Regierungsratskandidatinnen haben Sie einen sehr wichtigen Faktor bei Frau Gut unterschlagen. Sie hat sich ja nicht nur gegen mehr Ruhe für Flughafen-Anwohner und dafür unbeschränktes Wachstum des Flughafens ausgesprochen, sie ist ja auch führendes Mitglied jener Gruppierung, die klipp und klar verlangt, ihnen sei Fluglärm keinesfalls zuzumuten und ihr Gebiet dürfte deshalb gar nicht überflogen werden. Forderungen zu stellen, Eigenleistung aber vehement auszuschliessen, entspricht zwar im heutigen Umfeld der rücksichtslosen „Gewinnmaximierer“ dem Zeitgeist, bringt aber unserem Flughafen keine positive Zukunft. Bürgern die an einen Fortbestand unserer direkten Demokratie glauben, blieb deshalb keine andere Wahl als ein Zeichen zu setzen, dass sie mit der Günstlingspolitik von Regierung und Parteien, wie sie beim Flughafen betrieben wird, nicht einverstanden sind. Dies ist nun in erfreulichem Mass geschehen und müsste Regierung und Flughafenleitung endlich dazu bringen, An- und Abflugverfahren zu optimieren, damit alle Menschen möglichst wenig belärmt werden und dazu Fluglärm so zu verteilen, dass allen Betroffenen ein lebenswertes Umfeld bleibt. Wenn dieses Ziel erreicht ist, werden auch die für ein Leben unter Fluglärmkonzentration vorgesehenen Bürger wieder nach anderen Kriterien wählen können!
Hans Burkhardt, Birchwil
...erschienen im «Tages-Anzeiger» vom 3.8.2006,
Mehrheit gegen Fluglärmkanalisierung
Gegen mehr Flugbewegungen, TA vom 28. 7.
Plafonierung heisst, dem Wachstum Grenzen zu setzen. Laut der
Isopublic-Umfrage möchte das Zürchervolk, dass die Zahl der
Flugbewegungen auf dem Flughafen Zürich so bleibt, wie sie ist. Das
wäre eine Plafonierung auf 265 000 Flugbewegungen im Jahr. Was kommt
diesem Wunsch nun näher: die nahe liegende Forderung der Initiative (250
000 Bewegungen) oder der schwammige Gegenvorschlag der Regierung,
welcher mit der «Plafonierung des Lärms» Sand in die Augen der
Bevölkerung streut und jeglichem Wachstum unseres Flughafens samt
Pistenveränderung Tür und Tor offen lässt?
SUSANNE RIHS-LANZ GLATTFELDEN
Im TA-Artikel zur Isopublic-Umfrage verbreitete
Isopublic-Geschäftsführer Matthias Kappeler einmal mehr das Märchen der
120 000 Stellen, welche direkt und indirekt vom Flughafen Zürich
abhängen. Gemäss der Infras-Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung
des Flughafens sind die direkt abhängigen Arbeitsplätze (also
Airport-related, Airline-related, Gastro- related) für das Jahr 2004 18
010 Arbeitsplätze, die indirekt abhängigen Arbeitsplätze werden mit
8310 angegeben. Direkt und indirekt abhängige Stellen sind also nicht
120 000, sondern 26 320 Arbeitsplätze. Das ist immer noch respektabel,
aber hier hatten die Befragten Recht und der Befrager Unrecht.
ROBERT BRUNNER, STEINMAUR Kantonsrat Grüne
Die Resultate der Isopublic-Studie lassen aufhorchen. Insbesondere die
Tatsache, dass sich zwar 90 Prozent der Zürcher Bevölkerung vom
Fluglärm gar nicht oder nur ein bisschen gestört fühlen, aber dennoch
68 Prozent der Meinung sind, dass der Lärm nicht kanalisiert, sondern
gleichmässig verteilt werden soll. Eine lobenswert solidarische und
föderalistische Einstellung. Damit steht die Zürcher Bevölkerung
absolut diametral zu den Absichten und Bemühungen von Bundesrat Moritz
Leuenberger, Bazl-Direktor Cron und dem eigenen Regierungsrat – und hier
namentlich der Unique-Verwaltungsrätin Rita Fuhrer. Diese verfolgen
nämlich explizit und intensiv eine staatspolitisch problematische
Kanalisierung des Flugverkehrs. Was eine solche bedeutet, erfährt die
Region Wil/Hinterthurgau seit April 2005 tagtäglich und von morgens
früh bis abends spät haut- respektive ohrnah. Denn seitdem führen 50
Prozent aller Abflüge über unsere Region. Ab dem 26. Oktober 2006 werden
neu und gleichzeitig mit den Abflügen auch noch die Anflüge auf das ILS
der Piste 28 über unserem Gebiet zusammengeführt. Dieser Zustand kann
höchstens eine Übergangslösung sein, denn die aktuelle Entwicklung rund
um den Flughafen Zürich ist nicht nur verfahren und undemokratisch,
sondern schlichtweg willkürlich. Offensichtlich sitzt gewissen Leuten
der Schrecken über das Swissair-Grounding noch so tief in den Knochen,
dass sie in ihren Bemühungen, dem Flughafen Zürich etwas Ähnliches zu
ersparen, schlichtweg den Begriff «Rechtsstaatlichkeit» vergessen haben.
Wir im Osten werden uns auf alle Fälle weiterhin mit allen möglichen
Mitteln dagegen wehren, zum Fluglärmabfallkübel des Flughafens Zürich
zu verkommen.
HANS-PETER STEG, WILEN BEI WIL
Forum/Leserbrief „Unverständliche Haltung des Bundes“, ZU vom 25. Juli 2006
Herr Eberhard hat sicher recht, dass der Flughafen für uns alle sehr wichtig ist. Gerade darum ist es auch wichtig, dass er endlich auch mit Rücksicht auf die Fluglärm-Betroffenen betrieben wird. Die nur auf höheren Gewinn und eigenen Vorteil ausgerichtete Betriebsstrategie der Fluglobby führt nicht zu einem zukunftsfähigen Flughafen. Denken wir an die ruinierte Swissair und an die Ablehnung des Staatsvertrages, die ebenfalls Strategien der Fluglobbyisten zum Opfer fielen. Jetzt sind wir Bürger gefordert. Lassen wir uns nicht wieder einschüchtern von Drohungen und falschen Prognosen! Die von der Fluglobby vorgesehenen, krank machenden Fluglärmkonzentrationen über dafür ausgegrenzten Gebieten und keinerlei Störung in den „begünstigten“ Wohngebieten der Fluglobbyisten selbst, würde diesen zwar dank der krassen Unterschiede in der Lebensqualität riesige Vorteile bringen, sind aber in einem Land wie der Schweiz nicht umsetzbar. Der Bundespräsident handelt deshalb folgerichtig, wenn er öffentlich keine Stellung zum laufenden demokratischen Prozess nimmt, denn er hat längst klar gemacht, dass die vom Flughafen vorgesehene Betriebsführung, um bewilligt zu werden, sich politisch umsetzen lassen muss. Dies ist mit den bis jetzt vorliegenden Absichten von Unique nicht möglich. Bleiben wir deshalb dabei, Fluglärm muss so verteilt werden, dass in allen Richtungen geflogen, aber auch, trotz einem Anteil Fluglärm, noch überall lebenswert gelebt werden kann!
Hans Burkhardt, Birchwil
....erschienen im Anzeiger von Kloten, 27.07.2006
Für oder gegen Pistenausbau?
Gemeinderat und Bauunternehmer Heinz Eberhard plädiert in seinem
Leserbrief vom 20.7.06 gegen eine Plafonierung und eine Verlängerung der
Nachtruhe. Dies ist sein gutes Recht und wirtschaftlich sogar
nachvollziehbar. Ueberall wo Privatunternehmungen Konzessionen zu
Gunsten der Gesundheit der Bevölkerung eingehen müssen, leidet der
Profit. Bei einer Bewegungsbegrenzung gibt es grundsätzlich vier
Haltungen: die vom Volk in der Abstimmung legitimierte Zahl 250'000, die
von der Stadt Kloten unterstützte Behördeninitiative bei 320'000, die
natürlich Begrenzung aufgrund der vorhandenen Kapazität bei 350'000 und
keinerlei Begrenzung; also ungebremstes Wachstum. Dazu wüsste ich gerne
die Meinung vom Gemeinderat Eberhard. Und was mich noch viel mehr
interessieren würde: Ist Bauunternehmer und Pistenbauer Eberhard für
oder gegen eine Verlängerung der Ost/Westpiste 10/28? Würde er die
Interessen der Bevölkerung der Stadt Kloten vertreten oder die seines
Unternehmens? Ohne Pistenausbau ist ein Wachstum von zusätzlichen 35%
der Flugbewegungen möglich und würde selbst die künstlich geschaffene
Höchstgrenze zu Swissair-Glanzzeiten bei weitem überschreiten. Alle von
der Schweizer Bevölkerung nachgefragten Ferien- und Geschäftsflüge
könnten problemlos befriedigt werden. In diesem Sinn wünsche ich Herrn
Eberhard einen guten Flug in die Sommerferien; auch in zehn Jahren noch.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
«Sind die eigentlich noch zu retten?»
Zu «Eine Brückensperre zum 1000. Tag» (Ausgabe vom 26. Juli)
Als ich heute meine «ZSZ» öffnete, traute ich meinen Augen nicht: «Schneiser
in Kaiserstuhl!». Sind die eigentlich noch zu retten? Was haben die
Zürcher, Zolliker, Forch- und andere Pfannenstiel-Bewohner im Kanton
Aargau verloren? Soviel ich weiss, braucht es für Demos eine
Bewilligung. Andernfalls drohen Bussen. Und solche - so hoffe ich -
bekommen sie alle. Aber eben. Sie haben ja Anwälte. Die Pendler aber,
die am Dienstagmorgen zur Arbeit fahren wollten, haben wahrscheinlich
keine, um gerechtfertigte Ansprüche durchsetzen zu können. Unter
Umständen müssen sie sogar Lohneinbussen in Kauf nehmen, wenn sie zu
spät am Arbeitsplatz erschienen sind. Ist das nicht auch Gefährdung des
Eigentums, Herr Morf! Davon wollten Sie doch die Finger lassen. Und wie
ist das mit dem Haus- oder Landfriedensbruch? Wenn ich bei einer
Nachbarin unbefugt eindringe, ist das doch auch Hausfriedensbruch. Wie
dem auch sei, genützt hat die Aktion von Schnorf und Konsorten dem
Anliegen der Schneiser bestimmt nicht. Die Pendler und die Zöllner auf
der deutschen Seite sind sicher nicht schuld am Fluglärm an der
Goldküste, und die Kaiserstuhler leben seit mehreren Jahren mit dem
Fluglärm und begreifen diese Demo überhaupt nicht. Auch wir haben zehn
Jahre dort gewohnt und sind nur aus beruflichen Günden weggezogen. Nun
wollen die Schneiser am 1. August auch noch nach Berlin. Schämen sie
sich eigentlich nicht? Sie machen sich dort doch höchstens lächerlich
und schaden überdies der ganzen Schweiz. Noch ein Wort zum gekröpften
Nordanflug und zur Sicherheit: Die Flugzeuge fliegen unter diesem
Anflugverfahren alle über Kaiserstuhl. Wenn sie herunterfallen -
Überlingen lässt grüssen -, sind nur ein paar hundert Menschen davon
betroffen, die offenbar weniger wert sind als Zürcher.
Gertrud Schneeberger-Wepfer, Muri
Die armen Schneiser
Zu «Eine Brückensperre zum 1000. Tag» (Ausgabe vom 26. Juli)
Ja, unermesslich ist das Leiden der Südanflug-Gegner. Man kann doch
wirklich von den Nordanflug-Anwohnern im benachbarten Deutschland und im
Aargau erwarten, dass sie nicht wegen der lächerlich wenigen 15 Stunden
Flugverkehrs täglich so ein Theater machen. Das müssen sie sich ja
schliesslich auch schon gewohnt sein nach seit Jahrzehnten ständig
stärker werdendem Fluglärm. Wir hingegen, die wir im neuen
Südanflugbereich leben, kannten Fluglärm nicht und müssen ihn nun schon
seit 1000 Tagen allerstärksten Flugverkehrs in den unendlich langen
Randstunden morgens und abends ertragen. Hier mein Rat an Sie, liebe
Schneiser. Tauschen Sie doch mit den Nordanflug-Anwohnern die Zeiten.
Dann würde doch Gerechtigkeit herrschen - oder etwa nicht?
Renate Kost, Küsnacht
«Felder fordert Klartext von Bern» (NZZ am Sonntag vom 16.
Juli)...Leserbriefe erschienen am 23.7.06 in der NZZ am Sonntag)
Aus Angst, dass sich sein irrealer Traum vom Hub nicht verwirklichen
lässt, ruft der Flughafendirektor Josef Felder den Bundesrat gegen die
Plafonierungsinitiative zu Hilfe. Seine Furcht ist nicht ganz
unbegründet. Tatsächlich überzeugen seine Argumente für ein unbegrenztes
Wachstum der Flugbewegungen immer weniger. Nachdem die wirtschaftliche
Katastrophe, die stets für einen starken Rückgang des Flugbetriebs
prophezeit wurde, nach dem Swissair-Desaster ausgeblieben ist und Genf
durch den Wegfall der Interkontinentalflüge in keiner Weise an
Attraktivität verloren hat, ist das Volk hellhörig geworden. Immer mehr
Leute - nicht nur die kopflosen - fragen sich, ob der Flughafen wirklich
jener Wirtschaftsmotor ist, für den es sich lohnt, Flugemissionen in
unbeschränktem Mass in Kauf zu nehmen.
Walter Beckmann, Uster (ZH)
Flughafen-Chef Felder spricht in einer Mischung von Selbstherrlichkeit
und demonstrativem Betroffensein dem Zürcher Volk schlicht das Recht ab,
sich an der Urne demokratisch zum Wachstum des Flughafens zu äussern.
Die Urner hätten ja auch nichts zu sagen zum Verkehr am Gotthard, meint
er. Der Vergleich hinkt gewaltig und ist eine Geringschätzung unseres
gewachsenen Staatswesens. Wie würde die Bevölkerung der Kantone Uri und
Tessin wohl reagieren, wenn dort auch eine private Firma, die ihren
Profit mit Tunnel- oder Autobahngebühren erwirtschaftet, eine neue Röhre
am Gotthard forderte, weil sie immer mehr Schwerverkehr durch den Tunnel
schleusen will?
Thomas Brender, Ebmatingen (ZH)
Josef Felder, der Chef des Flughafens Zürich, beklagt sich, dass die
Flughafeninitiative dem Flughafen schade. Und am gleichen Abend macht er
Reklame für diese Initiative, indem er an einem der schönsten
Sommerabende über Süden anfliegen lässt und so manchen Grillabend massiv
stört.
Urs R. Dumermuth, Männedorf (ZH)
Es ist unglaublich, wie man im Kanton Zürich geltendes Recht missachtet
und sich dann noch auf den freien Markt beruft. Würde der Flugverkehr
nicht subventioniert (im internationalen Verkehr sind keine
Treibstoffzölle geschuldet) und nach dem Verursacherprinzip zur Kasse
gebeten, würde sich der Flugbetrieb automatisch reduzieren, ganz im
Sinne der freien Marktwirtschaft.
René Zellweger, Rümlang (ZH)
....erschienen im ZU am 4.7.06
„Gemeinderat wird heftig beschimpft“, ZU vom 30. Juni 2006
Die Haltung des Walliseller Gemeinderates ist weder wirtschafts- noch luftfahrtsfreundlich, sondern schlicht fluglobbyfreundlich. Das sind grosse Unterschiede, denn mittlerweile haben es diese Hasardeure mit Hilfe unserer Regierung fertig gebracht, die Swissair zu vernichten, den Staatsvertrag abzulehnen und dadurch den Fluglärmstreit in Szene zu setzen. Trotzdem hofft die Fluglobby mit Hilfe von Kapital- und Medienunterstützung und einem zusätzlichen Lobbymitglied in der Regierung ihre Günstlingswirtschaft auf Kosten grosser Bevölkerungsteile weiter führen zu können. Dass sich auch Wallisellen Profit aus der Errichtung eines Fluglärm-Slums über dem Osten verspricht, ist offensichtlich, dass aber im Flughafen-Osten Menschen mit Anspruch auf lebenswerte Wohnbedingungen leben, scheint vielen dieser „Möchte-Profiteure“ nicht bewusst zu sein. Darum ist die Aktion von BFO zu begrüssen, denn sie macht klar, was zu erwarten ist, wenn weiterhin die Strategie „unbegrenzte Fluglärmkonzentration“ über scheinbar einflussloseren Mitbürgern verfolgt wird. Demos und Tumulte sind vorprogrammiert! Um dies zu vermeiden wähle ich Ruth Genner in den Regierungsrat.
Hans Burkhardt, Birchwil
...erschienen im TA vom 27.6.06
Für Wirtschaft und Tourismus.
Nach Meinung der Initianten der Behördeninitiative geht die
Flughafeninitiative zu weit. Haben sie sich da wohl gut informiert? Die
Zahl der Flugbewegungen nimmt seit sechs Jahren stetig leicht ab. Die
Wirtschaft wächst. Von den 267 000 Flugbewegungen im letzten Jahr
entfielen nur 230 000 auf den Linien- und Charterverkehr. Nur sie sind
für die Wirtschaft und den Tourismus von Bedeutung. Auch mit der
Flughafeninitiative muss kein einziger dieser Flüge gestrichen werden.
Auch die darin enthaltenen 26 000 Interkontinentalflugbewegungen nicht.
Die Flughafeninitiative behindert weder die Schweizer Wirtschaft noch
deren Wachstum. Alle von der Wirtschaft benötigten Flugverbindungen und
auch ein qualitatives Wachstum ist mit der Flughafeninitiative weiterhin
möglich.
FELIX JACCAZ, WEISSLINGEN Mitglied Initiativkomitee
...erschienen im TA vom 27.6.06
Alles hat Grenzen.
Rund 60 Prozent der Landungen und Starts in Zürich- Kloten geschehen
durch Gesellschaften in deutscher Hand wie Swiss, Lufthansa, Air Berlin
und weitere Carriers. Der Gewinn wird in Deutschland abkassiert und der
Lärm mit Rechtsbruch über dem dichtest besiedelten Gebiet der Schweiz
produziert.
Und da reklamieren die Süddeutschen! Ausserdem kommen doch viele
Grenzgänger zum Arbeiten in unser Land, ohne Steuern oder Sozialbeiträge
zu zahlen. So ist das mit dem Flughafen Zürich. Wobei unser linker
Verkehrsminister und die bürgerlichen Parteien nicht mit Kniefällen
aufhören können, diesen Zustand zu zementieren. Ist es nicht genug, dass
das Schweizer Volk für den Untergang der Swissair gegen vier Milliarden
berappt hat? Müssen wir nun noch weiter für die Lufthansa und andere
deutsche Luftverkehrsgesellschaften bluten? Und Bundesbern schaut zu.
Die direkte Demokratie ist zwar schön, aber die Auslegung von
Abstimmungsresultaten sowie Gesetzen zu Gunsten einer einzelnen
Privatgesellschaft vernichtet Vertrauen.
ROBERT- ROGER MARTIN, STÄFA
...erschienen im Tössthaler am 20.6.06
Die beiden Kandidatinnen für den freien Sitz im Regierungsrat unterscheiden sich in ihren politischen Zielen markant. Für diese Wahl sind die beiden Themen Finanzpolitik und Flughafen besonders wichtig. Wir müssen diejenige Kandidatin wählen, die unsere Interessen vertritt - die Parteizugehörigkeit ist dabei nicht von Bedeutung.
Die finanzpolitische Sicht: Ruth Genner setzt sich für mehr Steuergerechtigkeit ein. Ihr Ziel ist, dass die Steuerfüsse der Zürcher Gemeinden künftig näher zusammenrücken. Auf Grund der geltenden Gesetzgebung unterscheiden sich diese heute bis maximal 50 %. Winterthur und die Tösstalgemeinden bewegen sich fast ausnahmslos am obersten Limit von 123 % (ohne Kirchen), während Küsnacht bei 77 % liegt. Die Bandbreite der Steuerfüsse wird indirekt über den kantonalen Finanzausgleich gesteuert, dessen Neuregelung ansteht. Ruth Genner setzt sich dafür ein, dass finanzstarke Gemeinden wie Küsnacht, mit einer Steuerkraft von über 11'500 Franken/Person, mehr in diesen Topf zu Gunsten der finanzschwachen (Tösstal-)Gemeinden einzahlen müssen, deren Steuerkraft lediglich bei rund 1'400 Franken liegt. Dagegen wehrt sich Ursula Gut als Gemeindepräsidentin von Küsnacht und outet sich als Egoistin; Prädikat unwählbar. Als Bürgerliche setzt sie sich zudem für tiefere Steuern ein; davon würden vorallem die sehr Wohlhabenden profitieren. Dem Kanton gehen Einnahmen verloren, welche mit tieferen Ausgaben kompensiert werden müssen. Dabei sind auch Kürzungen von Direktzahlungen und Subventionen an die Landwirtschaft zu erwarten.
Bezüglich der Flughafenfrage ist die Wahl ohnehin klar: Ruth Genner stellt sich glaubwürdig hinter die Eckwerte der Plafonierungsinitiative - und das nicht erst seit sie sich im Wahlkampf befindet. Ihre Konkurrentin setzt sich im Fluglärmforum Süd gegen Südanflüge ein und ist gleichzeitig für ein unbegrenztes Wachstum des Flughafens. Dazu ein kurzes Resumé: Deutschland limitiert die Nordanflüge, von Süden soll nicht angeflogen werden dürfen, nach Westen wird gestartet, was Landungen ausschliesst, übrig bleibt da einzig und allein noch der Ostanflug... Auch da zeigt Ursula Gut egoistische Züge. Das sie sich auch gegen vermehrte Ostanflüge einsetzen will ist eine leere Worthülse und reine Wahlkampfrhetorik! Für eine Person, welche die gesamte Bevölkerung vertreten will ist dies unhaltbar; Prädikat unwählbar.
Wählen Sie am 9. Juli Ruth Genner in den Regierungsrat, nur sie vertritt unsere Interessen! Danke.
Stefan Rüegg, Turbenthal
...erschienen im Tagesanzeiger, 17.6.06
Beton als Herzstück
Der Artikel über das erste Podiumsgespräch zwischen den Regierungsratskandidatinnen Gut und Genner ist wenig ausführlich und im Stile eines Schüleraufsatzes geschrieben. Frau Gut hatte grosse Mühe ihre sehr konträre Haltung in der Flughafenfrage zu rechtfertigen. Die Vertreterin des Goldküstenfreisinn will keine Süd- und Ostanflüge und unbeschränktes Wachstum. Diese Quadratur des Kreises konnte Frau Gut an diesem Abend nicht erklären. Dafür lieferte sie den Grund für das von ihr angestrebte unbeschränkte Wachstum: der Flughafen sei das Herzstück der Wirtschaft. Wer eine Betonpiste als Herzstück der Wirtschaft bezeichnet, ist vielleicht als Baudirektorin in "ihrem Metier", aber die Interessen der Bevölkerung (=Herzstück der Wirtschaft!) können durch eine solche Kandidatin nicht vertreten werden. Aber dies wird von der Flughafenlobby von Frau Gut auch gar nicht verlangt. Aus diesem Grund gehört Ruth Genner in den Regierungsrat. Für sie sind die Menschen das Herzstück und nicht eine betongegossene Unterlage.
Urs Bachofern, Weisslingen
...erschienen im Tagesanzeiger und Landbote, 17.6.06
Rote Karte für Ursula Gut
FDP-Kantonspräsidetin Doris Fiala versuchte an der Podiumsdiskussion in Winterthur, ihre Kandidatin Ursula Gut mit eigenen Fragen ins "rechte Licht" zu rücken. Es herrscht zwar allgemeine Fussballstimmung im Lande, solche "Steilpassvorlagen" wirken aber eher peinlich. Besser wäre gewesen, Frau Fiala hätte die Goldküstenfreisinnige beim Ostanflug etwas auf den Zahn gefühlt. Hier wird - um bei der Fussballsprache zu bleiben - nämlich kräftig gefoult. Bisher stand Ursula Gut (wie auch Doris Fiala) voll hinter der reinen Ostausrichtung (RELIEF). Im Wahlkampf kommt eine solche Haltung bei der damit auszugrenzenden Bevölkerung schlecht an, deshalb verspricht nun das Gegenteil. Da gibt es nur eine Antwort: Rote Karte und Ruth Genner wählen.
Dominik Bruderer, Schlatt
...erschienen im Landbote, 17.6.06
Gut, gibt es Genner!
Die Regierungsratskandidatin Ursula Gut vom Goldküsten-Freisinn will den
Flughafen unbeschränkt wachsen lassen. Begründung hierfür? Es sei das
Herzstück der Wirtschaft. Was sind das für Politiker, die eine
Betonpiste als DAS Herzstück einer Wirtschaft bezeichnen? Spielt denn
der Mensch in den Überlegungen von Frau Gut keine Rolle? Doch, aber nur
wenn man im Süden des Flughafens wohnt. Endlich gibt sie zu, bisher für
Relief (Hauptanflugpiste Ost!) gewesen zu sein. Rechtzeitig auf den
Wahlkampf verspricht sie, auch den Osten künftig vor Fluglärm zu
bewahren. Wenn da nicht das Herzstück der Wirtschaft wäre; die
Betonpiste. Mit ihrer Forderung nach unbeschränktem Wachstum wird sich
die Frau von der Goldküste für eine Plafonierung unserer Lebensqualität
einsetzen. Es sei denn, sie wird erst gar nicht gewählt. Ganz nach dem
Slogan: Gut, gibt es Genner!
Ruth Wildi, Winterthur
...erschienen im "ZU", 17.6.06
Bauverbote wegen Relief
Im Gegensatz zum Gemeinderat Bassersdorf war ich überhaupt nicht erstaunt über die von der Baudirektion ausgesprochenen Bauverbote in Bassersdorf. Die Bewilligungspraxis wurde nach den Vorstellungen von Relief (Ostausrichtung des Flughafens) umgesetzt. Danach soll im Osten nicht mehr gebaut werden, damit sämtliche Immissionen des Flugverkehrs in unserem Lebensraum konzentriert werden kann. Ausgearbeitet wurde dieses Projekt Relief sowie die neue Baubewilligungspraxis von der zurückgetretenen FDP-Regierungsrätin Dorothée Fierz. Sie soll nun durch die FDP-Goldküstenvertreterin Ursula Gut ersetzt werden. Frau Gut hat am Lobbytreff der Luftfahrtindustrie (30.5.06) bereits klargestellt, wie sie sich den Flughafen vorstellt: Keine Bewegungsbegrenzung für ein unbeschränktes Wachstum! Ursula Gut würde - sofern sie gewählt wird - die Baudirektion von Frau Fierz übernehmen. Es sei denn Ruth Genner wird in den Regierungsrat gewählt! Sie ist für eine Verlängerung der Nachtruhe, keinerlei Pistenausbau und eine Bewegungsbegrenzung. Oder einfach ausgedrückt: Für eine realistische Flughafenpolitik!
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
....erschienen im Tagesanzeiger am 8.6.06
Ein Riesenmumpitz
Frau Fuhrer verlocht einmal mehr Steuergelder. Diesmal, um eine neue
Lärmmessformel zu erhalten. Einige Sätze später dann die entlarvende
Aussage, die Berechnung des neuen Lärmwertes müsse nicht verstanden
werden, sie werde die Berechnung auch nicht verstehen – man müsse
einfach daran glauben . . . Ein Riesenmumpitz, den Frau Fuhrer da von
sich gibt! Gleichzeitig moniert sie, dass mit 250 000 Flugbewegungen der
Lärm nicht reduziert werde. Sicher wird der Lärm damit nicht erhöht!
Zudem wird auch mit einer neuen Bemessung der Lärm nicht weniger und
bleibt so intransparent wie mit der heutigen Lärmmessung ( LEQ). Den
Betroffenen ist es doch egal, wie der Lärm gemessen wird – es muss
einfach weniger sein! Heikle Punkte delegiert Frau Fuhrer umgehend nach
Bern. Bei einem Scheitern sind dann alle andern verantwortlich und
schuld (hatten wir schon: Staatsvertrag)! Frau Fuhrer schwadroniert auch
über den gekröpften Nordanflug, der ohne Zugeständnisse von deutscher
Seite eine Illusion ist. Frau Fuhrer will glauben machen, dass ihr neues
Gummimessband (Lärmmessformel) der Spatz in der Hand sei – die
Initiative die unerreichbare Taube auf dem Dach. Mit der Initiative ist
ein ganz sauberes, einfaches Controlling über den Flughafen möglich.
Diese Formel kann auch Frau Fuhrer begreifen, denn Flugbewegungen können
gezählt und die Nachtruhe kann mit der Uhr gemessen werden. Und so
braucht niemand mit dem Bauch abzustimmen – wie es mit Fuhrers
Gummimessbandformel wäre!
URS DIETSCHI, WEISSLINGEN
....erschienen im Tagesanzeiger am 8.6.06
Frau Fuhrer irrt
Es ist kein Bauchentscheid, wenn schon ein Ohrenentscheid. Wir wurden
jahrelang mit Versprechen abgespeist, bisher ist nichts, aber auch gar
nichts geschehen. Der Gegenvorschlag des Regierungsrats ist eine weitere
Wundertüte. Schon der heutige LEQ ist als Lärmmass unbrauchbar, das
Lärmmass des Gegenvorschlags, die Anzahl stark gestörter Personen, ist
noch viel diffuser. Eins ist klar: Der Gegenvorschlag wird nie, auch
wenn die Belastung ins Unermessliche steigt, zu einer Einschränkung des
Flughafens führen, sondern immer zu Lasten der Bevölkerung gehen. Nach
diesen vielen, uneingelösten Versprechen brauchen wir etwas Handfestes,
Überprüfbares: eine Plafonierung der Bewegungen!
ANITA VALENTINO-METTLER, DÜBENDORF
....erschienen im Tagesanzeiger am 8.6.06
Plafonierung verhindert Super-Hub
Die Plafonierung allein löst das Fluglärmverteilproblem noch nicht, es
verhindert aber den Super-Hub, der den ganzen Kanton Zürich (und grosse
Teile der angrenzenden Kantone) mit einem Lärmteppich belegt. Zudem
dürfte die Verhandlungsbereitschaft Deutschlands steigen, wenn klar
ersichtlich ist, wie gross der Flughafen Zürich maximal sein wird.
WALTRAUD BORSODI, EGG
....erschienen im Tagesanzeiger am 8.6.06
Vertrauen in Gutachten verloren
Wir werden bestimmt nicht mit dem Bauch, sondern mit Verstand abstimmen,
und wir glauben auch den nächsten zehn Gefälligkeitsgutachten – die
Unique selber in Auftrag gibt – nicht. Wenn die Studien stimmen würden,
gingen wir wegen der Abnahme von 325 622 im Jahr 2000 auf heute 267 363
Bewegungen schon längst am Bettelstab. Das Gegenteil ist der Fall: Die
Flugbewegungen haben auch im ersten Quartal 2006 stark abgenommen, das
Wirtschaftswachstum war im gleichen Zeitraum hoch wie seit langem nicht
mehr. Wir haben die Reduktion vom 58 000 Bewegungen schadlos
überstanden, die Wirtschaft wächst trotzdem, wir werden auch eine
weitere Reduktion um 17 000 Bewegungen schadlos überstehen.
MARTIN PFISTER, MÄNNEDORF
....erschienen im Tagesanzeiger am 8.6.06
Rita FuhrAir
Andreas Schmid, VR-Präsident von Unique und das Komitee Weltoffenes
Zürich haben es geschafft. Ihre Flughafenangestellte Rita Fuhrer
vertritt die Interessen der verblendeten Avitatik-Lobby in ihrem
Nebenjob als Regierungsrätin in der Öffentlichkeit und der Presse zu
hundert Prozent. Als Marionette führt sie mittlerweile perfekt das aus,
was diese Hub-Phantasten wollen. Nicht mehr als Volksvertreterin im VR
von Unique die Interessen der Bevölkerung einbringen, sondern im
Regierungsrat, das tun, was ihr vom Flughafenfilz in Auftrag gegeben
wurde. Dieses Bild geht auch aus dem Interview im Tagi vom 3.6.2006
glasklar hervor. Anstatt aufzuzeigen, wie sie die Süd- und zusätzlichen
Ostanflüge abschaffen will, versteckt sie sich hinter dem unausgegorenen
Gegenvorschlag zu Plafonierungsinitiative, welcher die Anzahl der stark
gestörten Personen beschränken soll. Die bestehende Raumplanung oder das
Umweltgesetz interessiert Frau Fuhrer ganz offensichtlich bereits nicht
mehr. Aber gerade in diesem neuen von ihr geplanten Richtwert liegt eine
perfide langfristige Strategie, um alle bestehenden Gesetze zu umgehen
und auszuhebeln. Personen, welche sich gestört fühlen ziehen nämlich
über die nächsten Jahre aus der Südschneise weg oder die heutige Jugend
und Kinder werden mit dem Fluglärm gross und werden entsprechend
konditioniert. Personen, welche Fluglärm nicht stört, werden einziehen
und so wird die Anzahl der gestörten Personen immer weiter sinken.
Wunderbar, in ein paar Jahrzehnten, werden wir keine gestörten Personen
mehr haben und die An- und Abflüge aus allen Himmelsrichtungen können
für Transferpassagiere, welche der Volkswirtschaft nichts bringen,
beliebig nach dem Gusto bzw. der Kasse von Unique erhöht werden. Sprich
der Gegenvorschlag der Regierung (bzw. eben der Angestellten des
Flughafens, Frau Fuhrer) hat nur eines zum Ziel: Wachstum auf dem Buckel
der Bevölkerung. Träumt wohl Frau Fuhrer bereits davon, in Ihrer eigenen
Fluggesellschaft (siehe Titel) als Stewardess Herrn Schmid ein Cüpli
servieren zu können? Anders sind Frau Fuhrers Aussagen nicht zu
verstehen. Leider.
URS R. DUMERMUTH, MÄNNEDORF
....erschienen im Tagesanzeiger am 8.6.06
Schlechter Stil
Die Volksinitiative zur Plafonierung der Flugbewegungen wurde in
Rekordzeit von 21 500 Personen unterzeichnet. Ihnen allen implizit zu
unterstellen, aus dem Bauch zu agieren und mit falschen Informationen zu
manipulieren, ist schlechter Stil. Frau Fuhrer mag als Präsidentin des
Schiesssportverbands beim Zielen über Kimme und Korn eine ruhige Hand
und scharfen Blick beweisen. Der Fokus im Schützenstand erlaubt indes
nur eine sehr beschränkte Sicht. Die nun behauptete Weit- und Umsicht in
politischen und wirtschaftlichen Sachfragen missachtet den überaus
deutlichen Hinweis aus der Bevölkerung und ist ziemlich abgehoben. Er
gründet einzig in der Tatsache, von finanzkräftigen Wirtschaftsverbänden
totalen Sukkurs zu erhalten. Es ist an der Zeit, dass auch Frau Fuhrer
ihre Verantwortung für kommende Generationen wahrnimmt und ihre Position
zu den Grenzen des Wachstums und der Internalisierung von externen
Effekten deutlich darstellt. Die im Hinterzimmer der Regierungsrätin
sitzenden Vertrauensmänner von Unique und Economiesuisse erklären ihr
sicher auch gerne das (ökonomische) Gesetz des abnehmenden Grenznutzens.
RETO MÜLLER, ZÜRICH
....erschienen im Tagesanzeiger am 8.6.06
Wirre Logik
Nun hat Frau Fuhrer den Abstimmungskampf definitiv eröffnet. Sie will
uns lärmgeplagten Flughafenanwohnern weismachen, dass eine Plafonierung
auf 250 000 Bewegungen und eine neunstündige Nachtruhe keine wesentliche
Lärmentlastung ergeben. Was für eine Logik schwirrt nur im Kopf von Frau
Fuhrer herum? Ich jedenfalls habe sie nicht verstanden. Meine Logik ist
diese: Weniger Bewegungen erzeugen weniger Lärm! Weiter will sie
zusammen mit der Wirtschaft dem Stimmvolk weismachen, dass eine
Plafonierung dem Standort Schweiz schaden wird. Diese Argumente werden
immer wieder gebracht, wenn man in einen Erklärungsnotstand kommt. Im
Moment haben wir etwas mehr als 250 000 Bewegungen, und die Wirtschaft
läuft hervorragend. Alle Prognosen werden jedenfalls übertroffen. Ich
kann mir auch nicht vorstellen, dass unsere deutschen Nachbarn das bis
jetzt Erreichte wieder abgeben werden. Daran glaubt nicht mal unsere
Regierung, sonst würden die involvierten Personen viel optimistischer
und entschlossener auftreten. Ob wir im Regierungsrat weiterhin auf nur
Ökonomie, Wachstum und Grössenwahn setzen wollen oder ob wir auch die
Ökologie mit einbeziehen wollen, haben wir bei der Ersatzwahl in den
Regierungsrat selber in der Hand.
DANIEL MEIER, WALLISELLEN
.....erschienen im Landbote am 7.6.06
Und wer vertritt uns?
Economiesuisse läd zum 1. Kongress der Schweizerischen Fluglobby ein und
alle kommen. Die dabei gemachten Aussagen bestürzen mein
Demokratieverständnis. Ständerat Rolf Büttiker spricht vom Ende der
direkten Demokratie und zielt damit gegen die kantonale Volksinitiative
für eine realistische Flughafenpolitik. Swiss-CEO Franz und Unique-CEO
Felder verlangen Steuergelder, um ihre Business zu betreiben und werden
dabei vom Lobbykomitee "Weltoffenes Zürich" unterstützt. Gastgeber
Economiesuisse ist der Dachverband des Grosskapitals. Das Tösstal kennt
keine Pharmakonzerne, Versicherungsmultis und Bankgiganten. Die im
Tösstal ansässigen Firmen sind traditionelle Mittelständler; KMU. Diese
Interessen werden jedoch in keinster Weise von Economiesuisse vertreten.
Sowohl die Schweizerische Maschinen- und Metallbranche (Swissmem) wie
auch der Schweizerische Baumeisterverband treten bei Economiesuisse aus.
Der Werkplatz Schweiz werde völlig ungenügend vertreten, so die
Argumentation dieser Verbände. Genau gleich läuft dies beim Zürcher
Regierungsrat. Das Tösstal bzw. die ganze Region östlich des Flughafens
wird zu Gunsten der Region südlich des Flughafens geopfert werden. So
sind die Anstrengungen hinter den Kullissen: Instrumentenanflug,
Pistenverlängerung, Luftraumsenkung, Relief. Wer nicht handelt, ist
selber schuld.
Barbara Brunner, Turbenthal
....erschienen im "ZU" am 7.6.06
Mit diesem Titel wurde am 27. Mai 2006 im Zürcher Unterländer ein Interview mit unserem alt Stadtpräsidenten Bruno Heinzelmann veröffentlicht. Dieses Interview macht den Anschein, als ob vom Stadtrat Kloten aus viel zu wenig gegen den Fluglärm unternommen wurde, und dass man die Anflugschneise der Piste 28 im Osten einfach gegen Realersatz für dessen Liegenschaftenbesitzer preisgeben will, usw. Dass dem nicht so ist, möchte ich nachträglich durch einige Ergänzungen und Korrekturen aufzeigen.
Der Stadtrat wird alles daran setzen, dass die Ostanflüge nicht zunehmen, sondern eher abnehmen. Dafür setzt sich der Stadtrat nicht nur mit rechtlichen, sondern auch
anderen möglichen Mitteln, wie z.B. die Mitgliedschaft in der Region Ost ein. Aprospos „Region Ost“: Mit keinem Wort wird in diesem Interview die Region Ost mit seinen 84 Gemeinden und 380'000 Einwohnern im Osten des Flughafens erwähnt. Dafür ist diese Vereinigung eines der wichtigsten Instrumente unserer Stadt in Sachen Fluglärm, und schliesslich ist die Stadt Kloten auch Gründungsmitglied dieser grössten Organisation für eine gute Lebensqualität in Flughafennähe. Weiter behauptet Bruno Heinzelmann, dass wir in Sachen Flughafen An- und Abflugregime weit von einer Lösung entfernt sind. Dies entspricht nicht den Tatsachen; denn sowohl die Region Ost hat mit ihrem Vorschlag „Akzeptanz“ den einzig machbaren Vorschlag im letzten Juli in den SIL-Prozess eingereicht. Die Stadt Kloten hat fast gleichzeitig ebenfalls einen Vorschlag eingereicht, der ziemlich genau gleich wie das Projekt „Akzeptanz“ aussieht. Dieser Lösungsvorschlag beruht auf eine Rückkehr zur historisch gewachsenen Nordausrichtung der Anflüge auf unserem Flughafen. Während den Sperrzeiten durch die Deutsche Verordnung wird der gekröpfte Nordanflug verlangt. Es ist bekannt, dass der gekröpfte Nordanflug mit dem PRNAV (Precision Area Navigation) praktisch sofort eingeführt werden könnte, ohne Kapazitätseinbusse, ohne Überflüge von Kernkraftwerken und ohne Lärmexport nach Deutschland. Es setzt im Flugzeug ein „FMS“ (Flight Management Systeme) voraus, mit dem aber nur eines von 20 Flugzeugen, die heute in den Sperrzeiten landen, nicht ausgerüstet ist. Mit dem gekröpften Nordanflug werden zwar ca. 11'000 Einwohner im Norden neu mit mässigem Fluglärm beschallt. Doch die Flugzeuge haben dort überall eine Mindesthöhe von 700 Metern über Boden. Andererseits werden im Osten und Süden dadurch ca. 190'000 Einwohner von Fluglärm durch Flugzeuge von 65 bis 700 Metern Höhe über Boden entlastet. Es wird auch behauptet, dass das Dossier Flughafen neu Sache des Stadtpräsidenten sei, und dass dieses Dossier vorher beim Gesundheitsvorstand angesiedelt gewesen sei. Dies ist nicht korrekt; denn seit der Verwaltungsreform wurde extra ein Ressort „Flughafen und Verkehr„ gebildet, damit in Sachen Flughafen immer mindestens ein Stadtrat sich damit intensiv beschäftigt.
Schliesslich soll nach Meinung unseres alt Stadtpräsidenten alle Fluglärmprobleme nach Bern abgeschoben werden. Wir Einwohner von Kloten sollen also nur noch die Faust im Sack machen.Aus Erfahrung wissen wir aber, dass von Bern oder vom Zürcher Regierungsrat aus in Sachen Flugverkehr selten etwas Brauchbares befohlen wird, wobei die Schuldzuweisungen auf die abgetretene Regierungsrätin Dorothee Fierz nur zum kleinen Teil den Tatsachen entsprechen. Die grosse und überaus sture Drahtzieherin und Verfechterin des Projektes RELIEF ist zweifelsfrei die Parteikollegin von Bruno Heinzelmann, Frau Regierungsrätin Rita Fuhrer. Man muss auch einmal den Mut haben, eine Parteikollegin zu rügen. In dieser Hinsicht ist die Vereinigung Solidaire schon viel weiter. Sie besteht aus den drei Bürgerlichen Parteien SVP, FDP und neuerdings auch CVP zusammen mit den entsprechenden Gewerbevereinen rund um unseren Flughafen. Von Solidaire aus werden die Bürgerlichen Regierungsräte schonungslos kritisiert.
Zum Schluss möchte ich aus diesem Interview noch einen Satz zitieren: “Kloten war immer ein Bestandteil des Flughafens und wird es wohl immer bleiben.“..............!!!???
Peter Seiler, Stadtrat Kloten
....erschienen im "ZU" am 7.6.06
„Weit von einer Lösung entfernt“
Wer dauernd in die falsche Richtung geht, kann sich dem Ziel nicht nähern. Dies hat die Fluglobby bereits im Fall Swissair gezeigt und sie zeigt es auch jetzt wieder. Mit aller Gewalt sollen Mitmenschen mit konzentriertem Fluglärm zum Vegetieren gezwungen werden, damit das Wohngebiet der Befürworter eines unbegrenzten Flugverkehrs von den Lasten eines Flugplatzes ja nichts mitbekommt. Wenn Herr Heinzelmann sagt: „ich bin für eine Konzentrierung auf möglichst wenig dicht bewohnte Gebiete“, so ist festzuhalten, dass die Voraussetzung „wenig dicht bewohnt“ bei unserem Flughafen nicht existiert und deshalb Konzentrierung von Fluglärm für tausende von Betroffenen Gesundheits- und Existenzverlust bedeuten würde. Deshalb muss, wer an einem zukunftsfähigen Flughafen interessiert ist, aufhören, nach Menschen zu suchen, die sich einem pausenlosen Fluglärm ausliefern lassen. Dazu brauchen wir eine Politik, die endlich das Wohl aller Bürger zum Ziel hat und vom Flughafen verlangt, An- und Abflüge so zu organisieren, dass alle Menschen möglichst wenig belärmt werden. Die Stärkung einer angeblich bürgerlichen Regierung durch ein weiteres Mitglied, das nur Partikularinteressen einer gewissen Schicht unterstützten will, können wir uns als demokratie-bewusste Bürger nicht leisten, denn es würde den Fluglärmstreit noch verstärken. Deshalb wähle ich als neue Regierungsrätin Frau Genner.
Hans Burkhardt, Birchwil
....erschienen im "ZU" am 3.6.2006
Es lebe der Feudalstaat!
"Die Zeiten der direkten Demokratie seien vorbei". Diese Aussage von Ständeratspräsident Rudolf Büttiker ist auf der Flughafenseite vom 31. Mai im "ZU" zu lesen. Es lebe der Feudalstaat! Die Renditen an die Oberen, die negativen Auswirkungen - Lärm, Luftverschmutzung - dem niederen Volk. Sollten Umweltprobleme entstehen, können solche ja durch neu zu erfindende Steuern dem gemeinen Volk zur Kompensation auferlegt werden. Fazit: Kein grenzenloses Wachstum und Wahrnehmung der verbleibenden restlichen direkten Demokratie durch Unterstützung von vernünftigen Volksinitiativen und gegen eine Politik, die die direkte Demokratie zum Zweck der Gewinnmaximierung ausschalten will!
Manfred Böni, Nürensdorf
....erschienen im "ZU" am 3.6.2006
Genner mit Wahlkampf Thema Flughafen
Ruth Genner hat klar kommuniziert, dass das Thema "Fluglärm" für Sie ein
ganz wichtiges Wahlkampfthema sein wird. Frau Genner wird die Interessen
der Bevölkerung mindestens so hoch einschätzen, wie die der Wirtschaft.
Auf diese Klarheit wird man bei Ursula Gut vergeblich warten müssen; und
zwar mit gutem Grund. Als FDP-Vertreterin von der Goldküste steht sie
für unbeschränktes Wachstum ein. Die Anliegen der Wirtschaft sind
wichtiger als die der Bevölkerung. Aber auch hier gibt es eine Ausnahme:
als Mitglied des Fluglärmforum Süd befürwortet sie das Projekt RELIEF,
welches eine Konzentration aller Immissionen und Fluglärm auf die
Bevölkerung im Osten und Norden des Flughafens vorsieht. Diese klaren
Worte entnimmt man der Pressemitteilung vom 18.1.2005. Nur damit kann
Frau Gut ihr zweitwichtigstes Ziel nach unbeschränktem Wachstum
erreichen: Keine Südanflüge. Zu Recht klagt hier Ruth Genner an. Wie
kann man unbeschränktes Wachstum fordern und gleichzeitig jegliche
Lasten ablehnen? Mit diesem Egoismus wäre sie zwar auf Augenhöhe mit
Rita Fuhrer, aber wieso nicht aus den vergangenen Fehlern lernen? Nur
Frau Genner wird den begonnen Umdenkprozess im Zürcher Regierungsrat
konsequent weiter führen.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen in der NZZ am 1.6.2006
Fluglärm anderswohin transferieren; so nicht!
Gleich in den ersten Berichten zur Nomination von Ursula Gut als Kandidatin für den Zürcher Regierungsrat wird im Zusammenhang mit dem Flughafen deren Aussage erwähnt, Südanflüge seien unverantwortlich (NZZ 13./14. 05. 06). Sie teilt damit sicher die Ansicht vieler Bewohner des rechten Seeufers und von Teilen des Oberlands. Aber so nicht! Wenn etwas unverantwortlich ist, dann ist es eine derartig kompromisslos daherkommende Aussage, die in dieser Art jedes politische Feingefühl oder Gespür vermissen lässt. Das heisst doch ganz einfach, dass der Fluglärm anderswohin zu transferieren sei, dorthin, wo er offensichtlich zu verantworten ist. Aber auch dort leben Menschen, und auch die möchten vom Regierungsrat in verantwortungsvoller und gerechter Art und Weise vertreten sein. Noch etwas zur Interpretation von Fluglärm: Ich habe fast 30 Jahre in einer Gemeinde unmittelbar westlich des Flughafens gewohnt und gelebt und weiss, was Fluglärm ist. Wir sind nicht des Fluglärms wegen weggezogen. Was aber im Gebiet längs des Sees und im Oberland zu ertragen wäre, würde ich schlimmstenfalls als Luftverkehrsgeräusche bezeichnen, die in Anbetracht der von jedermann geforderten fast uneingeschränkten Mobilität einfach zu unserem heutigen Lebensumfeld gehören wie der Lärm von der Strasse, von der Bahn und von anderen Geräuschquellen.
Ado Trautmann, Kreuzlingen
...erschienen in der NZZ am 1.6.2006
Falsche Wachstumszahlen
In der NZZ-Ausgabe vom 17. 5. 06 wurde die Flughafenpolitik der grünen
Regierungsratskandidatin Ruth Genner wie folgt kritisiert: Sie vertrete
die Forderung nach einer Plafonierung bei 250 000 Flugbewegungen. Dies
hätte starke Einschränkungen zur Folge, da im letzten Jahr knapp 270 000
verzeichnet wurden, Tendenz steigend. Die Zahlen von Unique sehen in
Wirklichkeit anders aus: Im letzten Jahr wurden 266 000 Flugbewegungen
gezählt. Und in diesem Jahr war die Tendenz wie folgt: Januar minus 2,4
Prozent, Februar minus 4,4 Prozent, März minus 3,9 Prozent, April minus
4 Prozent. Jedes Mal, wenn in Zürich- Kloten ein Flugzeug abhebt,
verliert Unique Geld. Viel Geld. Im angestammten Geschäft, dem
Flugbetrieb, machte die Flughafen-Betreiberin letztes Jahr auf 380
Millionen Franken Umsatz fast 40 Millionen Franken Verlust. Darum baut
Unique den Flughafen in Kloten zum Einkaufsmekka und zum Kongresszentrum
aus. Bald wird der halbe Umsatz aus einträglichen Nebengeschäften
stammen, ein Spitzenwert in Europa. Es zeichnet sich also tatsächlich
eine klare Tendenz ab: Der Flugverkehr entwickelt sich immer mehr in
Richtung der Vorgaben der Volksinitiative und zu einem Nebengeschäft.
Bei dieser Tendenz sind wir am Abstimmungstermin bei zirka 243 000
Flugbewegungen, alle können sehr gut damit leben und gewinnbringend für
Unique am Sonntag am Flughafen einkaufen. Motto:
«Ihr Einkaufszentrum mit eigenem Flughafen».
Urs R. Dumermuth (Männedorf)
...erschienen in der NZZ am 1.6.2006
Mehr Nutzen auf lärmfreie Zeit
Ursula Gut ist die FDP-Kandidatin für die Regierungsratswahlen – und somit für mich als FDP-Mitglied «meine Kandidatin». Erste Aussage von Gut zum Fluglärm: Sie sei «gegen die Südanflügeund gegen mehr Ostanflüge». Ich bin verärgert darüber, dass meine Partei eine Kandidatin aufstellt, welche sich in Regierungsratswahlen in erster Linie für ihre eigene Region – den Süden – einsetzen wird. Mir bleiben nur zwei mögliche Erklärungen: Entweder hat sich der «Goldküsten-Filz» durchgesetzt, der hofft, endlich die Südanflüge an den Osten (oder wen auch sonst immer) abzugeben, oder meine Parteileitung hat die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt: dass es bei den Zürcher Regierungsratswahlen in erster Linie um Fluglärm geht. Wie sonst ist es erklärbar,dass Hans Hollenstein auch vom FDP-Lager Stimmen erhielt, obwohl er sich für eineSteuererhöhung stark gemacht hat? Gibt es für mich eine Alternative? Ruth Genner setzt sich für eine faire Verteilung des Lärms und eine Beschränkung der Flugbewegungen ein. Ja, Ruth Genner wird allenfalls den Steuerfuss anheben, vielleicht steigen Staats- und Sozialausgaben. Da bin ich der liberale Vollblut-FDPler und glaube an den freien Markt: Ich lege mehr Nutzen auf meine lärmfreie Zeit und bin gewillt, dafür mehr Steuern zu bezahlen. Und bleibe trotzdem FDP-Mitglied. Vielleicht versteht die Parteileitungbis zu den Wahlen 2007, um was es wirklich geht. Der Osten hat mit Hollenstein zum Glück auch eine Stimme, die zählt.
Michael Stahel (Rämismühle-Zell)
...erschienen in der NZZ am 1.6.2006
„Ursula Gut – nur auf eigene Region fixirt“ NZZ Interview vom 29.5.06
Die Haltung von Frau Gut ist zu offensichtlich nur auf Vorteil für ihre Region fixiert. Wenn sie als Argument gegen Südanflüge vorbringt, die wären nie geplant gewesen, so muss man sich fragen, in welcher Planung war denn der vom gleichen Umfeld so vehement geforderte „Gekröpfte-Nordanflug“ enthalten?
Immerhin hält das Eidgenössische-Luftfahrtsgesetz fest: „Wer in direkter Ausrichtung einer Piste wohnt, muss jederzeit mit geänderten An- und Abflugbedingungen rechnen“. Nun liegt der „entfernte Süden“, somit das Wohngebiet von Frau Gut, in genauer Ausrichtung der Hauptpiste. Trotzdem akzeptiert man dort auch die kleinste Fluglärmbelastung nicht, fordert aber gleichzeitig eine ungebremste Zunahme des Flugverkehrs über Anderen! Mit einer solchen Einstellung darf Frau Gut von Bürgern, die Wert legen auf eine weiterhin demokratische Zukunft unseres Kantons, nicht als Regierungsrätin gewählt werden.
Hans Burkhardt, Birchwil
....erschienen in der Winterthurer-Zeitung am 26. Mai 2006
„Konsensfindung als Ziel“ Interview mit Regierungsrätin Fuhrer Winterthurer Zeitung vom 18. Mai 2006
Es hört sich gut und geschliffen an: „die einen haben ideale Verkehrsbedingungen aber auch den Lärm“ und „wenn sie das nicht wollen, steht ein Wohnortswechsel an“.
Wie aber sieht die von Frau Fuhrer via Regierung vorgesehene Umsetzung dieser wohlklingenden Sätze in Wirklichkeit aus? Frau Fuhrer setzt sich mit allen Mitteln ausgerechnet für jene ein, die unbedingt noch bessere Fluganbindungen wünschen aber gleichzeitig, trotz genauer Ausrichtung auf die Hauptpiste, an ihrem Wohnort die kleinste Störung durch Fluglärm als unerträglich vehement ablehnen! Es ist nun wirklich kein Geheimnis mehr, dass die Fluglobby und Frau Fuhrer mit Fluglärmkonzentrierung beabsichtigen, Mitmenschen auszugrenzen um dann mit Fluglärmbefreiung andere Menschen, die Machtpotential haben, zur Rücksichtslosigkeit gegenüber den „Dauerbelärmten“ zu kaufen.
Mit einem gewissen Anteil von Fluglärm lässt sich noch lebenswert leben, mit Konzentrierung aber sind Gesundheitsschäden vorprogrammiert. Somit wäre dann für jene, die es sich noch leisten könnten, „Wohnortswechsel“ angesagt. Natürlich in jene Gebiete, die Dank willkürlicher Lärmbefreiung und durch Flugschneisenslums knapper gewordenem Bauland, den erhofften Landpreisanstieg realisieren konnten. Mit der Vernichtung der Gesundheit von Mitmenschen lässt sich einfach grosses Geld verdienen, sei es im Drogenhandel oder durch Fluglärmkonzentration. Die Kranken zu betreuen bleibt aber immer Aufgabe der Allgemeinheit. Um nun nicht das Lager der Forderer, die selbst keinerlei Lastanteil mit tragen wollen noch zu verstärken, wählen wir neu in den Regierungsrat Frau Genner.
Hans Burkhardt Birchwil
....erschienen im Landbote am 27. Mai 2006
Für den Osten nicht wählbar!
Regierungsratskandidatin Ursula Gut von der FDP ist Mitglied des Steuerungsausschusses vom Fluglärmforum Süd. Ihre Botschaft ist kurz und prägnant: der Südanflug muss weg! Als Rita Fuhrer und die zurückgetretene Dorothée Fierz am 18.1.2005 verkündeten, dass der Regierungsrat RELIEF – die eigentliche Ostausrichtung des Flughafens! – weiterverfolgen werde, jubelte Frau Gut und ihre Kollegen vom Fluglärmforum Süd. Sie verlangten sogar, dieses menschenunwürdige Projekt müsse sofort umgesetzt werden und verkündeten weiter, den Zürcher Regierungsrat gegen den zu erwartenden Widerstand aus dem Osten zu unterstützen. Frau Gut erklärte damit die Bevölkerung im Osten öffentlich zu einem Lärmkübel um ihr Ziel, die Abschaffung der Südanflüge, zu erreichen. Der Landbote stellte die Frage: „Ist Frau Gut für den Osten wählbar?“. Meine Antwort lautet ebenfalls kurz und prägnant: NEIN!
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
....erschienen im Landbote am 27. Mai 2006
Vom Osten und Norden nicht wählbar
Die Regierungsratskandidatin der FDP Ursula Gut betont vor der Handelskammer in Winterthur, dass sie keine zusätzlichen Ostanflüge will. Tönt gut, aber wer gleichzeitig dem Süden verkündet dass man die Südanflüge sofort abschaffen will und darüber hinaus noch dem Flughafen freies Wachstum ermöglichen will, muss auch erklären, wo er diesen zusätzliche n Flugverkehr abwickeln will. Und dies ist dann eben wieder der Norden und der Osten gemäss den Relief Plänen von Frau Fierz und Frau Fuhrer welche von Frau Gut ebenfalls vollumfänglich gestützt werden. Der Standpunkt von Frau Gut ist für die fluglärmbetroffenen Bewohner im Osten und Norden des Flughafens nicht akzeptierbar und damit kann Frau Gut im Osten und Norden nicht gewählt werden.
Thomas Koch, Winterberg
.....erschienen im Tagesanzeiger, 26. Mai 2006
Ruth Genner in den Regierungsrat
Die Regierungsratskandidatin Ursula Gut von der reichen Goldküste
bedroht mit ihren Äusserungen die Lebensqualität der fluglärmgeplagten
Bewohner im Osten des Flughafens. Sie hat sich als Vorstandsmitglied des
Fluglärmforums Süd bereits sehr klar und eindeutig für die sofortige
Abschaffung der Südanflüge und für ein unbegrenztes, forciertes Wachstum
des Flughafens ausgesprochen. Für Ursula Gut klar, dass die Anflüge vom
Süden in den Osten verschoben werden müssen. Dass unsere Lebensqualität
dabei drauf geht, ist ihr völlig egal. Ursula Gut ist wegen Ihrer
Flughafenpolitik für Bewohner des Ostflugschneisen nicht wählbar! Ruth
Genner hingegen verspricht, dass sie sich dafür einsetzt, dass beim
Flughafen nicht nur die Wirtschaft zählt, sondern auch die Menschen die
hier ihren Lebensraum haben. Sie unterstützt daher eine realistische
Flughafenpolitik mit Bewegungsbegrenzung und menschwürdiger Nachtruhe.
Wir im Osten müssen daher Ruth Genner in den Regierungsrat wählen.
Thomas Koch, 8312 Winterberg
...erschienen im Tagesanzeiger am 08. April 2006
Fuhrers "Realitätsverlust"
Rita Fuhrer“Was wäre Politik ohne Gerüchte?“/ Interview Tagi 5.April 06
Es ist kein Gerücht, aber eine unglaubliche Aussage, wenn Frau Fuhrer behauptet, dass die Regierung „Relief“ mit den Ostanflügen nicht wolle. Denn bereits heute ist Realität , dass sich alle Anstrengungen und Entscheidungen, auch Rechtstaatlich unwürdige, vom BAZL, der UNIQUE, der ZH-Regierung genau auf diese Verlagerung der Anflüge über den Osten fokussieren.. Das Neueste ist das faktische Bauverbot in der Anflugschneise Ost bis Turbenthal. Frau Fuhrer, Haben Sie noch ein Gewissen, wenn Sie im Interview aussagen,
dass die Regierung diese Ostanflüge nicht wolle?. Wetten dass Sie auch mit Ihrem neuen Gegenvorschlag (Lärmformel) zur Flughafeninitiative wieder den Osten im Visier haben?
Zudem wird verschwiegen, dass über den Osten auch die Starts abgewickelt werden.
Es ist kein Gerücht, dass heute das Tösstal von 06.00 bis 24.00 Uhr mit Fluglärm belastet ist.
Von 06.00 – 07.00 Uhr mit den Ueberflügen für den Südanflug, anschliessend, teilweise im 2 Minuten-Takt mit den Starts und ab 20.00 Uhr (21.00 Uhr) gleichzeitig mit den Abflügen (auf unterschiedlichen Flugebenen) die „offiziellen Landeanflüge“ auf Piste 28.
Das ist heute Realität im Tösstal, Frau Fuhrer. Kein Gerücht.
Es ist eine weitere Fehleinschätzung ihrerseits, wenn Sie glauben , die Lage zum Fluglärmthema hätte sich entspannt. Das Gegenteil ist der Fall. Werden die Nachteile des Flugbetriebes nicht fair auf alle Nutzniesser dieses Flughafens verteilt, wird die aufgestaute Wut der einseitig Betroffenen explodieren. Denn auch die Menschen im Osten wollen ein paar Stunden Ruhe und wollen gesund bleiben., Und dafür werden wir gegen rein wirtschaftsorientierte Politiker kämpfen.
Heinz Knecht, Rikon
...erschienen im St. Galler Tagblatt am 17. März 2006
Schluss mit mehr Fluglärm
«In der Sackgasse», 11.3.06
Auch der Regionalflugplatz Altenrhein möchte wachsen; natürlich «moderat», wie sich Volkswirtschaftsdirektor Josef Keller ausdrückt. Und siehe da, die Vorarlberger wollen «bestimmte Ausweitungen des Flugbetriebes» nicht hinnehmen; sprich, sie wollen keinen zusätzlichen Fluglärm. Und das passt der St. Galler Regierung natürlich nicht, muss man Altenrhein doch im Sinne der Wirtschaftsregion richtig positionieren. Da will man Lösungen zusammen mit dem Bazl suchen, ja sogar mit Verkehrsminister Leuenberger sprechen. Und wenn es mit den Vorarlbergern halt nicht klappt, wird man den zusätzlichen Fluglärm irgendwo über der Ostschweiz verteilen.
Für uns im Westen des Kantons, in der Region Wil/Hinterthurgau, tönt es doch ähnlich seitens der Zürcher Regierung. Moderater Ausbau des Flughafens, Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen, gerechte Verteilung des Fluglärms sind weitere Floskeln. Realität ist jedoch, dass das Bazl auf Antrag der Flughafenbetreiberin Unique Zürich-Airport und der Zürcher Regierung einfach verfügt und die betroffene Region im Osten mit dem zusätzlichen Fluglärm leben muss, seit unsere Politiker in Bern den Staatsvertrag mit Deutschland nicht ratifizieren wollten (mit laut hörbarem Resultat). Es ist richtig, dass sich die Vorarlberger bezüglich Fluglärm nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Aber wie sieht es mit der Region Wil/Hinterthurgau aus? Wie kann sich die St. Galler Regierung glaubwürdig beim Bazl für ein strengeres (und damit lautloseres) Flugregime einsetzen (weniger Lärm vom Flughafen Kloten), wenn man gleichzeitig in der anderen Ecke des Kantons, in Altenrhein, einen Ausbau des lokalen Flughafens fordert und somit den Fluglärm forciert.
Für die Anwohner beider Regionen heisst dies wohl, selbst aktiv zu werden und von der Regierung nicht zu erwarten, dass sich diese für die Bedürfnisse der vom Fluglärm betroffenen Bevölkerung einsetzt. Die Region Wil/Hinterthurgau scheint bereits pseudo-wirtschaftlichen Interessen geopfert zu sein. Der Fluglärm wird also im Westen wie im Nordosten des Kantons St. Gallen zunehmen. Wehren wir uns als Betroffene mit allen rechtlichen Mitteln, unterstützen wir bereits bestehende Bürgerbewegungen und nehmen wir zur Kenntnis, dass die St. Galler Regierung für uns nichts tun wird. Erstaunlich ist auch, dass unsere Politiker bis anhin nicht zu viel an Aktivität gezeigt haben. 2005 haben lediglich zwei Kantonsräte aus der Region Wil eine «dringliche Interpellation» an den Regierungsrat zu diesem Thema gestellt. Erinnern wir uns also an den nächsten Wahlen daran und wählen wir regionale Politiker, welche unsere Interessen vertreten und sich für eine gerechte Verteilung des Fluglärms einsetzen. Denn was da zurzeit bezüglich Fluglärmverteilung abgeht, müssen wir uns wirklich nicht bieten lassen.
Jürg Hotz, Wil/SG
...erschienen im Landboten am 13. März 2006
«Bauen wird im Osten schwerer», Landbote» vom 1. März.
Die konzentrierten Aktionen der Flughafenlobby der vergangenen Tage haben ganz entscheidenden Einfluss auf die Zukunft der Region östlich des Flughafens. In Rümlang werden Bauverbote verhängt mit der Begründung, man wolle dieses Gebiet für eine Pistenverlängerung freihalten. In der Region Wil/Hinterthurgau wird der Luftraum gesenkt, damit man neu ab Herbst 2006 über diese Region anfliegen kann. In der Region Winterthur/ Tösstal wurde der Luftraum gesenkt, damit die neuen Abflugwege tiefer erfolgen können. Von Kloten bis Weisslingen wurde eine Projektierungszone verhängt, damit keine störenden Bauten erstellt werden. Die Baudirektion erarbeitet ein neues Bewertungsmodell für Entschädigungsklagen, und zu guter Letzt wurde von der Baudirektion ein neuer Lärmkataster veröffentlicht, welche den Gemeinden im Osten die eigentliche Gemeindeautonomie fürs Bauen wegnimmt. Die Auswirkungen gehen gemäss Karte bis nach Turbenthal. Und das Ziel dieser Aktion? Für die eigentliche Ostausrichtung (= Relief) braucht es eine Pistenverlängerung, Bauverbote und möglichst keine Entschädigungen – ein perfektes Zusammenspiel des «Bermuda-Dreiecks» Regierungsrat/ Unique/Bazl.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen im Landboten am 13. März 2006
Die unheilige Allianz einiger unserer Regierungsmitglieder mit der Fluglobby macht mit einem Bauverbot wieder kund, dass sie weiterhin den Flughafen über Willkür führen will. Mit dieser Ausrichtung, die nie den vorhandenen Gegebenheiten Rechnung getragen hat, sondern stur nur den Forderungen der Fluglobby folgte, hat diese Verbindung mittlerweile unsere Swissair ruiniert, den Staatsvertrag abgelehnt und den Fluglärmstreit mit Deutschland heraufbeschworen. Für diese falsche Strategie büsste immer nur das Volk; für die Verantwortlichen gab es lukrative Abfindungen. Hinter den beantragten Bauverboten steckt nun die Absicht, einen Pistenausbau bis ins Dorf Rümlang durchzusetzen, um dann den Fluglärm über den als weniger wehrhaft eingestuften Mitbürgern zu konzentrieren. Unsere Regierung will also Gesundheit und Lebensexistenz von vielen tausend Mitmenschen dem Privatunternehmen Unique zur Vernichtung durch Fluglärm überlassen. Dabei ist nicht Lärm an sich das Problem, sondern die Konzentrierung und die Dauer. Für Menschen, denen die Zukunft unserer direkten Demokratie und des Flughafens am Herzen liegt, gibt es nur eine Lösung: Fluglärm muss begrenzt und verteilt werden; Pisten dürfen weder verändert noch neu gebaut werden. Über die Plafonierungsinitiative muss das Volk Einfluss auf die Flughafenführung nehmen, denn Unique und Regierung zeigen immer wieder, dass sie den Flughafen über die Köpfe der Betroffenen hinweg führen wollen; das darf nicht hingenommen werden.
Hans Burkhardt, Birchwil
...erschienen im Landboten am 13. März 2006
Das Bazl hat eine Projektierungszone im Anfluggebiet auf Piste 28 publiziert. Betroffen ist auch die Gemeinde Zell. Damit ist ein weiterer Schritt zur Umlagerung des Fluglärms Richtung Osten getan. Die Stadt Winterthur und einige Ostgemeinden haben dem Bazl bereits im vergangenen Sommer mitgeteilt, dass keine Rechtsgrundlage für diese Projektierungszone bestehe. Trotzdem wurde sie nun festgelegt, und allfälligen Beschwerden wurde auch gleich die aufschiebende Wirkung entzogen. Chef des Bazl ist Raymond Cron. Wir erinnern uns: Im Herbst 2005 tauchte Cron in fast allen Zeitungen auf. Die Staatsanwaltschaft Basel- Stadt hatte gegen ihn eine Strafuntersuchung eingeleitet. Angeblich hatte er zu Lasten seines früheren Arbeitgebers unrechtmässige Finanztransaktionen in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken vorgenommen. Er selber rechnet mit einer Verurteilung. Unüberhörbar war der Ruf nach seinem Rücktritt. Als Chef eines Bundesamtes sei er untragbar. «Leuenbergers Top-Beamter muss mit Gefängnis rechnen», titelte eine Zeitung. Nach den ersten Rücktrittsforderungen von grossen Parteien wurde es in dieser Sache aber still. Cron sei ein ausserordentlich guter Amtsdirektor, der das Bazl in kurzer Zeit auf Vordermann gebracht habe; und eine «Nummer 2» unter ihm gebe es in diesem Amt nicht, verlautete es in Bern. Wenn er gehen müsse, werfe das die Schweizer Zivilluftfahrt in einer kritischen Phase um ein bis zwei Jahre zurück, konnte man lesen. Auch der zuständige Bundesrat stellte sich hinter ihn. Seit letztem Herbst wissen wir, dass Tüchtigkeit bei Chefbeamten anscheinend vor einem einwandfreien Leumund kommt. Die hohe schweizerische Sensibilität gegenüber Unkorrektheiten bei Behörden und in der Verwaltung scheint in gewissen Fällen zu verschwinden. Könnte es sein, dass die neue Projektierungszone ein erneuter unkorrekter Schritt eines «tüchtigen » Managers ist? Falls die Rechtsgrundlage fehlt, wie die Gemeinden Kloten, Bassersdorf, Nürensdorf, Lindau, Illnau-Effretikon, Kyburg, Turbenthal, Weisslingen, Zell und die Stadt Winterthur festgestellt haben, müsste diese Frage klar bejaht werden. Geschädigt wäre diesmal die Bevölkerung im Osten, begünstigt wäre die Unique. Wann folgt der nächste Schritt in diesem Grauzonen- Poker?
Kurt Nüesch, Kollbrunn
...erschienen im Landboten am 13. März 2006
Die jüngsten Entscheide der Baudirektion des Kantons Zürich und des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) könnten einschneidende Folgen für die Entwicklung der Stadt Kloten haben. Die Baudirektion veröffentlichte neue Lärmkatasterpläne, welche auf der Basis vermehrter Ostanflüge ausgerichtet sind. Dadurch liegen weite Gebiete von Kloten neu oberhalb der Alarmwerte und Immissionsgrenzwerte. Künftiges Bauen (v.a. von Wohnungen) wird in den Gebieten im Bereich der Ostanflugschneise - wenn überhaupt - nur noch mit Spezialbewilligungen möglich, und das bei bereits ausgeschiedenem Bauland. Neueinzonungen wie auch der neue Zonenplan werden weit gehend verhindert. Bei bestehenden Bauten, welche eine maximal zulässige Höhe überschreiten, werden Änderungen neu bei der Privatfirma Unique bewilligungspflichtig. Dies macht die verhängte Projektierungszone möglich, welche zu hohes Bauen verhindern soll. Nur: «Hierfür gibt es bereits seit Jahrzehnten einen Sicherheitszonenplan. » Kloten wird durch diese beiden Entscheide ein Teil seiner Autonomie beschnitten und die weitere Entwicklung eingeschränkt. Dieser gewollte Schritt in Richtung «Ostausrichtung des Flughafens» kann für Wohnen, Bauen und auch für das Gewerbe gravierende Auswirkungen haben. Als Stadtrat und Ressortvorsteher «Raum und Umwelt », als Unternehmer und als Politiker verurteile ich diese Schritte aufs Schärfste.
Max Eberhard, Stadtrat, Kloten
...erschienen im Tössthaler und der Elgger Zeitung am 21. Januar 2006
…und die Beschränkung der Flugbewegungen ist doch die einzig tragbare Lösung!
Der Regierungsrat, allen voran Rita Furrer (gleichzeitig Verwaltungsrätin des Flughafen Zürichs) stehen ganz klar vom Flughafen Zürich (Unique) unter Druck.
Geht es doch um sehr viel Geld, die in die Kasse des Kantons Zürich fliesst, vielleicht auch in die eigene Kasse einzelner Regierungsräte.
Der kürzlich von Rita Furrer veröffentlichte Entschluss des Regierungsrates des Kantons Zürich die Flughafeninitiative abzulehnen ist bitter. Der Gegenvorschlag den sie bringt, hat meiner Meinung weder Hände noch Füsse und schützt die jetzt schon geplagte Bevölkerung nicht vor Fluglärm, sondern unterteilt sie in eine Zweiklassengesellschaft. Der einzelne Bürger würde bestraft weil er am falschen Ort wohnt. Der Osten steht eh schon, mit der vom Regierungsrat bevorzugten Projekt Relief, zirka 70% der Anflüge in Zukunft über unsere Köpfe abzuwickeln, zur Schonung der Bevölkerung im Süden, auf der Abschussliste. Es werden immer mehr ruhige Wohnräume und Naherholungsgebiete für den stetig wachsenden Flughafen geopfert.
Hätte der Ständerat am 18. März 2003 den Staatsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz nicht abgelehnt, hätten wir diese unverantwortliche Situation mit den Fluglärm in diesem Ausmass gar nicht. Zumindest was die neuen, teils unerträglichen Abflüge bis spät in die Nacht betrifft, teils bis nach Mitternacht. Denn dann hätte man den Flugraum nicht komplett umbauen und die Warteräume über Schweizer Gebiet legen müssen. Das die Süddeutschen sich gegen den immer wachsenden Fluglärm gewehrt haben kann ich nur zu gut verstehen. Denn nun sind wir in der gleichen Situation. Eine faire Verteilung des Fluglärms und eine Beschränkung von 250 000 Flugbewegungen ist die einzige vernünftige Lösung für die Fluglärm geplagten Gebiete. Bei der Abstimmung für den Flughafenausbau wurden wir mit dieser Zahl geködert. Flugbewegungen bis 2005 um die 250 000. Doch schon im Jahre 2000 waren es über 320 000 !!. Auch eine Nachtruhe von 22.00 Uhr bis morgens um 7.00 Uhr ist nicht mehr als Recht. Müssen doch auch die Menschen die in der Flugschneise leben, den ganzen Tag arbeiten und ihre Leistung erbringen. Dafür müssen auch sie mit einer 9-stündigen Nachtruhe belohnt werden.
Stellen sie sich mal vor, ein Strassenarbeiter fängt um 22.00 Uhr an die Strasse aufzureissen. Wie schnell geht es bis sie die Polizei anrufen wegen Nachtruhestörung?
Wir, in den teils neuen Ab- und Anflugschneisen, können das nicht. Wir müssen wegen stetigem angestrebten Wachstum und Grössenwahn des Privatunternehmens Unique und zur Befriedigung der Aktionäre den immer grösser werdenden Lärm einfach ertragen. Denn für sie gilt die Nachtruhe nicht. Fakt ist, eine Beschränkung der Flugbewegungen und der verlängerten Nachtruhe ist für die nationale Volkswirtschaft absolut kein schwerer Schlag und es entstünden auch keine gravierenden Narben im Gesicht der Arbeitswelt. Das ist blosse Angstmacherei der Befürworter für den unendlichen Ausbau des Flughafen Zürichs. Wie aber die Narben bei der geplagten Bevölkerung aussehen, das schreibt niemand.
Einzig der sonst schon verhasste Hub würde eingeschränkt. Dies hat aber sowohl für die Geschäfts- wie auch für die Ferienreisenden keinen Einfluss.
Dafür würde der Wahnsinn der Unique, die bis ins Jahr 2020 über 400 000 Flugbewegungen erwarten, im Jahr 2030 sogar 450 000, gestoppt. Auch eine Pistenverlängerung und einen zusätzlichen Neubau wäre dann vom Tisch. Wie kann ein so kleines Land im bevölkerungsdichtesten Gebiet einen derart überdimensionierten Flughafen betreiben?? Mit stetig wachsenden Lärmemissionen und Umweltverschmutzung. Diesen Grössenwahn werden wir eines Tages bitter bezahlen, wenn wir ihn nicht stoppen!
Thomas Gurzeler, Huggenberg
...erschienen im Tössthaler am 18. Januar 2006
Gegenvorschlag der Regierung
Es dürfte für die Bevölkerung im Tösstal wichtig sein zu erfahren, wie die Umsetzung des Gegenvorschlages der Regierung zur Flughafeninitiative in die Tat umgesetzt wird und was dies für die eigene Region bedeuten wird. Der Regierungsrat und allen voran Rita Fuhrer (in Ihrer Funktion als Verwaltungsrätin von Unique!) will die Bevölkerung teilen. Gemäss ihrem Gegenvorschlag gibt es künftig zwei Lager von Bürgern: schützenswerte und nicht schützenswerte. In den Unterlagen zum Gegenvorschlag wird praktischerweise bereits erklärt, wie man diese beiden Lager trennen will: mit einer Abgrenzunglinie! Eine Verlängerung der Nachtruhe ist nicht mehr wichtig, denn das eine Lager - das schützenswerte - wird überhaupt keinen Fluglärm mehr tragen müssen. In welchem Teil das Tösstal liegen wird ist klar! Mit der Luftraumsenkung, der Einführung des ILS-Anfluges über Turbenthal und der geplanten Verlängerung der Ost-Westpiste wird der Osten als "nicht schützenswert" klassiert. Lassen Sie sich also bitte keine Lügen von IG Flughafen oder Komitee weltoffenes Zürich aufbinden. Ihre Interessen haben nichts - aber rein gar nichts - mit der Bevölkerung im Tössthal zu tun. Diese zu opfern sind sie bereit, damit der Flughafen ungebremst wachsen kann und die Wählerschaft dieser politischen Lobbyisten künftig keinen Fluglärm zu tragen haben. Bedauernstwert, aber so funktioniert halt der Filz.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen im Tagesanzeiger am 12. Januar 2006
Gegenvorschlag Flughafeninitiative
Einer Hütchenspielerin gleich versucht Rita Fuhrer mit dem Gegenvorschlag
zur Flughafeninitiative die betroffenen Bürger zu verwirren. Man weiss,
dass Fluglärmbelastung subjektiv wahrgenommen wird und dass relativ wenig
Fluglärm zum Beispiel als sehr störend wahrgenommen werden kann, wenn man
bisher keinen hatte. Die Einwohner die sich bisher mit dem Lärm arrangiert
haben, könnten sich in Zukunft stark gestört fühlen wenn der Fluglärm auf
gewissen Schneisen kanalisiert wird. Aber die werden ja dann nicht mehr
gefragt. – Man will auf Teufel komm raus einen komplexen, verwirrlichen
Messwerte erfinden, auf welchem möglichst an der alten Wachstumsstrategie
der Flughafenlobby weiterbebastelt werden kann. Dabei gibt es einfache,
klare Messwerte: Flugbewegungen und Nachtruhestunden: 250'000 Bewegungen
und 9 Stunden. Einfach. Klar. Überzeugend.
Thomas Koch, Winterberg
...erschienen im Tagesanzeiger am 27. Dezember 2005
Benken: Der Entsorgungsnachweis ist nicht erbracht/ Kein Kuhhandel
Drei Viertel von 3800 Stellungnahmen zum Thema "Benken" sind aus Deutschland
beim Schweizerischen Bundesamt für Energie eingegangen. Ein deutscher Politiker würde im umgekehrten Fall diese Gelegenheit sofort ausnützen, um eine mit Nachdruck geführte Diskussion zu anderen offenen Sachthemen mit dem Nachbarland zu suchen. Tagtäglich können wir der Presse entnehmen, wie in den grossen Gremien in der Weltpolitik und der Wirtschaft durch stehtiges “Geben und Nehmen“ (ZH-Regierung nennt das Kuhhandel) um Abkommen gerungen wird und so Lösungen erreicht werden Nicht aber so der Flughafen-Filz im Zürcher Regierungsrat.
Der Regierungsrat will offensichtlich mit allen Mittel die Diskussionen um Flugregim-Lösungen mit Deutschland verhindern. Denn mit einem gütlichen Abkommen mit unseren Nachbarn würde nicht nur die Idee "Relief" von RR-Fierz und RR-Fuhrer (Pistenausbau/Neubau, 460000 Bewegungen und gleichzeitigem Lärmterror im Westen, Norden und Osten) überflüssig werden, sondern es würden auch massiv weniger Gelder in die Kassen des Partei- und Wirtschaftsfilzes fliessen.
Darum dürfen Fierz und Fuhrer niemals mehr in die Politik gewählt werden. Der Parteien-/Wirtschaftsfilz (nach Fuhrer "untergeordnetes Netzwerk") wird bekanntlich sowieso dafür sorgen, dass die führensten Nullen in der Politik (unfähige Verhandler) die lukrativsten Verwaltungsratsmantate in der Wirtschaft übernehmen können.
Heinz Knecht, Rikon
...erschienen im Tössthaler am 22. November 2005
Fluglärmghetto Tösstal / Kostproben des künftigen Anflugverfahrens
In einer kleinen Pressemitteilung im Landboten vom Samstag kündigt die Flughafenbetreiberin Unique an, dass in dieser Woche, vom 21. bis 25. November, rund 50 Testflüge auf dem ILS 28 (künftiger Ostanflug) erfolgen werden. Damit kriegen wir von Bichelsee über Oberhofen, Neubrunn, Turbenthal, Rämismühle, Rikon, usw. eine Kostprobe der Zukunft. Nutzen Sie die Möglichkeit, eins zu eins mitzuerleben, was uns blüht. Die Testanflüge sind von Montag bis Freitag, jeweils zwischen 12.30 und 17.00 Uhr geplant; ich gehe davon aus, dass diese mit dem BAZL-Kalibrier-Flugzeug „Beechcraft Turbo KingAir“ durchgeführt werden. Dies ist ein relativ leises Turboprop-Flugzeug, das lärmmässig kaum sehr störend sein wird. Halten Sie Augen und Ohren offen: Optisch erhalten Sie einen sehr realistischen Eindruck unserer wahrscheinlichen Zukunft. Lärmmässig werden die grossen Airliner dann aber ganz anders dröhnen – eine bessere Motivation, sich einer aktiven Bürgerorganisation anzuschliessen wird es kaum geben.
Stefan Rüegg, Turbenthal
...erschienen im Landboten am 03. November 2005
Unbegrenztes Wachstum für den Flughafen
Wir lärmbetroffenen Bürger dürfen keinen Milimeter nachlassen oder nachgeben gegenüber denjenigen Exponenten, die bereit sind, für das uneingeschränkte Wachstum des Flughafens die Lebensqualität zehntausender, ja hunderttausender zu opfern, damit sie ihre Profite maximieren können. Es geht nicht mehr: Alles für die Wirtschaft (Unique) und nichts für die Bevölkerung. Wir müssen solchen Unternehmen und den sie unterstützenden Regierungskreisen unmissverständlich klar machen, dass diese Formel nicht mehr gilt. Wer ein Geschäft betreibt, dessen Auswirkungen so direkten Einfluss auf die Lebensqualität der Bevölkerung hat, muss wissen, dass er nicht Profit maximierend geschäften kann, sondern auf die von seinen geschäftlichen Wirkungen betroffenen Menschen Rücksicht nehmen muss. Das begrenzt seine Wachstumsmöglichkeiten oder schränkt sie letztlich vollständig ein. Nachhaltig ist ein Wachstum nur, wenn es auch die Lebensqualität der Menschen zumindest erhalten, besser aber erhöhen kann. Wenn Wachstum nicht mehr mit Lebensqualität ausbalanciert werden kann, ist fertig für das Wachstum! Entlang diesen Leitlinien zu handeln ist die moralisch-ethisch korrekte Haltung von CEOs in solchen Geschäftsfeldern. Noch haben wir diese CEOs nicht und auch nicht eine Regierung, welche diesen Weg von Unternehmensleitern zu Gunsten der Bürger einfordern würde.
Thomas Koch, Winterberg
...erschienen im Tagesanzeiger am 01. November 2005
Undifferenziert
Eigentlich sollte man sich ja nicht schnell provozieren lassen, aber nach Lesen dieses Artikels muss ich meinem ziemlich grossen Ärger Luft machen. Ich bin äusserst erstaunt und entsetzt, dass anscheinend der «Tages-Anzeiger» jetzt selber auf der Schiene des «ungebremsten und unkontrollierten Wachstums des Flughafens» fährt. Bis anhin war die
Sichtweise meiner Lieblingszeitung doch etwas differenzierter. Fluglärmgegner werden als hoffnungslos realitätsfremd desavouiert. Den idyllischen Cityflughafen, der gleichzeitig Wohlstand und Wachstum garantiert, gäbe es nicht. Einverstanden. Aber ein Flughafen in dichtestbesiedeltem Gebiet, der ungebremst wachsen kann, ohne Rücksicht auf die
Lebensqualität der AnwohnerInnen, ist genauso unrealistisch! Es wird sich
langfristig rächen, wenn man jetzt nur den ökonomischen Verführungen
erliegt. Ökonomie und Ökologie müssen in ein gesundes Verhältnis gebracht
werden, das ist die Aufgabe der Politik. Ein Flughafen, bei dem die
angeblich so grosse Nachfrage (die bei den derzeitigen Dumpingpreisen
nicht erstaunlich ist) einfach diskussionslos befriedigt wird, wächst
weiterhin unkontrolliert. Das ist es, was den AnwohnerInnen so viel Angst
macht. Eine mögliche
Lösung dafür wäre, endlich einmal einen Bewegungsplafond einzuführen (über
dessen Höhe muss sicher hart verhandelt werden) und eine verlängerte
Nachtruhe. Das schafft Sicherheit bei den Leuten, bezüglich ihres
legitimen Ruhebedürfnisses, bezüglich des Schadstoffausstosses und der
Raumplanung in den Gemeinden.
Priska Seiler Graf, Kloten
...erschienen im Tagesanzeiger am 01. November 2005
Wollen wir das?
In Sachen Flughafenentwicklung ist nun auch der «Tages-Anzeiger» im Begriffe abzuheben. Solche Szenarien endeten u. a. mit der Bruchlandung der Swissair. Die erwähnte Studie weist bei ungehinderter Entwicklung eine enorme Verkehrszunahme aus. Ob sie realistisch ist, wird die Zukunft weisen. Wichtiger jedoch ist die Frage, ob wir eine solche Entwicklung
überhaupt wollen, ob sie für unsere Region erstrebenswert ist und wie weit wir sie steuern müssen. Eine Studie über den in 20 Jahren zu erwartenden Nord-Süd-Strassenverkehr käme bestimmt auf ähnlich gigantische Zuwachsraten. Wir müssten dringendst mit Planung und Bau einer 8-spurigen Gotthardautobahn beginnen. Glücklicherweise hat das Volk solch unsinnige Vorhaben bisher stets vernünftiger beurteilt als die Politiker. Aus der Vergangenheit sind auch Wachstumsstudien renommierter Hochschulen in bester Erinnerung. Hätte man sie ernst genommen, wären Milliardenbeträge in den Sand gesetzt worden. Es darf nicht sein, dass über die Köpfe eines Grossteils der Bevölkerung hinweg dem Flughafen ungebremste Expansion zugestanden wird. Auch bei stark gebremstem Flughafenwachstum geht kein einziger Arbeitsplatz verloren.
Kurt Fischer, Lindau
Verrückt
Eigentlich wollte ich einen Beitrag zum Artikel von Hans-Peter Bieri verfassen und sagen, dass dies eine Ohrfeige ins Gesicht der Flughafenanwohner ist: Sie quasi als hysterische Hypochonder zu bezeichnen, weil sie auf die unhaltbaren Lebensumstände am Flughafen aufmerksam machen, die zu kommen drohen! Aber ich kann das Mail auf dem dafür vorgesehenen Formular kaum tippen, weil im Werbefeld oberhalb ein Dauertrailer läuft mit
animierter Werbung einer internationalen Fluglinie für Billigflüge. Irgendwie schizophren!
Anita Hürlimann, Rümlang
...erschienen im Tagesanzeiger am 01. November 2005
Kaltschnäuzig
Hans-Peter Bieri will dem Leser weismachen, dass seine Form von kaltschnäuziger Ignoranz eine anzustrebende Tugend sei. Er schreibt: «Der Regierungsrat stellt den Schutz der Bevölkerung an die erste Stelle, die Stärkung des Wirtschaftsstandorts und der Volkswirtschaft an die zweite.» Tatsache ist, dass eben diese Behörde zur Kapazitätssteigerung jahrelang in vollem Bewusstsein der Risiken und aus rein politischen Motiven die Flugzeuge über dicht besiedeltem Gebiet im Osten auf Kollisionskurs hat fliegen lassen. So zu lesen im Untersuchungsbericht zum Beinahezusammenstoss vom 30. August 2003. Genau davon scheint der Verfasser nichts zu wissen. Oder versteht er unter Bevölkerungsschutz die Strategie der Regierung, die Immissionen auf «möglichst wenige
Menschen» zu konzentrieren? Dann scheint er zu vergessen, dass der «möglichst wenige Mensch» zu Tausenden in diesem Kanton lebt und bei 450 000 Flugbewegungen ein Mehrfaches dessen wird ertragen müssen, was den Zürcher Stadtpräsidenten und Unique-Verwaltungsrat Elmar Ledergerber zum Demonstranten gegen unzumutbare Zustände für seine Bürger machte.
Rolf Locher, Weisslingen
...erschienen im Tagesanzeiger am 01. November 2005
Einseitig
Ihr Artikel fokussiert zu einseitig auf die Nachfrage. Gälte dieses Kriterium grundsätzlich in unserer Gesellschaft, so müssten Altersbeschränkungen für den Kauf von Alkoholika und Tabakwaren, Geschwindigkeitslimiten und generell Massnahmen zum Umweltschutz per sofort gestrichen werden. Gesundheit, Zufriedenheit der Bevölkerung und Leistungsfähigkeit
gehören - auch aus gesamtwirtschaftlicher Sicht - durchaus zum
Kriterienkatalog, den es sachlich zu beurteilen gilt. Ein einseitiges
Fokussieren auf das Erfüllen von Nachfragen greift zu kurz und zeugt
ebenso von Scheuklappen wie eine allzu emotionale Sichtweise. Somit sind
zumindest einige der durchaus auch rationalen Argumente der Kritiker eines
blinden
Ausbaus der Flughafenkapazitäten in die Beurteilung mit einzubeziehen.
Bernhard Aeppli, Grafstal
...erschienen im Tagesanzeiger am 29. Oktober 2005
Neue Piste oder Nachfrage stoppen
Nebst einer neuen Piste braucht es dann auch eine neue, lärmunempfindliche Bevölkerung. Vor lauter Wachstumsrausch und Grössenwahn wissen die zuständigen Personen sicher nicht, wie das mit der Gesundheit und Ruhe der Bevölkerung koordiniert werden soll und wie die entsprechenden Umweltschutzgesetzte und der Bevölkerungsschutz eingehalten werden sollen.
Ein Grossteil des Kantons wird mit solchen Szenarien kaum mehr bewohnbar sein!
Offener als Regierungsrätin Fuhrer hat sich noch kaum ein Politiker so gegen die Volksinteressen gestellt und die Wirtschaftsinteressen einer einzelnen Unternehmung über diejenigen des Volkes gestellt!
Urs Dietschi, Weisslingen
...erschienen im Zürcher Unterländer am 28. Oktober 2005
Mit Vollgass in den Abgrund
Rita Fuhrer verschwendet Steuergelder für eine INFRAS-Studie, die uns vorgaukelt, ein Pistenausbau sei nicht nötig, da die Bewegungen nur bis 350'000 steigen werden. Bern lässt in München eine weitere Studie anfertigen und zeigt auf, dass die Nachfrage sogar bei 450'000 Flugbewegungen liegen wird. Und was macht Rita Fuhrer? Sie applaudiert! Im Rausch der Zahlen wird der Ruf nach Pistenausbau (Verlängerung Ostpiste) und Pistenneubau (Parallelpiste) laut. Die Lobbykomitees wirds freuen, denn ihr Wunsch nach unbezahlbarem und unvernünftigem Wachstum wird entsprochen. Und die Bevölkerung? Sie sollte eigentlich von Regierungsrätin Rita Fuhrer vertreten werden. Stattdessen zieht Sie sich den Hut der Unique-Verwaltungsrätin an und ist über die Ausbaupläne in Richtung Mega-Hub hoch erfreut. Das Urteil ist ernüchternd: der Kanton Zürich wird am SIL-Prozess nicht vertreten.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen im Landboten am 26. Oktober 2005
Fluglärmverteilung: Apropos Solidarität
Solidarität ist aufgebaut auf dem Gedanken, ohne eigene Betroffenheit anderen zu helfen. Spenden für Hunger in Afrika, obwohl (oder gerade weil!) man ja selber genug zu essen hat. Spenden für Flutopfer in Ländern, die Tausende Kilometer entfernt sind. Unterschrift für eine Kinderkrippe, obwohl man selber kinderlos ist. Es ist hier vielleicht nicht ganz einfach, den Rank zum Thema Fluglärm zu finden, und trotzdem probiere ich es. Der Flughafen Zürich hat in jüngster Zeit viele Menschen östlich des Flughafens neu zu Betroffenen gemacht. Betroffen von Lärm und Stickstoffoxyden. Diese Betroffenen wehren sich nun und sind auch auf die Hilfe und Unterstützung anderer angewiesen, die nicht (oder besser gesagt «noch nicht») von diesem Thema betroffen sind. So funktioniert Solidarität. Auch wenn bei vielen die eigene Betroffenheit noch nicht im Vordergrund steht, so gibt es auch ganz eigennützige Gründe für eine Unterstützung. Jemand, der heute noch keine Kinder hat und die Errichtung einer Kinderkrippe unterstützt, ist vielleicht froh über seinen «solidarischen» Entscheid, wenn er unverhofft Vater- oder Mutterfreuden entgegenblickt. Genauso wird es vielen mit dem Thema «Fluglärm» ergehen. Dort, wo heute noch Ruhe herrscht, stört vielleicht schon bald der Lärm der Billig-Airlines. Und wenn dieses Szenario doch nicht eintreffen würde, so hat man – ganz nach dem Gedanken der Solidarität – Betroffenen geholfen, ohne selbst betroffen zu sein.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...versandt an Regierungsrätin Aeppli am 20. Oktober 2005
Sehr geehrte Frau Aeppli
Die Ausrichtung der Zürcher-Flughafenpolitik, die nach wie vor nur Rücksicht auf die egoistischen Forderungen der entfernten Flughafen-Südgemeinden nehmen will, gibt mittlerweile in vielen Gebieten, auch ausserhalb unseres Kantons, Anlass zu starker Kritik. Ich habe deshalb, auch im Namen vieler Menschen, die sich ebenfalls grosse Sorgen um ihre Zukunft machen, beiliegenden Brief an Frau Regierungsrätin Fuhrer verfasst und möchte Sie nun bitten, mitzuhelfen, dass auch in unserem Kanton wieder demokratischen Grundsätzen nachgelebt wird.
Gewinne auf Kosten von Menschen, die dafür Gesundheit und Lebensexistenz opfern müssen, können keinem Land eine langfristig erfolgreiche Zukunft verschaffen. Deshalb darf auch nicht um des momentanen Friedens Willen dem unangebrachten Druck der „Schneiser“ nachgegeben werden, sondern es muss endlich ein An- und Abflugregim
angebracht und darf niemals dazu dienen, was dort in kleiner, limitierter Menge als untragbar gebrandmarkt wird, anderen unter schlechteren Bedingungen fast unbeschränkt aufzubürden!
Die seit Jahren durch Wirtschafts- und Politprominenz gemanagte Willkürherrschaft im Flughafen, die ja auch die Ursache für die heutigen Probleme mit Süddeutschland ist, muss endlich ein Ende finden. Unser Flughafen darf nicht weiterhin als Spielkasino unter Leitung von nur auf Eigennutz fixierten Lobbyisten betrieben werden. Regierungsmitglieder, die immer wieder der Beeinflussung durch geschickt gesteuerte Studien und Beratungen erliegen, die Gewinn nur bei genauer Ausrichtung auf ihre Wünsche versprechen, müssen durch den Gesamtregierungsrat in die kollektive Verantwortung genommen werden. Es darf nicht akzeptiert werden, dass nun auch noch die Gesundheit und Lebensexistenz von vielen tausend Menschen verspielt wird, damit Spekulanten auf Grund der Unbewohnbarkeit grosser Gebiete riesige Gewinne an andern Orten erzielen können.
Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass der Zürcher Regierungsrat endlich für einen demokratie-kompatiblen Flughafen eintritt. Diese einseitige Politik, nur die Bewohner der entfernten Süd-Gemeinden als respektierte Bürger zu behandeln, muss ein Ende haben! Alle Menschen in diesem Land haben Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben. Helfen Sie bitte mit, dass in unserem Land Slums durch Fluglärmkonzentration verhindert werden. Eine positive Zukunft für alle Bewohner wird unserem Land mehr dienen als grosse Gewinne Einzelner!
Mit freundlichen Grüssen
e vorgegeben werden, das auf Grund der vorhandenen Pistenanlage, die ja grundsätzlich im Gelände richtig positioniert ist, alle betroffenen Menschen möglichst wenig belärmt!
Man kann mit Fluglärm leben, aber nicht mit den durch Fluglärmkonzentrierung vorgesehenen Mengen, die auch noch zusätzlichen Lärm verursachen würden, weil sie ja nicht über das beste Flug- und Pistengelände abgewickelt werden könnten. Die aus purem Eigennutz inszenierte Verteufelung des Fluglärms durch die „Schneiser“ ist absolut un
Hans Burkhardt
...versandt an Regierungsrätin Fuhrer am 20. Oktober 2005
Sehr geehrte Frau Fuhrer
Mit ihrer am Freitag 7. Oktober vorgestellten Studie wollen sie einmal mehr darüber hinwegtäuschen, dass Unique und sie weder gewillt noch in der Lage sind, unseren Flughafen unter den vorgegebenen Umständen auf sinnvolle Art und für die Bevölkerung verträglich zu führen. Ihre Schuldzuweisung für die hohen Defizite an alle jene, die nicht ihrem einseitigen Anspruch auf absolute Fluglärmbefreiung der entfernten Südgemeinden Folge leisten, ist absolut unhaltbar, denn ein Hauptgrund dafür ist die Ablehnung des Staatsvertrags mit Deutschland. Dazu ist in der Bevölkerung noch gut in Erinnerung, dass der Zürcher Regierungsrat und Unique mit ihrem Lobbyismus die Ursache für die Ablehnung des Staatsvertrages waren. Dass die Spekulation, man könnte trotz genauer Ausrichtung auf die Hauptpiste und guter flugtopografischer Voraussetzungen mit lautstarkem Druck von Polit- und Wirtschaftsarroganz verhindern, dass je ein Verkehrsflugzeug über die entfernten Südgemeinden fliegen würde, nicht aufgehen könnte, war voraussehbar. Für die Kosten dieser Fehleinschätzung andern die Schuld zuzuweisen, ist deshalb absolut fehl am Platz, vielmehr müssten sie und Unique endlich eingestehen, dass sie unter den gegebenen Umständen nicht gewillt und in der Lage sind, unseren Flughafen auf demokratie-kompatible Art zu führen. Die einzig richtige Konsequenz daraus ist, die Flughafenleitung endlich Persönlichkeiten zu übertragen, die gewillt sind, unseren Flughafen auf Grund der vorhandenen Pistenanlage und mit lärmoptimiertem Flugregime zu Gunsten der ganzen betroffenen Bevölkerung zu organisieren! Handeln sie, bevor die Verluste für Flughafen und Volk ins Unermessliche steigen, denn für die massiv einseitige Bevorzugung der entfernten Flughafen-Südgemeinden durch ihre Politik gibt es absolut kein stichhaltiges Argument. Hinter dem einzigen, von ihnen stets stereotyp vorgebrachten Grund „Der Regierungsrat setzt sich dafür ein, dass möglichst wenig Menschen von Flugzeugen belärmt werden“ verbirgt sich, mittlerweile für viele Menschen erkennbar, die Tatsache, dass in Gebieten mit ungünstiger Flugtopografie durch künstliche Tiefhaltung der Flugzeuge oder Turns knapp über den Köpfen, Menschen unnötig stark belärmt werden sollen. Dazu haben sie ja auch noch die Absicht, trotz dieser für die Betroffenen bereits lärmmässig ungünstigen Voraussetzungen, auch gleich noch eine möglichst lange Flugdauer pro Tag zu Gunsten Unique’s zu erwirken. Dass dadurch Mitmenschen ihre Gesundheit und Lebensexistenz verlieren ist ihnen gleichgültig, Hauptsache die Immobilienpreise, im von ihnen so stark unterstützten Gebiet der entfernten Flughafen-Südgemeinden steigen rasant und Unique kann aus dem rücksichtslosen und unbeschränkten Überfliegen der Betroffenen Gewinn ziehen!
Dieselbe Strategie, Wirtschaftsgewinn auf Kosten der Leiden ausgegrenzter Mitbürger, wurde ja bereits von der Wirtschaftselite in den Südstaaten der USA vor dem Sezessionskrieg versucht bei zu behalten und endete damals in Bürgerkrieg, der aber zu Gunsten der Ausgegrenzten endete. Wir glauben an unsere direkte Demokratie und sind überzeugt, auf dieser Basis ein für alle Mitbürger, trotz eines Anteils Fluglärm, ein noch lebenswertes Umfeld erhalten zu können. Wir wissen, dass dafür noch einiger Einsatz nötig sein wird und würden notfalls auch, analog dem Vorgehen von Herr Bantel, Personen, die nur für partikulare Interessen der Südschneiser kämpfen, massiv unter Druck setzen. Damit möchten wir erreichen, dass auch die Anliegen der Menschen ausserhalb der entfernten Flughafen-Südgemeinden im Regierungsrat ernst genommen werden!
Zurzeit hoffen wir aber immer noch auf Politiker, die am Weiterbestand unserer Demokratie interessiert sind und glauben an eine demokratiewürdige Lösung für unseren Flughafen, ohne dass mögliche Ausschreitungen unsererseits nötig werden!
Ich bitte sie deshalb, beenden sie den Versuch, mit Fluglärmkonzentrationen die Menschen krank zu machen. Geben sie Persönlichkeiten, die gewillt und fähig sind mit den vorhandenen Pisten einen fluglärmoptimierten Flughafen zu betreiben, eine Chance! Vorsätzliche Errichtung von Slumgebieten und damit Ausgrenzung und schwere Diskriminierung von Mitbürgern haben bei uns keine Chance und werden keine Mehrheit finden!
Mit freundlichen Grüssen
Hans Burkhardt
...versandt an Regierungspräsidentin Fierz am 07. Oktober 2005
Sehr geehrte Frau Regierungspräsidentin Fierz
Einmal mehr entnehmen wir den Medien, dass sie als Baudirektorin im Hintergrund am demokratieunwürdigen Projekt „Relief“ weiter arbeiten lassen! Sie versuchen somit ohne Auftrag des Souverains Tatsachen zu schaffen, die rücksichtslos nur auf eigenen Vorteil ausgerichteten Profiteuren zu riesigen Gewinnen verhelfen sollen. Dass sie damit die Gesundheit und Lebensexistenz von vielen Tausend Mitmenschen ruinieren würden, interessiert sie absolut nicht, Hauptsache für sie, Flughafenmanager und ihr Umfeld können ein weiteres Mal zu Lasten des Volkes abkassieren!
Nun leben wir aber vorläufig noch in einer direkten Demokratie, bei der auch das Volk noch etwas zu sagen hat (auch wenn ein gewisser Herr Rosenstock bereits daran arbeitet, den direkten Einfluss des Volkes auszuschalten) und dieses wird ihre Absicht nie unterstützen!
Die im Gebiet der „Süd-Schneiser“ inszenierte Fluglärmverteufelung hat viele Mitbürger im ganzen Kanton hellhörig gemacht, denn nichts kann darüber hinwegtäuschen, dass es sich im Gebiet der „Schneiser“ um die geringste und erst noch zeitlich eng begrenzte Fluglärmbelastung aller mit Fluglärm belasteten Gebiete handelt. Zu laut und zu offensichtlich wurde immer wieder auf angeblich zu erwartende Immobilienverluste hingewiesen, sodass mittlerweile viele Bürger realisiert haben, dass sie, mit dem Projekt „Relief es“ darauf abgesehen haben, den durch Fluglärmkonzentration zu erreichenden Gesundheits- und Lebensexistenzverlust der ausgegrenzten Bevölkerung im Osten in Immobiliengewinne in ihrem Umfeld umzuwandeln.
Zu einem solchen Vorhaben werden sie nie die Mehrheit der Stimmbürger gewinnen können, denn unser Volk wird die absichtliche Errichtung von Slumgebieten, damit andere hohe Gewinne erzielen können, niemals akzeptieren! Stoppen sie deshalb endlich alle Vorhaben im Hinblick auf „Relief“! Fluglärm muss so verteilt werden, dass alle Menschen ohne Ausgrenzung leben können. Machen sie dazu ihrem Umfeld endlich klar, dass auch dort ein gewisser Anteil Fluglärm mitgetragen werden muss. Wenn dann auch noch die Flughafenleitung mit Persönlichkeiten besetzt wird, die Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen als zur Flughafenführung unabdingbar betrachten, dann haben wir endlich die Basis für einen zukunftsfähigen Flughafen und die Mehrheit der Bevölkerung wird hinter ihm stehen!
Mit freundlichen Grüssen
Hans Burkhardt
...erschienen in der NZZ am 20. Oktober 2005
Möglichst viel Ruhe vor dem Fluglärm?
Das Interview mit Regierungsrätin Fuhrer zeigt zum einen, dass sie mit verdeckten Karten spielt, vieles andeutet und nicht offen informiert. Zum andern bestätigen ihre Aussagen, dass sie eine wirkliche Diskussion der Optionen für das neue Betriebsreglement des Zürcher Flughafens verweigert. Eine Verwirklichung der Variante „Relief“ mit einer weitgehenden Abwicklung der Anflüge aus dem Osten und wahrscheinlich mit einer Pistenverlängerung ist für sie beschlossene Sache. Ausgeblendet wird die Tatsache, dass grosse Teile unseres Kantons und eine weit über den Kanton Zürich hinaus reichende Region Ost klar gegen diese Variante Stellung bezogen haben. Fuhrer behauptet auch, andere Varianten wie ein Rotationsmodell stünden nicht mehr zur Diskussion, obwohl sie in den Entscheidungsprozess im SIL-Verfahren eingeflossen sind und dort zur Diskussion stehen! Fuhrers Anliegen, „möglichst viel Ruhe und eine möglichst geringe Belastung für möglichst viele Bewohner des Kantons“ zu erreichen, ist eine Mogelpackung. Hinter der schönen Formulierung verbirgt sich die Absicht, die Südgemeinden von jeglichen Lärmimmissionen zu verschonen und dafür den Osten, Westen und Norden mit teilweise schwerem Lärm zu belasten. In diesen Regionen wohnen sehr viele Menschen, denn es gibt im Kanton Zürich keine wirklich dünn besiedelten Regionen. Die geltenden Lärmverordnungen verbieten klar eine so einseitige und unfaire Lösung, denn sie verlangen den Schutz der ganzen Bevölkerung, nicht nur einzelner Gruppen, vor übermässigem Lärm.
Peter Siber, 8303 Bassersdorf
...erschienen im Zürcher Unterländer
Bauverbot in Rümlang für Pistenverlängerung (ZU 5.10.05)
Nach Baustopps in Kloten folgen diese nun auch in Rümlang. Einmal mehr entpuppt sich die ehemalige Unique-Verwaltungsrätin Dorothée Fierz als Handlangerin der Flughafenlobby. Genauso wie das Komitee "Weltoffenes Zürich" (Leserbrief kürzlich im ZU) will der Flughafenfilz die Ost-Westpiste verlängern um den An- und Abflugverkehr im Osten, Westen und Norden zu konzentrieren. Damit sollen Mehrheiten für künftiges Wachstum Richtung 420'000 Bewegungen geschaffen werden. Gerade im richtigen Moment kommt deshalb das Postulat im Kantonsrat für ein Pistenmoratorium. 350'000 Flugbewegungen (sprich plus 40%!) sollen gemäss diesem Postulat für die nächsten Jahre genügen. Jeder Kantonsrat, der sich gegen diesen Vernunftsbeweis ausspricht, stuft seinen Lobbyauftrag höher ein als den Bevölkerungsschutz und gehört abgewählt!
Damit eine Mehrheit für ein unbezahlbares, künftiges Wachstum am Flughafen gesichert werden kann, soll die Ost-Westpiste verlängert werden. Es soll erreicht werden, dass die unliebsamen Südanflüge zurück in den Osten gelenkt werden können und ihre eigene Wählerschaft damit befriedigt wird.
Ralph Weidenmann, 8309 Nürensdorf
...erschienen in der NZZ und im Landboten am 04. Juli 2005
Neue Flughafenstudie stösst auf Ablehnung
Schon wieder eine euphorische, Flughafen-freundliche Studie. Wie viele hatten wir schon davon in den letzten fünfzehn Jahren? Wie viel ist von den Prophezeiungen dieser Orakel jeweils eingetroffen? Was sind die Konsequenzen, wenn man sich auf solche Studien verlässt, beruft und danach plant? Untergang der Swissair und ein zu grosser und zu teurer mit Steuergeldern vergoldeter Flughafen. Hat irgendjemand der vom Fluglärm in der Lebensqualität eingeschränkten Bevölkerung noch Glaube oder Vertrauen in Konzepte und Vergehensweisen der Unique Verwaltungsrätin Rita Fuhrer welche zufälligerweise noch Regierungsrätin ist?
Nein, sicher nicht. Und schon gar nicht, wenn es sich bei der Studienverfasserin um dieselbe Firma handelt, welche uns auch das unsäglich menschenverachtende Konzept RELIEF beschert hat. Hier geht es einzig und allein darum, Macht zu demonstrieren und den aufmuckenden Bürgern Angst zu machen. Aber wir werden mit der Plafonierungsinitiative diesen immer noch wütenden Grössenwahn der Flughafenturbos stoppen.
Werden die Flugbewegungen nämlich begrenzt, wird dies keine einzige jetzt existierende Stelle kosten und unsere Lebensqualität kann sichergestellt werden. Die Drohgebärde "Wer gegen das Flughafenwachstum ist, wird arbeitslos" verfängt, so hoffe ich, bei der Bevölkerung schon lange nicht mehr.
Thomas Koch, Winterberg
...erschienen im Tageassanzeiger am 07. Juli 2005
Passagierbefragung am Flughafen Kloten
Das Ergebnis dieser Umfrage zeigt einmal mehr, dass die Flughafeninfrastruktur ein Monopolbetrieb ist. Genauso wie beim Eisenbahnschienennetz existiert für die Flughafenbetreiberin keinen Wettbewerb. Es ist deshalb Unsinn, aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit die Investitionen in Umwelt und Anwohnerschutz zu vernachlässigen. So wie die Airlines die Kosten für gestiegene Kerosinpreise auf die Passagiere überwälzen, soll der Flughafen die Kosten für Schallschutz und Entschädigung überwälzen. Dass die herbeigesehnte Wettbewerbsfähigkeit dabei keinen Schaden nehmen wir, zeigt die jüngste Umfrage eindrücklich. Als „unentbehrlich“ – wie in diesem Bericht genannt – werden Monopolbetriebe wie Unique auch künftig gelten.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen im Tageassanzeiger am 30. Juni 2005
Plafonierung, Drohfinger Arbeitsplätze
Jedes Mal, wenn der Drohfinger wegen Arbeitsplätzen erhoben wird, dann stimmt etwas nicht.
Braucht der Flughafen wirklich ein ungebremstes Wachstum? Ist es sinnvoll, neue Arbeitsplätze zu generieren, die enormen Lärm und Dreck verursachen? Dass der Osten dadurch nicht mehr bewohnbar wird und sich nicht mehr weiterentwickeln kann, davon schweigt die Studie. In der Ostregion werden Tausende von neuen Arbeitsplätzen dadurch vernichtet. Dem Volkswirtschaftsdepartement fehlen scheinbar die Ideen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, die die Lebensqualität nicht einschränken und umweltverträglicher sind. Es wird Zeit, dass Frau Regierungsrätin Fuhrer das Departement einem ihrer Kollegen überlässt, der unbefangen ist.
Kurt Ehrensperger, Basserdorf
...erschienen in der NZZ am 21. Februar 2005
Spagat für SVP-Wähler
Momentan möchte ich nicht SVP-Wähler sein, denn ich müsste den Spagat zwischen Parteiinteresse (Bortoluzzi wählen) und weniger Fluglärm im Osten schaffen. Neidisch schauen die anderen Parteien auf die sonderbare Selbstlosigkeit von SVP-Vertretern im Osten. Stramm stehen sie hinter der Regierungsratskandidatur von SVP-Kandidat Toni Bortoluzzi, im Wissen, dass sie damit die einseitige Verteilung von Fluglärm in den Osten wählen. Wie ist es sonst zu verstehen, dass im Unterstützungskomitee von Herrn Bortoluzzi so viele SVP-Gemeinderäte auch aus Winterthur und den vom Fluglärm betroffenen Aussenwachten im Osten vertreten sind oder dass die Lindauer SVP Inserate für ihren Kandidaten schaltet, in einem Dorf, in dem an jedem zweiten Haus ein blaues Fluglärmbanner hängt? Würde ihr Kandidat gewählt, stiege die Chance, dass der Osten mit Lärm zubetoniert würde. Wer auf Toni Bortoluzzis Internetseite seine Meinung zum Fluglärm sucht, findet klare Antworten. Da steht "Der Fluglärm ist zu kanalisieren", gemeint ist über dem Osten, denn er befürwortet das Projekt Relief, das den Fluglärm über dem Osten kanalisieren will. Die gleiche Aussage machte der Kandidat in einem Radio-Interview auf die Frage, ob es in drei Jahren keine Südanflüge mehr gebe: "Ja, da bin ich sicher." Wenn er gewählt werden sollte, wird er sich zum Flughafen-Turbo entwickeln, denn er "möchte den Hub nicht ausschliessen" (Auszug aus seiner Internetseite). Aus diesen Gründen scheint die Stimmabgabe eines Zürcher Ostbürgers für Toni Bortoluzzi einem Martyrium gleichzukommen. Ausser man frisst für einmal über den Zaun und wählt Hans Hollenstein, denn lieber einmal ein schlechtes Gewissen der Partei gegenüber als jahrelang keinen Schlaf mehr.
Dominik Bruderer, Schlatt
...erschienen in der NZZ am 21. Februar 2005
Zweierlei Mass in Deutschland
Zwei aufschlussreiche Artikel fanden sich vor kurzem in der gleichen Ausgabe (NZZ 26. 1. 05). Auf Seite 17 lautete der Titel "Keine Entschädigung für Fluglärm in Köln", auf Seite 47 hiess es "Deutschland bleibt hart im Fluglärmstreit". Gegen den Lärm eines eigenen Flughafens (Köln) wehren sich die Anwohner erfolglos. Bei einem fremden Flughafen (Zürich) sollen die Anwohner hingegen mit allen Mitteln geschützt werden (natürlich nur auf der deutschen Seite). Dies, obwohl die Lärmbelastungen hier viel geringer sind als in Köln. Gibt es in Deutschland denn nicht auch so etwas wie Rechtsgleichheit?
Rudolf Fraefel, Grüningen
...erschienen in der NZZ am 21. Februar 2005
Fluglärm - oder: Zürichs Ost-Süd-Problem
Kürzlich ging durch die Presse, dass das Fluglärmforum Süd weiter wachse.
Nach der Aufnahme von Gemeinden in den Kantonen Schwyz und Zug meldet das Forum, dass es rund 270 000 Einwohner vertrete. Das Fluglärmforum Süd lehnt bekanntlich jegliche Anflüge im Süden des Flughafens Zürich ab. Eine Begründung ist die Widerrechtlichkeit der Einführung von Anflügen auf den Flughafen. Das lautstarke, bedingungslose Protestieren im Süden hat offenbar den Regierungsrat beeindruckt. So wird die Favorisierung des Projekts "Relief" verständlich. Im Osten ist die Situation anders. Die sogenannte Widerrechtlichkeit der Einführung von Anflügen ist zwar identisch, und die Region Ost umfasst 350 000 Einwohner. Im Gegensatz zum Süden hat sich der Osten von Anfang an bereit erklärt, einen Teil des Fluglärms zu übernehmen.
Er findet das für alle Himmelsrichtungen richtig und wichtig. Aus Erfahrung wissen wir im Osten, wie terrorisierend Fluglärm wirkt, wenn er beim Einschlafen und beim Erwachen auf den Menschen eindringt. Gerecht empfindende Menschen im Süden werden sich diesem Argument nicht verschliessen. Diese Ungeheuerlichkeit will aber der Regierungsrat dem Osten mit "Relief" zumuten.
Eugen Senn, Lindau
...erschienen im Zürcher Unterländer am 18. Februar 2005
Die Versprechungen des Toni Bortoluzzi
Toni Bortoluzzi versucht in den letzten Tagen die Wähler des Ostens und des Nordens zu überzeugen, dass er sich für die Aufhebung der Süd- und Ostanflüge einsetzen wird. Herr Bortoluzzi vertritt aber die SVP, die mit zwei Regierungsräten schon im Unique Verwaltungsrat sitzt und die explizit an den für den Osten unhaltbaren Vorschlägen des Projektes RELIEF beteiligt war. Wir wissen: RELIEF zielt primär auf die Entlastung des Südens und die volle Belastung (bis 150000 Landungen!) des Ostens sowie des Nordens (bis zu 150000 Starts!) ab. An einer Podiumsveranstaltung in Bülach hat Herr Bortoluzzi letzte Woche auf Nachfrage eingeräumt, dass er, wenn mit Deutschland keine Lösung gefunden werden könne, RELIEF unterstützen würde. Passen wir auf: Herr Bortoluzzi will dem Osten und dem Norden Sand in die Augen streuen! Sein primäres, verstecktes Ziel ist die Aufhebung der Südanflüge. Was im Osten und Norden dann geschieht ist ihm egal.
Thomas Koch, Winterberg
...erschienen im Tössthaler am 15. Februar 2005
Regierungsratskandidat Toni Bortoluzzi
Herr Zanetti, Sekretär der Zürcher SVP, muss leider entgegnet werden, dass der Regierungsratskandidat Toni Bortoluzzi vor allem Massnahmen unterstützt, die eine Politik der Wiederabschaffung der Südanflüge verfolgen. So wissen wir seit der Präsentation des Konzeptes des "geköpften Nordanfluges" durch Unique Mitte Januar, dass die Einführung des gekröpften Nordanfluges nur in den Morgenstunden zwischen 0600 und 0700 Uhr geschehen kann und somit vor allem dem Süden und in keiner Weise dem Osten dient. Mit der Einführung des gekröpften Nordanfluges Druck auf Deutschland auszuüben würde ich als reichlich naiv bezeichnen. Denn wird dieser Anflug eingeführt, hat Deutschland schon mit einer weiteren einseitigen Verordnung gedroht. Würde eine solche geschehen ist sicher, dass der Osten noch mehr Anflüge haben würde. Also, lieber Herr Zanetti, die SVP Strategen sollten jeweils noch einen Schritt weiter denken als nur bis zum nahe liegenden aber kontraproduktiven Vorgehensweisen. Das dies Herr Bortoluzzi auch nicht kann, habe ich an der Podiumsveranstaltung letzte Woche in Bülach live erlebt.
Thomas Koch, Winterberg
...erschienen im Tössthaler am 15. Februar 2005
SVP-Filz im Unique Verwaltungsrat
Herr Zanetti, Generalsekretär der SVP Zürich, will den Tössthalern weiss machen, die SVP setze sich gegen Ostanflüge ein und eine Wahl von Toni Bortoluzzi sei ein Segen für die fluglärmgeplagten Ostanwohner. Dem muss ich ganz entschieden widersprechen. Sowohl die kantonale SVP wie auch Toni Bortoluzzi kümmern sich nur um die Anliegen des Südens. 66% der Regierungsvertreter im Unique-Verwaltungsrat kommen von der SVP. Es sind die gleichen Exponenten, welche die Ostanflüge mittels Notrecht eingeführt haben. Der Flughafenfilz lässt grüssen. Herr Bortoluzzi hatte seine Feuertaufe in Bülach, als es an einer Podiumsdiskussion ausschliesslich um das Flughafenthema ging. Herr Bortoluzzi hat keine Ahnung, was Relief ist geschweige denn wie viel Nachtruhe zurzeit überhaupt vorgeschrieben ist. Beim Nachhacken der Moderatorin outete sich Toni Bortoluzzi endlich wahrheitsgetreu: wenn man gerichtlich gegen Deutschland nicht weiterkommt, dann ist Relief eine Alternative. Der Regierungsratskandidat der SVP, Toni Bortoluzzi würde den Osten zu Gunsten des Südens jederzeit und kompromisslos opfern. Dieses Opfer wären bis zu 70% aller Anflüge über unseren Schlafzimmern! Für den Osten gibt es folglich nur einen möglichen Namen auf dem Stimmzettel: Hans Hollenstein. Alles andere macht den Bock zum Gärtner.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen im Zürcher Unterländer am 28. Januar 2005
Bundessache
Ohne Absprache mit dem Bund lanciert der Zürcher Regierungsrat das Projekt Relief. Ohne Absprache mit dem Bund lanciert der Flughafen in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Regierungsrat den gekröpften Nordanflug. Ohne Absprache mit dem Bund werden Betriebsreglemente (Nummer sechs!) eingereicht, welche massiv mehr Kapazität und Fluglärm der Bevölkerung bringen wird.
Nun reagiert Deutschland auf die bewussten Zürcher Provokationen und teilt mit, dass die Anflugbeschränkungen nicht verhandelbar seien und der gekröpfte Nordanflug nicht akzeptiert werde. Und wie reagiert der Zürcher Regierungsrat auf diese Meldung? Keine Stellungnahme, das ist Sache des Bundes! Und wie reagiert der Flughafen auf diese Meldung? Keine Stellungnahme, das ist Sache des Bundes! (NZZ 26.1.05 / Seite 47).
Versprechen, Beschwichtigen, Hinauszögern und Illusionen streuen. Dies ist die Politik des Regierungsrates und der privaten Aktiengesellschaft Unique. Aber wenn es um die Realität geht, also um das Platzen dieser illusionistischen Versprechungen, dann soll dies der Bund den Bürgern erklären. Man schiebt den schwarzen Peter an den Bund weiter und will die eigenen Hände in Unschuld waschen.
Wieso versucht man es nicht gleich mit der Wahrheit? Ehrlichkeit kommt vielleicht nicht immer gut an, dafür kann man auch Monate später noch dazu stehen.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen in den Winterthurer Nachrichten am 27. Januar 2005
Fluglärmmanagement kommt aus dem FDP-Lager
In einem Interview in die Enge getrieben, teilte uns die FDP-Kantonspräsidentin Doris Fiala den wirklichen und einzigen Grund für die Nomination Bortoluzzis für den Regierungsrat mit: Die Flughafenpolitik. Durch den Schwenker Hollenstein's - heute ist er voll auf FDP Linie in der Flughafenfrage! - hätte er an Glaubwürdigkeit eingebüsst. Die FDP brauche verlässliche Partner im Flughafendossier. Dazu gibt es drei Sachen zu erwähnen. Erstens braucht die FDP auch verlässliche Partner in allen anderen Dossiers. Sie spielt momentan Steigbügelhalter für Bortoluzzi nur wegen der Flughafenfrage und verrät damit die restlichen Wirtschaftsdossiers. Zweitens stellt sich die Frage, wie verlässlich Bortoluzzi in der Flughafenfrage ist. Noch vor zwei Jahren, bei den letzten Regierungsratswahlen, schaltete die FDP zusammen mit dem Lobbyverein "Komitee weltoffenes Zürich" ganzseitige Inserate "Gegen die Demontage des Flugahfens". Gerichtet waren diese Inserate ausschliesslich gegen die Flughafenpolitik der SVP! Und drittes müsste die FDP konsequenterweise ihren eigenen Regierungsrat Ruedi Jeker sofort aus dem Regierungsrat zurückziehen. Er war es nämlich, der mit dem Postulat Jeker und dem sogenannten Lärmmanagement die Fluglärmverteilung überhaupt ins Spiel gebracht hat. Also, wie sinnvoll ist nun die Begründung von Doris Fiala?
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung am 21. September 2004
Zürich ohne Hub - Schnitt ins eigene Fleisch
Die Verfasserin Regula Dettling-Ott ist nicht die harmlose Rechtsanwältin und Professorin, wie sie im Artikel bezeichnet wurde, sondern Lobbyistin der Swiss und Unique. Sie war bis vor kurzem Anwaltspartnerin von Kaspar Schiller, dem neuen Verwaltungsrat von Unique, und arbeitete zur Hauptsache für die Swiss und andere Airlines !
Darum ist es auch nicht verwunderlich, wenn sie mit Begründungen, warum ein Hub juristisch nicht verboten werden könne, Verwirrung zu stiften versucht. Ob Zürich als Hub, Alpen- oder Cityflughafen bezeichnet wird ist völlig unerheblich. Zürich war schon 1980 ein Hub, als der Flughafen erst 150'000 Flugbewegungen zählte und die Swissair noch florierte. Die Bevölkerung will jedoch keinen führenden Europa Hub in Zürich mit mehr als 250'000 Flugbewegungen, weil dies weder der Wirtschaft noch der Bevölkerung irgend etwas nützt, sondern höchstens Unique. Auch Swiss würde das nichts nützten, hat sie doch weder die Kraft noch die Chance im Wettbewerb eine führende Stellung zu erreichen. Die für die Schweiz notwendigen Verbindungen müssen definiert werden, ein Hub kann kein Ziel sein, höchstens eine Lösung. Die Luftfahrtpolitik des UVEK zeigt in diese Richtung. Die Zahl der Flugbewegungen kann und muss auf gesetzlichem Weg beschränkt werden. Die Initiative „für eine realistische Flughafenpolitik“ hat das zum Ziel. Sie öffnet den Weg zu einem qualitativen Flughafen ohne Verspätungen. Einem echten Bedürfnis der Wirtschaft.
Felix Jaccaz, Weisslingen
...erschienen im Zürcher Unterländer am 07. September 2004
Bauministerin Fierz will im Osten eine Lärmwüste!
Ausgabe 26.8.2004 "Reservat" Flughafen
Frau Fierz betont, dass das Projekt Relief von einer unabhängigen Expertengruppe ausgearbeitet wurde. Sie müsse mit Frau Fuhrer dieses Projekt studieren und bis Ende Jahr entscheiden, ob es weiterverfolgt werde. Wie kann die Regierungsrätin dann beim Komitee Pro Flughafen bereits Resultate präsentieren und die Bürger im Osten in einen Lärmwüste verwandeln?! Es zeigt sich nun klarer denn je, dass dies ein politisches Projekt war und das Resultat im vornherein beeinflusst wurde. Mit dem Wegfall der Südanflüge erfüllt die Bauministerin Fierz die in ihr gesetzten Erwartungen: im Süden kann wieder unbeschwert gebaut werden. Dass sie gleichzeitig die Lebensqualität zweier Regionen (Osten und Norden) völlig zerstört ist der Bauministerin Fierz völlig egal. Es ist beschämend, dass sich solche Personen immer noch als Volksvertreter ausgeben. Von der Redaktion ZU wünsche ich in Zukunft für Themen wie "Relief", welche das Einzuggebiet ZU betreffen, eine engagiertere Berichterstattung.
Fritz Kauf, Bassersdorf
...erschienen im Zürcher Unterländer am 03. September 2004
Lauwarme, mutlose Berichterstattung im Zürcher Unterländer
Als langjähriger Einwohner einer Flughafen-Ostgemeinde sind wir natürlich auch von den Fluglärm-Immissionen in Breite-Nürensdorf äusserst betroffen und wehren uns innerhalb der Bürgerprotest-Organisationen entsprechend für die Wahrung unserer legitimen Rechte.
Um so mehr stört es denn auch, dass im Unterländer vom 26.8. im Artikel <<"Reservat" Flughafen (ph)>> der letzte Satz lautet: Dadurch soll die Lebensqualität für die Bevölkerungsmehrheit verbessert werden. Und was ist mit der Bevölkerung im Norden und im Osten??? Dieser Satz, ausgerechnet in der Tageszeitung des Zürcher Unterlandes wirkt wie eine Ohrfeige an die gesamte Bevölkerung der nördlichen und östlichen Katnonsteile! So holt sich der ZU in unserer Gegend mit Sicherheit keine Sympathien!
Nur der Ordnung halber möchte ich hier nochmals erwähnen, dass wir wissen, dass wir mit dem Flughafen und dessen Infrastruktur eng verbunden sind und damit zu leben haben. Wir wünschen dem Flughafen eine florierende Existenz. Wir wissen, dass wir mit Emissionen des Flughafens, z.B. Fluglärm und Zubringerverkehr, etc. zu leben haben. Aber es kann nicht sein, dass man den Regionen Ost Norden zumutet, all das zu übernehmen, was die anderen Regionen von sich weisen. Die im "Relief" geplante Fluglärm-Kanalisierung nach Norden und Osten ist so ziemlich das Niederträchtigste, was einem von gewählten Regierungsvertretern zugemutet werden kann. Sie als Leiterin Ihres Redaktionsteams müssten wissen, dass dies die mehrheitliche Einstellung der Bevölkerung unserer beiden Regionen und damit auch Ihrer Leser und Abonnenten darstellt. Ich denke es müsste eine zentrale Aufgabe des regionalen ZU sein, Regierungsvertretern unmissverständlich in Erinnerung zu rufen, dass sie der ganzen Bevölkerung gegenüber verpflichtet sind und deren Anliegen entsprechend zu vertreten haben. Die einseitige Betrachtungsweise der Zürcher Regierungsvertreter im Unique VR zu Lasten der Bevölkerungsteile im Osten und Norden ist ein absoluter Skandal, und man muss sich wirklich fragen, ob der Betrieb eines zentralen Flughafen in private Hände gehört oder nicht in Verbindung zu den anderen grossen Landesflughäfen generell Sache der Landesregierung sein müsste.
Ich bin grundsätzlich der Ansicht, dass der ZU gegenüber der Bevölkerung, von der er gelesen wird, zu diesem Thema sehr lauwarm berichtet und keine Farbe bekennt. Wohl publizieren Sie in regelmässiger Art und Weise die Flughafenseite, sowie Leserbriefe, das Thema Fluglärm in Form von Leitartikeln aufgreifen und sich zu einer Haltung zu bekennen, die der Region Rechnung trägt, dazu fehlt Ihnen offensichtlich der Mut. Wo steht denn der ZU eigentlich gegenüber unseren legitimen Anliegen und Forderungen? Sie wissen genau, dass wir im Osten und im Norden auf niederträchtigste Art und Weise betroffen werden, falls es den beiden Regierungsrätinnen D. Fierz und R. Fuhrer gelingen sollte, das Projekt Relief durchzusetzen.
Als Tageszeitung unserer Region würde es dem ZU wohl anstehen, den Bürgerorgansiationen und Interessenvertretern unserer Region ein ganz spezielles Flughafen-Forum zu bieten, mit Leitartikeln zu führen und grundsätzlich Hilfestellung für die Anliegen unserer Bevölkerung zu bieten. Wir wünschen, dass unsere Interessen durch unsere lokale Presse entsprechend vertreten und publiziert werden.
Hans-Peter Ingold, Breite-Nürensdorf
PS: Der gelb ausgezeichnete Absatz wurde nicht publiziert
...erschienen im Tages Anzeiger am 2. September 2004
Fierz streitet alles ab
Bauministerin Fierz will gar nichts zur Sicherheit der Ostanflüge im Projekt Relief gesagt haben und streitet, gemäss der goldenen Regel der Politiker, erstmals alles ab. In ihrem Eifer hat sie gar nicht bemerkt, dass die Aussage gar nicht ihr vorgeworfen wurde, sondern ihren Experten, die die umstrittenen Aussagen zweifelsfrei gemacht haben. Sie will auch Relief ohne Einflussnahme nur bestellt haben und habe den Bericht nur sofort veröffentlicht um Transparenz zu schaffen. Sie bestreitet auch jede politische Verantwortung für Relief. Trotzdem wirbt sie bei allen betroffenen Gemeinden für Relief und präsentiert Relief beim Komitee pro Flughafen Zürich als die Lösung für das Flughafenwachstum. Oder hat sie das auch bereits bestritten ?
Felix Jaccaz, Weisslingen
...erschienen im Tages Anzeiger am 2. September 2004
"Relief" vernachlässigt Sicherheitsbetrachtungen!
Ausgabe 31.8.2004 Falsche Aussagen zum Ostanflug
Ich dachte in der Luftfahrtbranche heisse das Credo - Safety First. Gilt das für die Zürcher Regierungsrätin Dorothée Fierz nicht? Wie kann sie beim Komitee Pro Flughafen und bei vielen Gemeindeexekutiven bereits Resultate präsentieren, welche noch keiner Sicherheitsüberprüfung unterzogen wurden? Es zeigt sich nun klarer denn je, dass RELIEF ein politisches Projekt ist/war und das Resultat im vornherein beeinflusst wurde. Damit die "Abgrenzungslinie" so verläuft, wie sich die Regierungsvertreterin vorstellt, werden alle Tatsachen ausgeblendet, die nicht ins Wunschbild passen. Wann endlich begreifen Frau Fierz und auch Frau Fuhrer, dass die Sicherheit mehr zu gewichten ist als eine unsinnige Kapazitätssteigerung. Dürfen wir von unseren gewählten Volksvertreterinnen nicht ehrliche, wahrheitsgetreue Berichterstattung erwarten?
Fritz Kauf, Bassersdorf
...erschienen im Tages Anzeiger am 2. September 2004
Mit Lügen zum Ziel
Es wird gelogen, was das Zeug hält. Um ihr Raumplanungsprojekt "Relief" durchzusetzen, greift Dorothée Fiez scheinbar auch zu Mitteln, die einer Regierungsrätin unwürdig sein müssten. Sie zitiert Experten, die von gar nichts wissen und behauptet Dinge, die unbewiesen sind. Wenn es darum geht, den Süden vom Fluglärm zu befreien, ist ihr scheinbar jedes Mittel recht. Eigentlich passt so ziemlich alles in ihr Flughafendossier, das sich seit Jahren auf Lügen stützt. Es passt auch zu ihrer Arroganz, mit der diese Dame ihre Politik vertritt.
Richard Maurer, Kloten
...erschienen im Tages Anzeiger am 1. September 2004
Falsche Aussagen zum Ostanflug
Frau Fierz wohnt in der Südanflugschneise und ist vom Fluglärm direkt betroffen. Verständlich, dass man als Lärmopfer jede andere Anflugvariante bevorzugt und diese dann gerne als sicher, optimal, umweltverträglich und vieles mehr bezeichnet.
Dass Frau Fierz als Regierungsmitglied jedoch Äusserungen betreffend Sicherheit macht, ohne dass entsprechende Abklärungen getroffen wurden ist bedenklich. Die Abgabe des Flughafendossiers an ein unbelastetes, kommunikationsfähiges, weder im Süden noch Osten wohnhaftes Regierungsmitglied wäre dringend notwendig.
Peter Maag
...erschienen im Tages Anzeiger am 1. September 2004
Frau Fierz und ihre Gutachten
Um den Flughafeninteressen zu dienen, nimmt Frau Fierz anscheinend Unwahrheiten in Kauf. Die Sicherheit spielt dabei keine Rolle. Und Frau Fuhrer überlegt sich auch, wie sie die betroffene Bevölkerung am einfachsten umgehen kann. Zu Recht misstraut die Bevölkerung rund um den Flughafen allen Aussagen der Regierung und der Flughafenvertreter!
Urs Dietschi, Weisslingen
...erschienen im Zürcher Unterländer am 30. August 2004
"Dörfs es bitzli meh si?"
"Das Pistensystem dürfe kein Tabu mehr sein", verkündet Regierungsrätin Dorothée Fierz jüngst an einer Veranstaltung des Komitees Pro Flughafen und machte damit deutlich, dass nach Meinung des Regierungsrates die Piste 28 weiter nach Westen und die Piste 32 nach Norden verlängert werden müsse. Ein Tabu allerdings bleibt für Fierz der Süden, der mit allen nur erdenklichen Mitteln vom Fluglärm verschont werden soll, denn schliesslich gelte es - so Fierz - "die Lebensqualität für die Bevölkerungsmehrheit (im Süden!) zu verbessern".
Dass eine Regierungsrätin, die letztlich die Verantwortung für die Bevölkerung im ganzen Kanton wahrzunehmen hat, sich zu einer derart abschätzigen, ja beleidigenden Argumentation hergibt, hat nicht nur mit Arroganz zu tun, sondern ist vielmehr eine Frechheit, die nicht einfach hingenommen werden sollte. Sie entspricht einem Denken, das alles vergisst, was nicht der Wirtschaft dient und nützt. Wir im Osten und Norden sind nach dieser Mentalität ganz einfach Bürger zweiter Klasse, die ruhig von Lebensqualität träumen mögen, aber ja nicht erwarten dürfen, dass ihre Bedürfnisse und Anliegen ernst genommen werden. Kapitalkräftig ist der Süden und der hat letztlich das alleinige Sagen. Es ist jene Klientèle, die voll und ganz hinter Fierz und Fuhrer steht und der es letztlich gleichgültig ist, wenn der Osten und Norden die ganze Last des Flughafens zu tragen hat. Hauptsache ist, dass sich im Süden ruhig und gut leben lässt und der unbequeme Fluglärm möglichst bald und definitiv aus ihrem Lebensraum verschwindet. Im "Reservat" soll der Osten ersticken!
"Dörfs es bitzli meh si"?, heisst es in einem bekannten Song der Gebrüder Eugster. Ja, schon, doch nicht nur ein bisschen, sondern lieber noch viel, viel mehr, lautet wohl das Fierz'sche und Fuhrer'sche Credo. Als Unique-Verwaltungsräte bleibt ihnen wohl nichts anderes übrig, als das auszuführen, was ihnen Schmid und Felder diktieren. Und dazu gehört zweifellos der ultimative Verzicht auf die unbequemen Südanflüge sowie die postulierte Pistenverlängerung nach Westen und Norden. Massnahmen, die angeblich der Sicherheit dienen, die aber letztlich nichts anderes bezwecken, als eine Ausweitung des Flugverkehrs ins Unermessliche. Bezüglich des Flughafens und seiner Entwicklung sind wir in der Vergangenheit bereits verschiedentlich angelogen worden, sodass auch jetzt zu befürchten bleibt, dass einmal mehr mit der Wahrheit sehr grosszügig umgegangen wird.
Richard Maurer, Kloten
...erschienen im Tages Anzeiger am 28. August 2004
Bauministerin Fierz will im Osten eine Lärmwüste!
Ausgabe 26.8.2004 Flughafen: Fierz spricht Klartext
Frau Fierz betont, dass das Projekt Relief von einer unabhängigen Expertengruppe ausgearbeitet wurde. Sie müsse mit Frau Fuhrer dieses Projekt studieren und bis Ende Jahr entscheiden, ob es weiterverfolgt werde. Wie kann die Regierungsrätin dann beim Komitee Pro Flughafen bereits Resultate präsentieren und die Bürger im Osten in einen Lärmwüste verwandeln?! Es zeigt sich nun klarer denn je, dass dies ein politisches Projekt war und das Resulat im vornherein beeinflusst wurde. Mit dem Wegfall der Südanflüge erfüllt die Bauministerin Fierz die in ihr gesetzten Erwartungen: im Süden kann wieder unbeschwert gebaut werden. Dass sie gleichzeitig die Lebensqualität zweier Regionen (Osten und Norden) völlig zerstört ist der Bauministerin Fierz völlig egal. Es ist beschämend, dass sich solche Personen immer noch als Volksvertreter ausgeben.
Fritz Kauf, Bassersdorf
...erschienen im Anzeiger der Stadt Kloten am 26. August 2004
Gleichgültigkeit macht sich nicht bezahlt
Jetzt hat Regierungsrätin Fuhrer Klarheit gesprochen: "Eine robuste Pistenausrüstung setze eine Verlängerung der Ost-West-Piste voraus", gibt sie einem Tagi-Interview zum Besten und bringt damit unmissverständlich zum Ausdruck, dass ihr einziges Anliegen in einer Kapazitätssteigerung des Flughafens besteht. Und wenn ich gar noch lese, dass sich die Mehrheit der Anflüge über den Norden und den Osten konzentrieren und damit der Süden aus der Schusslinie genommen werden soll, frage ich mich schon, in welche Kategorie die im Osten des Flughafens lebende Bevölkerung einzustufen ist. Eine andere Lösung als die Kanalisierung gibt es nach Aussagen von Fuhrer für die Regierung nicht. Zur Freude der "Südschneiser", die in Regierungsrätin Fuhrer und ihrer Kollegin Fierz (beide übrigens prominent im Unique-Verwaltungsrat vertreten!) zweifellos zwei glänzende Fürsprecherinnen gefunden haben, die besorgt sein werden, dass der Süden zum Nachteil von Hunderttausenden von Menschen im Osten und Norden nicht mehr länger beschallt werden wird. Eine Ohrfeige für all jene, die sich bereit erklärt haben, den abendlichen Lärm zu schlucken, wenn gleichzeitig eine Verteilung auf den südlichen Raum stattfinden wird.
Langsam aber sicher nimmt die Auseinandersetzung eine Form an, die uns auch in Kloten nicht gleichgültig sein kann und darf. Was ich bis heute leider vermisse, ist die Haltung und Einschätzung unserer politischen Parteien. Mich würde schon interessieren, wie unsere Politiker bezüglich der Lärmverteilung denken, wie sie die Interessen der Bevölkerung wahrnehmen und was sie zusammen mit dem Stadtrat unternehmen, um einer verhängnisvollen Entwicklung nicht Tür und Tor zu öffnen. Ob Kloten dereinst im Lärm versinkt oder - wie vom Stadtrat immer wieder verkündet - an Wohnlichkeit gewinnen soll, entscheidet sich vermutlich schon schnell einmal. Klare Worte sind gefragt, Gleichgültigkeit macht sich nicht bezahlt. Der Süden macht uns vor, wie man sein Ziel erreicht.
Richard Maurer, Kloten
...erschienen im Tages Anzeiger am 25. August 2004
Frau Regierungsrätin Fuhrer spricht Klartext.
In einem Interview im Tagesanzeiger (24.8) fordert Regierungsrätin Fuhrer die Verlängerung der Ostpiste 28 und will eine Kapazitätserweiterung hauptsächlich zu Lasten der Ostbevölkerung.
Ich frag mich nur wie viele eindeutige Stellungsnahmen bürgerlicher Politiker es denn noch braucht, bis sich der bürgerlich dominierte Osten wehrt und auch auf Parteiebene seine Exponenten zurückpfeift. Liegt es daran dass die massgebenden Köpfe in der SVP eben nicht im Osten wohnen. Oder ist der Osten zuwenig "Volk" für die Partei, die nie müde wird sich als die einzige wahre Vertreterin ebendieses Volkes darzustellen. Pikant ist auch, dass SVP-Regierungsrätin Fuhrer auch nicht auf die neuen Ostanflüge verzichten will wenn die Schweiz vor Gericht gegen Deutschland gewinnen würde. Das bestätigt uralte Verschwörungstheorien wonach Unique die Deutschen nur vorgeschoben haben und schon immer, aus Gründen einer Kapazitätserweiterung, vermehrt über Osten anfliegen wollten.
Mit anderen Worten, mindestens die bürgerlichen Mitglieder des Regierungsrates sind bereit den Osten zu opfern, nebenbei zur Schonung des Südens, der, wie wir ja wissen zu den Hauptnutzern des Flughafens gehört. Bei soviel Übereinstimmung von Regierungsrat und Unique frag ich mich ob da nicht Sparpotential für den Flughafen besteht. Drei von sieben Regierungsräten sitzen ja bereits im Vorstand von Unique. Da könnte man doch den Verwaltungsrat von Unique auf diese drei Sitze schrumpfen. Erstens würde ja der Kanton die Löhne von den Regierungsräten zahlen und zweitens erinnert ihr auftreten eher an Uniquemanager als an Volksvertreter.
Dominik Bruderer, Nussberg
...erschienen im Tages Anzeiger am 25. August 2004
Sonderfall Flughafen
Kaum zu glauben: Die Verantwortlichen des Flughafens - sonst vehemente Verfechter der freien Marktwirtschaft - verlangen, ungebremst wachsen zu können, und wollen, dass der Staat das Geld für Sicherheit und Schallschutz übernehme. Bei jeder Gelegenheit wird der Sonderfall Schweiz zitiert - hier verweisen die Verantwortlichen aber gerne auf das Ausland.
Der überdimensionierte Flughafen muss um jeden Preis wachsen, damit er seine Kosten erwirtschaften kann. Dabei wird die längst widerlegte Phrase, der Wirtschaftsstandort Zürich bräuchte einen Hub, gebetsmühlenartig wiederholt.
Normalerweise richten Firmen ihre Grösse nach dem wirtschaftlichen Umfeld; nur bei Swiss und Unique gilt das nicht.
Urs Dietschi, Weisslingen
...erschienen im Landboten am 16. August 2004
Die unangenehme Wahrheit
Die Musiker der Kyburgiade werden angewiesen, nächstes Jahr bei störendem Fluglärm nicht mehr in den Himmel zu blicken. Die Anwohner werden angewiesen, keine Flugblätter mehr zu verteilen, die auf den störenden Fluglärm hinweisen. Die Wahrheit soll totgeschwiegen werden. Zu unangenehm ist es für die Konzertbesucher, während den 6 Tagen zu erfahren, wie wir die restlichen 359 Tage zu leben haben. Niemand soll erfahren, welche Pläne die Zürcher Regierung mit dem Projekt "Relief" im Schilde führt; dies stört nur den festlichen Rahmen. Ich kann die Veranstalter verstehen, dass man das Unangenehme von den Konzertbesuchern fernhalten will. Doch dies ist nicht zu Ende gedacht. Denn wenn der Osten einmal - so wie es die Regierungsrätinnen Fierz und Fuhrer wollen - zur Hauptanflugpiste wird, dann ist es vorbei mit der Kyburgiade. Es werden keine Flugblätter mehr an Konzertbesucher verteilt; denn es gibt gar keine Besucher mehr. Die Musiker werden nicht mehr in den Himmel blicken; denn sie werden gar nicht mehr hier sein. Aber wir werden noch hier sein, denn wir leben hier im Osten. Und dies 365 Tage im Jahr und nicht nur 6! Deshalb ist es auch egal, wenn die Wahrheit als unangenehm empfunden wird. Solange man anständig und gesittet seine Anliegen vertritt, ist dies in der Schweiz - trotz Notrecht beim Ostanflug - immer noch erlaubt.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen im Zürcher Unterländer am 26. Mai 2004
Effizientes Reisen ein Muss?
Im ZU-Artikel "Effizientes Reisen ein Muss" kommen verschiedene Grosskonzerne zu Wort. Einhellig werden möglichst viele Direktverbindungen in die "grosse weite Welt" hinaus gefordert. Bequemer, schneller, günstiger sind die Motive, die hinter diesen Forderungen stecken. Dies kann man nachvollziehen. Aber wie steht es mit der Kehrseite der Medaille? Angesprochen auf die baldige Kapitalspritze für Swiss (in Form einer Kapitalerhöhung) winkt die Wirtschaft ab. Der Staat soll's richten; mit anderen Worten wir als Steuerzahler. Für diese Grosskonzerne gibt es auch längst schon Alternativen zur Swiss. Intern werden ihre Mitarbeiter aufgefordert, die günstigste Variante für ihre Geschäftsflüge nach London, Frankfurt und Paris zu wählen. Dass dabei Swiss immer weniger zum Zuge kommt, leuchtet anhand der grossen Auswahl an Billig-Airlines ein. Ob mit diesem Vorgehen des Preiskampfes bei Swiss noch weitere Arbeitsplätze vernichtet werden, muss die Wirtschaft ebenfalls nicht interessieren. Mit der Arbeitslosenversicherung werden auch diese Kosten vom Staat bzw. Steuerzahler beglichen. Wenn jeder nur für sich schaut, kann eine gemeinschaftliche Lösung nicht gefunden werden. Dabei müssen alle bereit sein, gewisse Verantwortung zu übernehmen. Die Wirtschaft ihre soziale Verantwortung und die Bevölkerung ein gewissen Mass an Immissionen. An der bevorstehenden Mediation wird sich zeigen, wer hierzu bereit ist.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen in der Winterthurer Zeitung am 21. Mai 2004
Neues Betriebsreglement des Flughafens Zürich
Die Einsprachen gegen das neue Betriebsreglement des Flughafens Zürich wurden zu tausenden eingereicht. Sämtliche Gemeinden, Kantone und alle Bürgerorganisationen lehnen das auf Kapazitätserweiterung ausgelegte Betriebsreglement vollumfänglich ab. Für diejenigen, welche sich nicht so richtig getrauen, Ihre Stimme gegen den allmächtigen Flughafenfilz zu erheben, hier ein kleines Beispiel, wie mit der Bevölkerung umgesprungen wird: Andreas Schmid, VR-Präsident Unique, Josef Felder, CEO Unique und Rita Fuhrer, Regierungsrätin und Verwaltungsrätin Unique betonen immer wieder, man hätte kein Duallanding beantragt. Nachdem diesen Vertretern die genauen Stellen und Seitenzahlen des neuen Betriebsreglement zitiert wurden, wo, wann und wieso das Duallanding durch Unique beantragt wurde, kommt etwas Farbe ins Spiel. Nun behaupten die Expansionsturbos, man hätte lediglich ein koordiniertes Landen von Osten und Süden beantragt. Dies unterscheidet sich vom Duallanding dahingehend, dass zwei Flugzeuge von Osten und Süden nicht GLEICHZEITIG sondern nacheinander landen werden. Statt am Sonntag morgen 07:14 Uhr zwei gleichzeitige Landungen von Osten und Süden haben wir dann einfach um 07:14 Uhr eine von Süden und 07:15 Uhr eine von Osten. Dieses Reissverschlusssystem wird von Unique kurzum in "koordiniertes Landen" umgetauft und frisch, fröhlich weiter behauptet, man hätte gar kein Duallanding beantragt.
Irene Buchmann, Weisslingen
...erschienen im Landboten am 19. Mai 2004
Etikettenschwindel
Die Einsprachen gegen das neue Betriebsreglement des Flughafens Zürich wurden von Tausenden eingereicht. Sämtliche Gemeinden, Kantone (ausser ZH) und alle Bürgerorganisationen lehnen das auf Kapazitätserweiterung ausgelegte Betriebsreglement ab. Für diejenigen, welche sich nicht so richtig getrauen, ihre Stimme gegen den allmächtigen Flughafenfilz zu erheben, hier ein kleines Beispiel, wie mit der Bevölkerung umgesprungen wird: Andreas Schmid, VR-Präsident Unique, Josef Felder, CEO Unique, und Rita Fuhrer, Regierungsrätin und Verwaltungsrätin Unique betonen immer wieder, man hätte kein "Dual-Landing" beantragt. Nachdem diesen Vertretern die genauen Stellen und Seitenzahlen des neuen Betriebsreglements zitiert wurden, wo, wann und wieso das Dual-Landing durch Unique beantragt worden war, kommt etwas Farbe ins Spiel. Nun behaupten die Expansionsturbos, man hätte lediglich ein koordiniertes Landen von Osten und Süden beantragt. Dies unterscheidet sich vom Dual-Landing dahingehend, dass zwei Flugzeuge von Osten und Süden nicht gleichzeitig sondern nacheinander landen werden. Statt am Sonntagmorgen um 7:14 Uhr zwei gleichzeitige Landungen von Osten und Süden haben wir dann einfach um 7:14 Uhr eine von Süden und um 7:15 Uhr eine von Osten. Dieses Reissverschlusssystem wird von Unique kurzum in "koordiniertes Landen" umgetauft und frischfröhlich weiter behauptet, man hätte gar kein Dual-Landing beantragt.
Irene Buchmann, Weisslingen
...erschienen im Anzeiger der Stadt Kloten am 13. Mai 2004
Unterschätzte Selbstbetroffenheit bei der "Fluglärmdebatte"?
Die heutigen Debatten in Kloten bezüglich Fluglärm unterteilen sich falscherweise in zwei Lager: Betroffen durch den Ostanflug oder nicht davon betroffen. Wie wir alle mittlerweile wissen, ist dies vor allem das Gebiet nördlich der Dorfstrasse (z.B. das Graswinkelquartier). Zu oft wird vergessen, dass noch andere Gebiete in Kloten plötzlich vermehrtem Fluglärm ausgesetzt sein könnten. Erst letzte Woche haben verschiedene Rekurenten gegen das neue Betriebsreglement den sofortigen Anflug auf die Piste 32 gefordert (z.B. die Stadt Winterthur). Was heute noch als utopisch angesehen wird (Hindernis Frachtgebäude) könnte morgen bereits brutale Realität sein für völlig neue Gebiete (Hamelirain, Reutlenweg u.v.a.). Auch wird vergessen, dass durch neue Anflugrouten (z.B. Südanflüge, Ostanflüge) plötzlich die Abflugrouten ändern. Durch zukünftig vermehrte Nordstarts ziehen dann Gebiete nördlich der Lufingerstrasse den "schwarzen Peter". Wahrscheinlich gar nicht mehr im Gedächtnis der Klotener ist die geforderte Verlängerung der Nord-Südpiste 16/34. Ziel dieser Verlängerung ist ein neues Abflugverfahren. Durch die längere Piste könnten die Flugzeuge bei einem Südstart noch auf dem Flughafengelände die berühmte Linkskurve machen. Resultat dieses Abflugverfahren: die Stadt Zürich wird durch den Südstart nicht mehr belästigt; dafür neu das Gebiet am Holhberg. Jetzt gibt es drei Varianten, wie man mit solchen Informationen umgeht. Man ignoriert sie. Man nimmt sie ernst und macht doch nichts oder man nimmt sie ernst und unternimmt etwas. Für alle, die die dritte Variante wählen, ist es noch nicht zu spät, sich für seine Umwelt und seinen Lebensraum einzusetzen. Noch nicht.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen im Anzeiger der Stadt Kloten am 06. Mai 2004
Enges Korsett für den Flughafen
Volksinitiative "Für eine realistische Flughafenpolitik"
Ich frage mich, ob (as) seinen redaktionellen Beitrag zur kürzlich lancierten Volksinitiative auch so kritisch verfasst hätte, wenn die Piste 32 für Landungen geöffnet und so seine Wohnadresse direkt betroffen wäre. Ich spüre in diesem Artikel absolut keine Solidarität gegenüber den andern Klotener BewohnerInnen z.B. im Graswinkel Quartier. Der Redaktion Anzeiger der Stadt Kloten empfehle ich das Studium der Abstimmungsunterlagen zur 5. Ausbauetappe, wo klar festgehalten ist "die Interessen des Wirtschaftsstandorts Zürich können mit 250'000 Flugbewegungen langfristig abgedeckt werden". Den BewohnerInnen von ganz Kloten und Umgebung empfehle ich die Volksinitiative möglichst rasch zu unterzeichen, um sich so mit der am meisten betroffenen Bevölkerung in den An- und Abflugschneisen zu solidarisieren. Die Initiativebogen können von Bürgerprotest Fluglärm Ost - www.fluglaerm-ost.ch - kopiert werden. Für das im Bericht erwähnte Komitee "Weltoffenes Zürich" habe ich leider keinen Rat und keine Empfehlung, denn diese Köpfe sind schlicht und einfach nicht lernfähig.
Fritz Kauf, Bassersdorf
...erschienen im Landboten am 06. Mai 2004
Schon gemachte Fehler munter wiederholt
Vor wenigen Wochen hat RR Rita Fuhrer allen Zürcher die es hören wollten lauthals die beschleunigte Einführung des gekröpften Nordanfluges verkündet. Jetzt zeigt sich, dass ob Jeker oder Fuhrer die Zürcher Regierung schon gemachte Fehler munter wiederholt: Man sagt, was man machen will, ohne vorher mit andern Betroffenen gesprochen zu haben. Der Aufschrei des Kantons Aargau zeigt deutlich: Hier wurde nicht kommuniziert, sondern die Zürcher Regierung erlaubte sich erneut eine Machtdemonstration und desavouiert wie zuletzt die Deutschen jetzt sogar einen Nachbarkanton. Es steht noch viel Arbeit an bis der Flughafen gekröpft angeflogen werden könnte. Vorerst jedoch vor allem das Zusammenwischen des Scherbenhaufens den die Zürcher Regierung erneut verursacht hat.
Thomas Koch, Winterberg
...erschienen im Zürcher Unterländer am 05. Mai 2004
Wurden die Bürgerorganisationen bisher zu wenig ernst genommen?
Mit kritischen Worten aus den Reihen der Wirtschaft, den Pro-Flughafen-Komitees und den bürgerlichen Parteien zur Lancierung einer kantonalen Volksabstimmung "realistische Flughafenpolitik" musste man selbstverständlich rechnen. Wieso aber sollen diese Forderungen die bevorstehende Mediation gefährden? Wenn man die Ziele aller Bürgerorganisationen rund um den Flughafen mit einander vergleicht, fällt auf, dass ALLE Organisationen zwei Gemeinsamkeiten haben: 250'000 Bewegungsplafond und 9 Stunden Nachtruhe. Mit welchen Vorstellung, wenn nicht mit den bei der Gründung jeder Organisation festgeschriebenen Zielen, sollen denn die Bürgerorganisationen in die Mediation einsteigen? Haben denn die Kritiker dieser Initiative die ganzen Bürgervertreter rund um den Flughafen so wenig ernst genommen, dass Sie deren Ziele gar nicht kannten? Wenn jemand die Mediation gefährdet, dann ist dies der Flughafen selbst! Wenn man kurz vor Beginn dieser Mediation ein Betriebsreglement lanciert, welches auf Bürgerseite NUR Verlieren hat (z.B. Duallanding), dann muss man mit Reaktionen rechnen. Die Spekulation der Flughafenverantworlichen, dass sich die zerstrittenen Regionen (Osten / Süden) sowieso nie auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können, ging diesesmal voll daneben.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen im Landboten am 27. März 2004
Zürcher Stadtrat gegen Fluglärm
Der Stadtrat von Zürich kämpft gegen den Südanflug. Dies ist ihm nicht zu verübeln, dafür wurde er gewählt. Was uns weniger gefällt, sind Sprüche vom Gesundheitsvorstand Robert Neukomm wie: <<<der Flughafen müsse von 6 bis 7 Uhr nicht stillgelegt werden ohne Südanflüge, es gebe "andere Lösungen". Welche, sagt er nicht>>>. (Tagesanzeiger von heute auf Seite 17)
Wir übersetzen die Absichten von Robert Neukomm mal ins "Ostanflug-Deutsch": es braucht den Südanflug gar nicht, diese Flieger können problemlos auch im Osten landen!
Lieber Herr Neukomm, braucht es überhaupt den Ostanflug am Abend? Es gibt andere Lösungen. Welche, wollen wir nicht sagen!
Unser Verein wurde gegründet, um die Lebensqualität im Osten des Flughafens zu verbessern. Müssten wir da nicht bedingungslos für die Abschiebung sämtlicher Anflüge kämpfen, egal wen es trifft?! Oder wollen wir uns zusammenraufen und gemeinsam versuchen, die Rahmenbedingungen des Flughafens insgesamt zu verbessern? Von einer Verlängerung der Nachtruhe und einer Bewegungsbegrenzung profitieren alle Regionen. Leider hören wir hier keine markigen Worte des Stadtrats von Zürich. Zusehr ist man halt noch in die Flughafenlobby mit eingebunden.
Schade eigentlich, denn die Voraussetzung für eine mögliche Zusammenarbeit zur Erreichung gemeinsamer Ziele (Plafonierung, Nachtruheverlängerung) haben wir durch die Gründung unseres Vereins geschaffen. Mit Sätzen wie die Eingangs zitierten, wählen Sie jedoch einen anderen Weg.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen im Zürcher Oberländer am 17. März 2004
Softtalk von Rita Fuhrer
Ich gehe mal davon aus, dass Rita Fuhrer im Hinterkopf eben eine Lösung hat, die ein erneutes Wachstum des Flughafens auf 350'000plus Bewegungen zulässt. Sie ist ja nicht zuletzt eine Vertreterin einer Wirtschaftspartei und im Unique VR. Da muss der Markt spielen, auch wenn die Menschen drauf gehen.
Wenn man alle andern Start- /Landemöglichkeiten ausschöpft - und weitere Himmelsrichtungen hat man ja jetzt in die "Angewöhnungsphase" geschickt - ist das Dazunehmen des gekröpften Nordanfluges eine weitere kapazitätssteigernde, oder zumindest kapazitätssichernde Massnahme.
Wir müssen Rita Fuhrer klar machen, dass es uns auch um eine Bewegungsbegrenzung auf 250'000 (warum sagen die Sozi eigentlich immer noch 320'000?) und um eine menschenwürdige Nachtruhe - wie man sie den deutschen Bauernhöfen nördlich des Rheins zugesteht - geht. Das hat sie definitiv noch nicht begriffen.
Wir alle scheinen uns aber sehr leicht von den tatsächlichen Zielen ablenken zu lassen, wenn jemand ein bisschen lieb ist zu uns und Softtalk betreibt. Die allfällige Einführung des gekröpften Nordanfluges kann für uns bei Weitem nicht das Ende des Protestes sein.
Thomas Koch, Winterberg
...erschienen im Zürcher Unterländer am 10. März 2004
Wer stoppt Unique endlich?
Zuerst ein kapazitätssteigerndes Betriebsreglement welches sich um die Bedürfnisse der lärmgeplagten Bevölkerung foutiert, dann eine nach Ansicht von Buchhaltungsspezialisten geschönte Bilanz - man weisst Gewinn aus, wo eigentlich ein riesiger Verlust vorliegt - und zu guter Letzt das Aufdecken der gezielten Verzögerungstaktik bezüglich Vorbereitungen für den gekröpften Nordanflug.
Wer stoppt endlich diese unsägliche, arrogante, profilierungssüchtige, undemokratische Firma Unique und ihre Repräsentanten, die sich über Politiker und Bevölkerung einen Deut kümmern, ja sich nachgerade durch ihr Verhalten darüber lustig machen?
Etwa die im Verwaltungsrat sitzenden Politiker der Stadt Zürich oder des Regierungsrates? Herr Ledergerber? Frau Fierz? Herr Huber? Frau Fuhrer? Wohlkaum! Herr Leuenberger in Bern? Wer ist das?
Am Beispiel des unverfrorenen Vorgehens von Unique zeigt sich mit aller Klarheit das Versagen der Politik in der Flughafenfrage.
So wird es der Bevölkerung vorenthalten sein, diese Firma auf den Weg zu bringen der kompatibel ist mit den Erwartungen an einen mitteleuropäisches Anstandsniveau. Das Volk soll die Macht ausüben und Unique grounden; dem Flughafen zeigen, dass man ihn stilllegen kann. Die Globalisierungsgegner haben es vorgemacht.
Thomas Koch, Winterberg
...erschienen im Zürcher Unterländer am 10. März 2004
Bürgerliche Parteien wollen Billig-Hub in Zürich
Mit grossen Worten hat die SVP verkündet "stoppt deutsche Lastwagen an der Grenze!", "diese einseitigen Massnahmen im Luftverkehr lassen wir uns von Deutschland nicht bieten". Am Montag konnte man im Kantonsrat über den Sinn und Unsinn der Billig-Airlines abstimmen. Ca. 80% dieser Low-Cost-Carrier stammen aus Deutschland (z.B. Germania-Express, Air-Berlin, Germanwings, Bonair). Einstimmig war man im bürgerlichen Lager der Meinung, dass <<dies eine politische Einmischung sei und aus rechtlichen Gründen solche Billig-Airlines nicht verhindert werden können>>. Nicht nur, dass das Kerosin immer noch nicht besteuert wird, diese Airlines werden von Unique auch noch subventioniert. Dieser staatlich subventionierte Lärmimport aus Deutschland könnte auch den Untergang der Swiss beschleunigen. Aufgrund des enormen Wettbewerbdrucks muss Swiss mittlerweilen ihr Angebot der deutschen Billig-Konkurrenz anpassen. Diese "Kanibalisierung" der eigenen Erträge führt unsere Airline auf direkten Weg in den Konkurs. Unique hat mit ihrer Strategie zu wenig weit gedacht. Ohne Home-Carrier Swiss wird die Ueberlebenschance auch für den Flughafen umso schwieriger.
Ralph Weidenmann, Nürensdorf
...erschienen im Tagesanzeiger am 04. März 2004
FDP und SVP wollen einen Billighub
Im Kantonsrat haben FDP und SVP Massnahmen gegen einen Billighub am Flughafen Kloten verhindert. Was sind die Folgen ? Unique unternimmt bereits alles um neue Billigfluggesellschaften anzulocken. Sie beteiligt sich an deren Werbekosten. Swiss wird dadurch noch mehr gezwungen ins Billigfluggeschäft abzusteigen und muss folglich immer mehr ums Überleben kämpfen. Unsere Steuergelder, die in Swiss investiert wurden, sind dadurch gefährdet. Dies alles geschieht mit bürgerlicher Billigung zum Wohle unserer Wirtschaft. Hilft das unserer Wirtschaft wirklich ? Wohl kaum ! Früher wurde ein grosser Flughafen und eine starke Swiss(air) zwecks Tourismusförderung gefordert. Die wohlhabenden Feriengäste sollten ins Hochlohn- und Hochpreisland Schweiz gebracht werden. Mit den Billigflügen kehrt sich das Ganze ins Gegenteil um. Es wird für viele Schweizer noch billiger sich im Ausland zu erholen und zu vergnügen. Wir werden bald nicht mehr in Zürich ins Kino gehen, sondern in Köln oder Berlin, weil der Eintritt einschliesslich Flug billiger ist. Für die Schweizer Hotellerie, Gastronomie und Freizeitindustrie ist das katastrophal. Wenn wir die Billigfliegerei weiter fördern oder zulassen, ruinieren wir unsere eigene Wirtschaft, und auch unsere Umwelt. Unique arbeitet bereits eifrig daran.
Felix Jaccaz, Weisslingen
...erschienen im Tagesanzeiger am 20. Februar 2004
Bald Demonstrationen mit 20'000 Teilnehmern
Auf den ersten Blick ist klar, dass vor allem der Süden des Flughafens zu den Verlierern gehört, wenn das neue Betriebsreglement umgesetzt wird. Wer aber seinen Blick ausweitet stellt rasch fest, dass das neue Betriebsreglement mit dem "wide left turn" durch das Belärmen von Dübendorf, Wangen, Effretikon, Illnau, Weisslingen, Tösstal gleich mehere Tausend neue Sympathisanten schafft, die in Bürgerorganisationen gegen die arroganten Flughafenbetreiber kämpfen werden. Bald werden wir Demonstrationen mit 20'000 statt 10'000 Teilnehmern erleben.
Thomas Koch, Winterberg
...erschienen im Zürcher Oberländer am 20. Februar 2004
Flughafen profitiert, Bevölkerung bezahlt
Der Südstart mit left turn, der zu Beinahezusammenstössen führen kann, wurde vor mehr als 10 Jahren vom BAZL bewilligt und eingeführt. Seit 1997 wird er in grossem Masse praktiziert. Man munkelt, Insider hätten die Gefahr gekannt und täglich gebetet, dass nichts passiert. Das BAZL lässt verlauten "man kann nicht alles im Voraus wissen"! Aber niemand hat etwas unternommen. Erst durch eine Beinahekatastrophe konnte es nicht mehr länger vertuscht werden. Endlich werden Sicherheitsvorschriften erlassen. Diese schränken die Spitzenkapazität des Flughafens ein, der sich alle Verantwortlichen untergeordnet hatten.
Was macht der Lughafen ? Er beantragt einfach ein neues Betriebsreglement. Die Pistenbenützung soll erweitert und die Nachtruhe der Bevölkerung dadurch verkürzt werden. Ein neuer, leicht erweiterter left turn Start mit Abflug über neue Gebiete im Osten soll das Problem lösen. Der Lughafen profitiert, die Bevölkerung bezahlt. Wie lange geht das noch so weiter ?
Felix Jaccaz, Weisslingen
...erschine im Zürich Oberländer am 16. Februar 2004
Flugzeugabsturz von Bassersdorf
Der Flugzeugabsturz von Bassersdorf vom 25.11.2001 ist geklärt. Die Schuldzuweisung ist einfach: der Pilot ist zu tief geflogen. Hier könnte man einen Punkt machen und zur Tagesordnung übergehen. Oder man könnte kritisch folgendes anmerken:
die Sperre des Nordanfluges (Umsetzung Staatsvertrag) war gerade mal 4 Wochen alt. Für die Umsetzung nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages vom 18.10.2001 hat man EINEN Tag benötigt!!! (erste Landung P28 war am 19.10.2001)
die Crossairmaschine startete bereits in Berlin mit mehreren Stunden Verspätung
Durch diese Verspätung war die Landung nicht wie vorgesehen von Norden (ILS) sondern von Osten. 8 Minuten haben gefehlt! (22:08 Uhr war der Absturz, ab 22:00 Uhr war der Nordanflug gesperrt)
es herrschte Schneesturm. Absolut keinerlei Sicht. Ich wohne 1 km vom Absturzort entfernt und war 10 Minuten nach dem Absturz draussen! NULL SICHT.
die
Behauptung: am Schluss muss immer der Pilot entscheiden, ist in
folgendem Licht zu sehen:
-das Grounding der Swissair war einen Monat alt (2.10.2001). Der
wirtschaftlich Druck auf Crossair sicherlich nicht unerheblich
-die Unglücksmaschine hatte bereits sehr grosse Verspätung. Ein Abruch des Ostanfluges mit einem späteren Nordanflug wäre gemäss Staatsvertrag möglich gewesen, würde aber nochmals zu Verspätungen führen
-die Crossairmaschine war ca. die zweite Maschine, die an diesem Abend von Osten her landen musste; also ohne Instrumentenlandehilfe.
-die Sichtminima waren eindeutig zu tief. Dies bemängelt auch der Unfallbericht. Sie wurden zwar nach dem Unglück verdoppelt; für den Crossairabsturz allerdings zu spät.
Pilotenfehler hin oder her, die Umstände die dazu geführt haben, sollte man also auch in Betracht ziehen!! Und zu guter Letzt möchte ich doch noch erwähnen, dass der Kantonsrat unlängst entschieden hat, dass der Ostanflug keine zusätzliche Sicherheitsprüfung benötige, da dieser Anflug schon seit Jahren praktiziert wird. Eine Stimme gefehlt. Beim Crossairabsturz waren es 8 Minuten!
Ralph Weidenmann, Nürensdorf